Action Cam

Rollei Bullet 4S im Lesertest

Drei video-Leser hatten die Möglichkeit, die Action Cam Rollei Bullet 4S einem ausführlichen Praxistest zu unterziehen. Nun haben die drei Tester ihre Bewertungen geliefert - mit sehr actionreichen Ergebnissen.

Rollei Bullet 4S 1080p, cam

© Hersteller, Jürgen Döring, Emanuel Fuchs, Rene Joest

Rollei Bullet 4S 1080p, cam

Pro

  • sehr gute Bildqualität

Contra

  • feste Brennweiten
  • kein optischer Zoom

Ein Vertreter der Spezies Action Cams ist die Bullet 4S 1080p von Rollei. Der kleine Würfel-Camcorder wird mit vor Staub und Stößen geschütztem Unterwassergehäuse geliefert, das bis 60 Meter Tiefe dicht sein soll.

Die Rollei fotografiert mit acht Megapixeln Auflösung, zeichnet Videos auf und beherrscht die Auflösungen 1080p30, 960p30 und 720p. Die Optik arbeitet mit Festbrennweite, Blende F2.8 und 175-Grad-Blickwinkel. Der Blickwinkel soll sich auf 127 oder 90 Grad verstellen lassen. Auf Wunsch kann man vierfach digital zoomen.

Die Mini-Cam lässt sich dank diverser mitgelieferter Halterungen gut an Fahrrädern oder anderen Fahrgeräten festmachen. Mitgeliefert wird eine kabellose Funkfernbedienung, die im Praxistest sogar mehr als die vom Hersteller angegebenen zehn Meter überbrückt. Die Bildqualität überzeugt bei schnellen Bewegungen sowohl mit erstaunlicher Schärfe als auch mit extrem kräftigen Farben. Das zeigte sich bei der Wiedergabe auf einem großen 55-Zoll-LED-TV.

Zubehör wie Akku, Ladekabel und Transporttaschen komplettieren das Gesamtpaket. Mountainbiker, Surfer, Kletterer und viele sonstige Sportler dürften davon begeistert sein.

Allerdings ist der Video-Würfel kein Ersatz für den klassischen Camcorder. Rollei feiert damit jedoch einen gelungenen Einstand in der neuen Produktkategorie der Action Cams. Auf geht's, und Action!

Rollei Bullet 4S: Leserbewertung

Unsere drei Kandidaten gehen unterschiedlichen Hobbys nach: Jürgen Döring geht auf Rafting-Tour, Emanuel Fuchs lässt gern sein Segelflugzeug in den österreichischen Alpen fliegen und Rene Joest fährt Motorrad oder Mountainbike und reitet gern. Die Kandidaten hatten die Aufgabe, die Bullet 4S bei ihren sportlichen Aktivitäten ausgiebig einzusetzen. Danach sollten sie einen Fragebogen ausfüllen und ihre Erfahrungen zu Papier bringen.

Insgesamt haben unsere Leser die Action Cam von Rollei positiv bewertet. Insbesondere die Bildqualität konnte überzeugen. Aber auch das robuste Gehäuse gefiel. Bei den Befestigungsmöglichkeiten könnte die Kamera nach Ansicht unserer drei Leser etwas mehr Flexibilität bieten. Ebenfalls bemängelt wurde, dass sich kein externes Mikrofon anschließen lässt, was allerdings durch die Bauart und das zusätzliche Gehäuse bedingt ist.

Interessant waren für uns auch die Antworten auf die Frage "Welche Funktion würden Sie sich wünschen?" Zum einen wurde nach einer Status-LED an der Remote Control sowie nach einer wiederablösbaren Saugnapfhalterung für glatte Flächen gefragt. Auch eine Wi-Fi-Verbindung zu Smartphones oder Tablets ist für Nutzer der Action Cam eine wünschenswerte Funktion.

