Testbericht

Raw Therapee 4 - RAW-Konverter im Test

Der RAW-Konverter hat sich seit seinen experimentellen Anfängen stark weiter entwickelt und ist für Linux, Mac OSX und Windows erhältlich.

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Das kostenlose Raw Therapee bringt rudimentäre Verwaltungsfunktionen wie Bewertung und Metadaten-Editor mit und lässt kaum eine Funktion missen.
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Qualitativ kann Raw Therapee besonders beim Rauschen und bei chromatischen Aberrationen nicht mithalten. Mit weniger fehlerbehafteten Bildern kommt die Software jedoch gut zurecht.

Das Programm ist opensource und damit kostenlos sowie ohne Werbung oder sonstige Beschränkungen erhältlich. Die Oberfläche bietet Reiter zur Unterteilung. Der erste nennt sich Dateiverwaltung und zeigt eine Miniaturübersicht des aktiven Ordners. Hier können Anwender Bewertungen und Farbmarkierungen vergeben und Basisoperationen wie Drehen oder einen Weißabgleich per Pipette ausführen. Ein Doppelklick öffnet Bilder in einem eigenen Karteireiter zur weiteren Bearbeitung. Die Werkzeuge unterteilt Raw Therapee in "Belichtung", "Detail", "Farbe", "Verändern", "RAW" und "Metadaten". Unter Belichtung finden sich die Funktionen zur Bildsteuerung etwa Lichter und Schatten wiederherstellen sowie zahlreiche Regler zur Steuerung der Belichtung und Sättigung - inklusive Gradiationskurve. Sehr schön: auch Raw Therapee bringt eine Funktion zum Erhöhen der Sättigung nur ungesättigter Farben mit ("Sättigungsbegrenzung aktivieren"). Ebenso lässt sich der Kontrast nur lokal erhöhen - bei Adobe-Programmen unter "Klarheit" bekannt.

Im RauschUnter "Detail" verbergen sich die Werkzeuge zur Schärfung und Rauschminderung. Hier ist etwas mehr Feintuning als bei der Konkurrenz nötig - dennoch bleiben schwarze und weiße Punkte bei aktiver Rauschminderung sichtbar. Etwas Abhilfe schafft dann die "Impulsrauschminderung". Schärfen lässt sich auf Kanten beschränken. Im Praxistest fiel das Ergebnis insgesamt etwas schärfer aus als bei der Konkurrenz - dafür gelang es nicht die Hotpixel komplett zu entfernen. Im Farbe-Reiter wählen Anwender die Farbtemperatur - praktischerweise per Pipette. Dynamik erhöht die Sättigung ohne Farben zu übersättigen, wobei "Hauttöne schützen" sehr nützlich ist.

Zur Feinabstimmung steht außerdem noch ein Kanalmixer parat. Eine eigene Schwarzweiß-Funktion gibt es nicht - durch Reduzieren der Sättigung und Einsatz des Kanal-Mixers gelingt jedoch jede beliebige Schwarzweißwandlung. Funktionen zur Verzeichnungs- und Perspektivkorrektur befinden sich im Reiter "Verändern". Sie arbeitet sogar automatisch - allerdings unterstützt sie fast ausschließlich Kompaktkameras und 4/3-Systemkameras. Farbsäume entfernt die Software ebenfalls automatisch. Werkzeuge zum Entfernen von Flecken oder roten Augen fehlen.

Bei der Ausgabe-Geschwindigkeit kann Raw Therapee trotz Unterstütztung für vier Prozessorkerne nicht mit der Konkurrenz mithalten. Für 146 Bilder mit Entrauschen, Schärfen und Verzeichnungskorrektur benötigt das Programm satte 1,5 Stunden - dreimal so lang wie DxO Optics Pro 7 und sechs mal so lang wie Bibble 5 Pro.

Fazit: Das kostenlose Raw Therapee überrascht mit einem vollständigen Satz an Bearbeitungswerkzeugen, die den allermeisten Aufgaben gewachsen sind. Beim Entrauschen muss es sich den Konkurrenten allerdings geschlagen geben. 

Download: Tabelle

www.rawtherapee.com

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