Testbericht

Rollei Compactline 312

Für 80 Euro bietet die leichte Rollei Compactline 312 viele Einstellmöglichkeiten inklusive manueller Zeit- und Blendensteuerung.

  1. Rollei Compactline 312
  2. Datenblatt
Rollei Compactline 312

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Rollei Compactline 312

Die Rollei Compactline 312 ist bereits kurz nach Marktstart für nur 80 Euro zu haben und damit noch günstiger als die ebenfalls neuen Compactline-Modelle 360TS und 370TS, die wir bereits letzte Woche getestet haben. Während die jedoch ein weitwinkliges 4-fach-Zoom mit 28 bis 112 mm KB-äquivalent und als Besonderheit einen großen 3-Zoll-Touchscreen vorweisen können, setzt die 312 auf ein schlichtes 3-fach-Zoom mit 35 bis 105 mm und die üblichen Bedienelemente, etwa auf eine Vierrichtungswippe, Tasten für das Haupt- und Schnellzugriffsmenü sowie einen Schiebeschalter zum Wechsel zwischen Aufnahme-, Video- und Wiedergabemodus.

Dafür hat die Compactline 312 eine andere in dieser Preisklasse seltene Fähigkeit: Sie beherrscht neben der Voll- und Programm- auch eine Zeit- und Blendenautomatik. Selbst ein manueller Modus steht zur Wahl. Zwar werden die vielen Gelegenheitsfotografen, die nichts wollen als abdrücken und vernünftige Resultat sehen, die manuellen Modi nur selten oder gar nicht nutzen, dennoch sollen und werden die Einstellmöglichkeiten so manche Käufer locken. Allerdings ist manueller Modus nicht gleich manueller Modus! In diesem Fall kann der Fotograf beispielsweise nur zwischen zwei Blendenstufen entscheiden, f2,9 und f7,3.

Verarbeitung und Handhabung

Das entweder schwarze, silberne oder pinkfarbene Gehäuse misst 92 x 59 x 21 mm, wiegt 119 g und liegt einigermaßen sicher in der rechten Hand. Die Bedienelemente machen zunächst keinen besonders guten Eindruck, haben aber einen klaren Druckpunkt. Das 2,7-Zoll-Display zeigt bei dunklen Motiven eine recht rauscharme, stimmige Vorschau. Beim lautstarken Zoomen durchfahren die Linsen den Brennweitenbereich in rund 6 groben Stufen. Die Verwacklungswarnung kommt zuverlässig ab 1/30 s Belichtungszeit. Weniger treffsicher arbeitet der Autofokus, der im Lowlight-Test wiederholt nicht die richtige Schärfe fand. Außerdem gehört er nicht gerade zu den schnellen seiner Art: Die Compactline 312 löste bei uns erst nach durchschnittlich 0,8 s im Weitwinkel und 0,97 s im Tele aus. Zum Vergleich: Ohne Autofokus brauchte sie nur 0,12 s.

Bildqualität

Die Compactline 312 erreicht mit ihrem 12-Megapixel-Sensor eine höhere Auflösung als 360TS und 370TS, vor allem kann sie die Leistungen auch in den Bildecken und im Tele höher halten. Bei ISO 100 liegen die Messwerte beispielsweise zwischen 1019 und 1132 LP/BH (Weitwinkel) bzw. 938 und 958 LP/BH (Tele). In Sachen Textur und Feinzeichnung schneidet die Compactline 312 etwas besser als die 360TS ab, bleibt aber hinter der 370TS zurück. Schlusslicht ist sie allerdings mit ihrem Rauschverhalten; sie enttäuscht mit einem extrem starken Visual Noise (3,2/4,9 VN bei ISO 100/400). Unsere ISO-400-Testbilder werden durch teils großflächige Farbkleckse entstellt und wirken dadurch rotstichig. Dazu kommt eine relativ ausgeprägte Weitwinkelverzeichnung um 1,3 Prozent.

Fazit - Rollei Compactline 312

Die Rollei Compactline 312 ist eine sehr günstige, kompakte und leichte Kamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten. Für 10 Euro mehr bietet die 360TS jedoch eine etwas bessere, wenn auch ebenfalls unterdurchschnittliche Bildqualität, den größeren Bildwinkel (WW), ein größeres Display, das zudem als Touchscreen dient, und alles in allem das interessantere Preis-Leistungsverhältnis.

www.rollei.de  

Rollei Compactline 312

HerstellerRollei
Preis80.00 €
Wertung29.5 Punkte
Testverfahren1.5

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