Evolutionsgeschichte

Quadral Aurum-Set

Wer Titan sagt, meint Quadral - die schleichende Entwicklung eines Ausnahmelautsprechers. Über 30 Jahre wird die Hannoveraner Box schon verfeinert. Zeit, ein Heimkino-Set um sie zu gesellen.

  1. Quadral Aurum-Set
  2. Fazit
Quadral Aurum-Set, lautsprecher, surround

© Josef Bleier, Stafan Rudnick

Quadral Aurum-Set, lautsprecher, surround

Pro

  • Souveränität im gesamten Frequenzspektrum
  • Pegelfestigkeit auch in den tiefsten Frequenzregionen

Contra

Es ist schon über 30 Jahre her, als sich ein begnadeter Tüftler und Könner seines Fachs daran machte, einen Lautsprecher der Superlative zu bauen. In den 80er-Jahren waren Telefonzellengroße Boxen nichts Ungewöhnliches. Dagegen wirkte Helmut Schapers neue Kreation, die Titan I fast schon zierlich - aber nicht nur die Fachwelt war im wahrsten Wortsinn "basserstaunt".

Auf den High-End-Messen dieser Tage tummelten sich alle Musikliebhaber und Technikbegeisterten in den Vorführräumen von Quadral. Es galt als das Höchste, einen der begehrten Sitzplätze in einer Vorführung zu ergattern und für eine halbe Stunde dem Traum eines Lautsprechers lauschen zu dürfen.

Was war so ungewöhnlich an diesem Lautsprecher? Es war nicht die erste Drei-Wege-Box mit stattlichen Ausmaßen. Es war aber die erste, die als Bassprinzip eine einmal gefaltete Transmissionline mit einem magnetostatischen Hochtöner kombinierte. Helmut Schaper setzte für jeden Frequenzbereich Chassis ein, die zu der Zeit State of the Art waren. Wollte man eine Drei-Wege-Box bauen, so war ein klassischer Konus immer noch der beste Mitteltöner.

Quadral Aurum-set, lautsprecher, surround, subwoofer

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Abgehoben: Damit der 30er-Orkus-Bass ungehemmt schwingen kann, steht das Gehäuse via Abstandshaltern auf einer Bodenplatte. Die große, abgerundete Bassreflex-Öffnung vermeidet etwaige Strömungsgeräusche.

Heute, in der achten Titan-Generation, ist das nicht anders. Nur, dass der Mitteltöner inzwischen eine 30-jährige Evolution hinter sich hat und in Sachen Verzerrungsarmut sowie Rundstrahlverhalten deutlich zugelegt hat. Auch beim Hochtöner ist man dem Prinzip treu geblieben: Eine leichte Folienmembran sorgte damals wie heute für feinste Hochton-Auflösung.

Bediente sich Schaper in den Achtzigern beim japanischen Hersteller Technics mit einem magnetostatischen Folienwandler, so arbeitet heute ein echtes Bändchen in der Generation Titan VIII. Im Bassbereich haben die Entwickler dem Wirkungsgrad auf die Sprünge geholfen: Man hat dem Transmissionline-Prinzip abgeschworen und dafür eine Druckkammer-Bassreflex-Konstruktion verwirklicht.

Quadral Aurum-set, lautsprecher, surround,

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Neben den klassischen Echtholzfurnieren gibt es nicht nur die Titan in nahezu allen erdenklichen RAL-Farben. Und das gehört zum guten Ton dazu. Schließlich soll das exklusive Lautsprecher-Set für jeden Geschmack auch optisch abgestimmt werden können.

Um die Titan VIII herum haben wir ein Set zusammengestellt, das maximale Performance garantieren soll. Was vielen Hi-Fi-Fans für die Stereowiedergabe mehr als genügen würde, haben wir in den Rückraum gestellt: die neue Montan VIII als Surround-Lautsprecher.

Ein adäquater Center ist der Quadral Base Prestige VIII. Für angemessenen Nachdruck in den tiefen Frequenzregionen stellten wir noch zwei Subwoofer vom Typ Orkus dazu. Der Orkus ist ein Downfire-Bass mit Reflexöffnung vorne.

Front- und Rücklautsprecher des Aurum-Sets dürfen und sollten im Large-Modus betrieben werden. Nach dem Motto "viel hilft viel" werden mit acht Bass-Chassis im Set die Raumresonanzen weniger angeregt. Damit steigt nicht nur die Detailtreue in den Tiefen, sondern auch das Pegelpotenzial.

Quadral Aurum-set, lautsprecher, surround, hochtöner

© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Mehrere Magnetreihen vor und hinter der Membran sorgen für lineare Verhältnisse. Die Verzerrungen des großflächigen Hochtöners, der nur minimalen Hub bieten muss, sind extrem gering.

Womit wir schon beim Hörtest wären. Nachdem alle fünf Lautsprecher wegen der vertikalen Richtwirkung der Hochtöner genauestens ausgerichtet waren, stand zuerst der Stereo-Modus auf dem Spielplan. Das Titan-Paar gab die Stimme beim Song Dark Day der Gruppe Blues Company mit einem derart offenen, klaren Charakter wieder, dass man den Sänger förmlich vor der Hörjury stehen sah.

Das Zischen des Beckens und das feine Klingeln der Triangel waren erste Sahne. Imposant wirkte auch der fundierte Basssektor. Der E-Bass war Ton für Ton sauber zu vernehmen. Die Titan-Box schaffte in puncto Räumlichkeit den Spagat zwischen guter Ortbarkeit und relativ weiträumiger Abbildung.

Bei Jose Carreras' Misa Criolla etwa baute sich der Chor langsam auf und vermittelte die Aufnahmeraumsituation sehr schön, während der Tenor fast greifbar in der Mitte zu orten war. Unterm Strich ist es die Selbstverständlichkeit mit der die Lautsprecher alle Tonlagen reproduzieren, die den Zuhörer nicht von der musikalischen Darbietung ablenken.

Kommen wir zum Heimkino-Betrieb. Wenn sich die Bankräuber im Film The Dark Knight mit einem Drahtseilakt über die Häuserschluchten hangeln, wird durch tieffrequente Tonlagen eine immense Spannung aufgebaut. Mit welcher Wucht das Set dies macht, ist mehr als beeindruckend. Oder die Parkgaragenszene: Wenn das Batmobil die Mauer durchbricht, um anschließend ein paar heftige Geschosse auf die bösen Jungs loszulassen, dann kracht es normalerweise ordentlich.

Nicht so, wenn der Sound von der Quadral-Kombi kommt: Zum ersten Mal flatterten die Hosenbeine der Zuschauer. Der Center integrierte sich akustisch unauffällig. Die Sprachverständlichkeit war tadellos. Insgesamt harmonierten die fünf Lautsprecher gut miteinander, was sie vor allem bei Szenen mit authentischem Raumeindruck zeigten.

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