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© Hersteller, Jürgen Döring, Emanuel Fuchs, Rene Joest

Jürgen Döring: "Jeder hat eine zweite Chance verdient"

Schon beim Auspacken der äußerst ansprechenden Verpackung fielen mir das coole minimalistische Design und die sehr gute Verarbeitungsqualität der Bullet 4S von Rollei ins Auge. Doch immer wenn es drauf ankam, versagte die Action Cam auf ganzer Linie. Gerade in Adrenalin-getränkten Situationen sollten die Funktionalität und Bedienbarkeit einer solchen Action Cam im Vordergrund stehen.

Was nützt mir eine High-Tech-Action-Cam im Miniaturformat, wenn man sich noch nicht mal auf die jeweiligen Standard-Funktionen (Aufnahme/Pause) verlassen kann? Und/oder sich die Cam nach diversen Tastenkombinationen aus unersichtlichen Gründen aufhängt und sich nur noch durch einen Hard Reset wieder zum Leben erwecken lässt? Diese Vorgehensweise ist nun mal nicht in allen Situationen möglich.

Ich werde der Bullet 4S aber in unserem Sommerurlaub unter nicht so stressigen Bedingungen eine erneute Chance geben, sich bei Aktivitäten wie Wakeboarden und Kitesurfing zu beweisen. Schließlich hat alles und jeder eine zweite Chance verdient.

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© Hersteller, Jürgen Döring, Emanuel Fuchs, Rene Joest

Emanuel Fuchs: "Die Kamera muss sich nicht verstecken"

Leichte Störungen hatte ich beim Segelfliegen - beim Aktivieren des Motors. Hier sind aber auch sehr extreme Hochfrequenzen im Einsatz, die sehr viele Elektronikgeräte aus der Fassung bringen. War auch nur beim Anlaufen des Motors der Fall und auch nicht weiter störend. Filmen kann man bis zu drei Stunden, also mehr als genug und somit auch ideal, um beispielsweise Hunde in der Wohnung zu beobachten, wenn man mal gerade nicht zu Hause ist.

Die Bildqualität habe ich bei 720p/60 als am besten empfunden. Hier hat man ein angenehm ruhiges Bild, das in seiner Schärfe nach meiner Empfindung nicht allzu weit von der Full-HD-Auflösung entfernt ist.

Fünf HD-Camcorder im Test

Bei 1080p ist es naturgemäß ein wenig schärfer. Jedoch vermisst man doch stellenweise die Schärfe von stationären Kameras oder vom Platzhirsch in diesem Segment.

Die Full-HD-Kamera Rollei Bullet 4S ist eine sehr gelungene Action Cam, die sich vor den großen und vor allem dem großen Konkurrenten nicht verstecken muss.

autobahn, motorrad

© Hersteller, Jürgen Döring, Emanuel Fuchs, Rene Joest

Rene Joest: "Die Aufnahmen sind scharf und farbintensiv"

In der Standard-Ausführung ist schon alles dabei, um gleich loszulegen. Es ist sogar eine microSD dabei, die fehlt bei den meisten Mitbewerbern. Der erste Eindruck von Kamera und Zubehör ist gut, alle Komponenten sehen wertig aus. Die Bullet selbst ist von ihren Maßen inklusive TFT fast ein Würfel mit etwas über 6 cm Kantenlänge.

Das Laden des Akkus dauert relativ lange. Es empfiehlt sich daher, für einen Zweitakku zu sorgen, da man sonst eventuell das Beste vom Filmtag verpasst. Die mitgelieferten Halterungen sollen für Fahrrad, Helme und Flächen sein; leider lässt sich die Kamera nicht sicher befestigen. Die kleinere Halterung lässt sich nur kleben, was mir etwas zu unsicher für ein so teures Gerät erscheint.

Die Aufnahmen sind scharf und erstaunlich farbintensiv, ohne zu überstrahlen. Selbst mit schnellen Lichtwechseln kommt die Kamera gut zurecht. Nur bei zu ruppigen Kamerafahrten entsteht - vermutlich durch einen elektronischen Bildstabilisator - ein Bildeffekt, der am ehesten an das Filmen über eine heiße Oberfläche hinweg erinnert: eine Art Wellenbildung über das gesamte Bild.

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