Testbericht

Quark XPress oder InDesign? Der Test

Neuer Schuss im alten Duell: Mit neuen Programmversionen werben die DTP-Dauerrivalen QuarkXPress und InDesign um die Gunst von Grafikern, Mediengestaltern und Layoutern.

  1. Quark XPress oder InDesign? Der Test
  2. Schneller anpassen
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Quark Xpress 8 versus InDesign CS4.

Zusehens unter Druck gerät das noch vor einigen Jahren unangefochten dominierende DTP-Programm QuarkXPress durch die Konkurrenz von InDesign: Viele Verlage in Deutschland haben in den vergangenen Jahren den Schwenk von QuarkXPress auf eine der InDesign-gestützten Redaktionssysteme wie CenShare vollzogen. Quark hat darauf mit dem Quark-eigenen Redaktionssystem QPS mit dem Angebot reagiert, neben Quark auch InDesign als Zuarbeiter zu akzeptieren.

Mit XPress 8 lieferte Quark zudem eine völlig neu gestaltete Oberfläche: Sie wirkt sehr aufgeräumt, alle wichtigen Funktionen lassen sich rasch finden. Wer nicht gerade in den Vollbildmodus schaltet, findet dagegen mit dem vergleichsweise etwas altbacken wirkenden InDesign schnell einen platzraubenden Palettenverhau vor - der sich allerdings gut anpassen lässt.

Mit CS4 hat Adobe das eigene InDesign-Datenformat offengelegt - ein zukunftsweisender Schritt für die Hersteller-übergreifende Zusammenarbeit.

Datenübernahme

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Keine Übernahme auf allen Ebenen: InDesign CS4 zeigte im Test die Ebenen der Testdatei korrekt an - um sie dann trotzdem reduziert auf eine einzige Ebene zu importieren.

Die klassische Aufgabe der DTP-Programme ist die elektronische Seitenmontage. Für den Im- und Export unterstützen beide Kontrahenten eine Vielzahl von Dateiformaten. Hier wäre noch sehr viel mehr möglich - keiner der Anbieter kann sich beim Grafikimport mit der Freeware XnView messen, die über 400 (Unter-)Dateiformate unterstützt.

Traditionell liefert InDesign leistungsfähige Importfilter für Microsoft-Office-Dateien. Anders als QuarkXPress kann Adobes DTP-Programm sogar Word-Dokumente im DOC-Format (dem Dateiformat vor 2007/2008) mit eingebundenen Grafiken erfolgreich importieren, XLS-Dateien lassen sich sogar gezielt nach Arbeitsblättern übernehmen.

Weniger gut klappte der Import der aktuellen Datenformate aus Office 2007. Während Quark hier komplett passen musste, gelang InDesign der Import nicht fehlerfrei: Querverweise, Fußnoten, eingebundene Grafiken? Fehlanzeige beim Word-2007-Import. Auch Excel-2007-Tabellen sind mit Vorsicht zu genießen, einzelne Zellen (mit -1) blieben leer.

Quark importiert PSD-Dateien einschließlich Ebenen korrekt - über eine eigene Importpalette. Spezielle Ebeneneffekte unterstützt Quark nicht, stellte jedoch in diesem Fall im Test die Dateien korrekt als zusammengesetztes Bild dar.

PSD-Dateien mit mehreren Ebenen erschienen in InDesign dagegen stets auf eine Ebene reduziert. Via Markieren mit einem Auswahlwerkzeug, Rechtsklick und Objektebenenoptionen lässt sich zwar in InDesign selbst etwa die Sichtbarkeit einer Textebene ein- und ausstellen, die Ebenen selbst lassen sich aber nicht in InDesign so weiterverarbeiten, wie es eigentlich zu erwarten wäre.

Testprofil

QuarkQuarkXPress 8.01
euro.quark.com/de
1605 Euro

DTP-Programm

Weitere Details

71 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Trotzdem geht diese Kategorie aufgrund des größeren Leistungsumfangs an Adobe.

Testkonfiguration

Den Vergleichstest führten wir überwiegend unter Windows XP SP3 durch, mit aktuellen Patches (Stand: 9. Januar) und Treibern. Installiert waren zudem die Internet Security Suite von Trend Micro sowie die Creative Suite Production Premium CS4 (ohne Video- und Audio-Software). Als Test-PC verwendeten wir zwei Opteron-CPUs 275 mit 4 GByte ECC Registered RAM von takeMS, als Grafikkarte kam die PNY Quadro 3700 zum Einsatz, die auf dem Tyan-Board S2895 steckte.

Für diesen Test haben wir unsere Testkriterien für DTP-Programme neuen Entwicklungen angepasst.

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Kreative Setzer

Quark Xpress 8 versus InDesign CS4.

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