Testbericht

Remote-Access-Software

Ob Privatnutzer, Business-Anwender, Netzwerk-Administrator oder Support-Teams - für jeden Anspruch gibt es die passende Remotedesktop-Software. PC Magazin nimmt acht aktuelle Programme unter die Lupe.

Remote-Access-Software

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Remote-Access-Software

Es ist ein ungeschriebenes Computergesetz: Je dringender ein Anwender auf seinen eigenen Rechner zugreifen muss, desto weiter ist er von diesem Computer entfernt. Um dennoch an die eigenen Dateien zu gelangen oder am PC zu arbeiten, müssen Sie eine Remotedesktop-Software nutzen.

Das grundlegende Prinzip ist nahezu immer gleich: Auf dem fernzusteuernden Rechner wird die Host- oder Server-Software installiert. Den Zugriff von einem entfernten System stellen Sie per Client-Software oder mittels Browser her. Die übertragenen Daten werden verschlüsselt, um das Ausspionieren zu verhindern. Von Vorteil ist es, wenn eine Breitband-Verbindung zum Einsatz kommt, da das Arbeiten am Remote-System ansonsten keinen Spaß macht.

Wir testen acht Remotedesktop-Programme auf ihre Praxistauglichkeit. Das Ergebnis: Den Testsieger NetOp Remote Control, Remotely Anywhere Workstation und PC Anywhere bewerten die Tester mit der Note sehr gut. Drei weitere Produkte - der Preistipp RADmin Remote Control, Laplink Everywhere und Mini Remote Control - erhalten die Note gut.

Lediglich die ein wenig sperrige Open-Source-Software UltraVNC sowie die funktionsarme Windows-Komponente Remotedesktop schneiden schlechter ab.

Testkriterien

NetOp Remote Control

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Mit der Fernwartungsfunktion von NetOp nehmen Administratoren beliebige Systeme unter die Lupe.

Bei der Suche nach der maßgeschneiderten Remotedesktop-Lösung kommt es in erster Linie auf drei Faktoren an: Preis, Ausstattung und unterstützte Betriebssysteme.

Für Anwender, die nur sporadisch aus der Ferne auf den eigenen Rechner zugreifen wollen oder die ab und an Bekannten bei PC-Problemen helfen möchten, kommen im Grunde genommen nur zwei Programme in Frage: RADmin Remote Control (50 Euro pro Server) und das kostenlose Tool UltraVNC.

Die zum Lieferumfang von Windows XP Professional sowie Windows Vista Business und Ultimate gehörende Remotedesktopverbindung sollte aufgrund des geringen Funktionsumfangs höchstens in Notfällen zum Einsatz kommen.

Steht hingegen die Funktionsvielfalt im Vordergrund, und dies dürfte für Business-User, Administratoren und Support-Mitarbeiter entscheidend sein, punkten die großen Remotedesktop-Lösungen. Remotely Anywhere Workstation, Mini Remote Control, NetOp Remote Control und PC Anywhere geben dem Anwender vielfältige Funktionen zur Fernwartung ganzer Netzwerke in die Hand. Nicht vergessen: Pro ferngesteuertem Host ist eine Programmlizenz nötig.

Eine ebenfalls große Rolle spielt das Betriebssystem - und zwar sowohl das Betriebssystem des Clients als auch des Hosts. So laufen etwa Laplink Everywhere, NetOp Remote Control, PC Anywhere und UltraVNC nicht unter Vista.

Demgegenüber stellen die Hersteller der drei letztgenannten Programme Clients auch für andere Betriebssysteme, unter anderem Linux und Mac OS zur Verfügung. Immerhin drei Programme erlauben auch den Fernzugriff von einem PDA. Ein vor allem für Business-User wichtiges Kriterium.

Sicherheit erschwert Konfiguration

Die grundlegende Konfiguration einer Remotedesktop-Software ist meist einfach. Die erste Hürde taucht aber dann auf, wenn der Host von einer Desktop-Firewall geschützt wird. In diesem Fall müssen Sie zunächst ermitteln, über welchen Port das Tool die Kommunikation abwickelt.

Anschließend geben Sie diesen Port in der Desktop-Firewall frei. Gut: Vier Programme im Test - Mini Remote Control, NetOp Remote Control, PC Anywhere und Windows Remotedesktop - schalten den entsprechenden Port in der Windows-Firewall automatisch frei.

Das zweite Problem betrifft alle Anwender, deren Rechner Teil eines routerbasierten LANs sind. Hier ist es zwingend nötig, den Router so zu konfigurieren, dass die aus dem Internet ankommenden Datenpakete an den richtigen Computer geleitet werden.

Dazu benötigen Sie ebenfalls die Information, über welchen Port die Kommunikation abgewickelt wird. Ausgestattet mit dieser Info rufen Sie das Webinterface des Routers auf und konfigurieren die Funktion Port-Weiterleitung.

Bildergalerie

NetOp Remote Control
Galerie
Ferngesteuert

Mit der Fernwartungsfunktion von NetOp nehmen Administratoren beliebige Systeme unter die Lupe.

Problem: Dynamische IP-Adresse

Der letzte Fallstrick dreht sich um die IP-Adresse, unter der das System im Internet erreichbar ist. Nahezu alle DSL-Nutzer sind mit einer dynamischen IP-Adresse unterwegs, die sich in bestimmten Abständen, etwa nach einer Zwangstrennung, ändert. Um dennoch aus der Ferne auf ein solches System zugreifen zu können, sollten Sie sich bei einem kostenlosen Dynamic-DNS-Service wie DynDNS (www.dyndns.org) oder DyNS (www.dyns.cx) anmelden.

Zum Beispiel: Remotely Anywhere Workstation lässt sich so konfigurieren, dass Angaben zur IP-Adresse in festgelegten Abständen per E-Mail an einen beliebigen Empfänger verschickt werden. Nutzer von Laplink Everywhere kennen solche Probleme nicht. Die Verbindung zwischen Client und Host wird nicht auf direktem Wege, sondern über einen Laplink-Server hergestellt.

Dies erleichtert die Konfiguration, hat aber auch Nachteile. Abgesehen von den im Test ermittelten Geschwindigkeitseinbußen ist es nicht garantiert, dass die Laplink-Server rund um die Uhr erreichbar sind. Fällt der Server aus, ist der Fernzugriff nicht möglich.

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