Testbericht

Praxistest: Logitech Squeezebox Duet

Problem: Aus dem HiFi-Tuner säuselt zum 17. Mal Rihanna, lediglich unterbrochen von zahllosen Werbepausen. Und das eigene MP3-Archiv verweilt eingesperrt im Büro auf der PC-Festplatte. Lösung: Logitechs Squeezebox Duet bringt Tausende von Internet-Radiosendern an jeden beliebigen HiFi-Anschluss und die hauseigenen MP3-Songs streamt das Gespann gleich mit. Haken: Vor dem Musikvergnügen hat Logitech die Installation gestellt, und die verläuft entgegen aller Werbeversprechen weder leicht, noch schnell oder gar unbeschwert.

Logitech Squeezebox Duet mit Logo

© Archiv

Mit der Logitech Squeezebox Duet können Sie Internet-Radio und MP3-Songs vom PC zur HiFi-Anlage übertragen.

Problem: Aus dem HiFi-Tuner säuselt zum 17. Mal Rihanna, lediglich unterbrochen von zahllosen Werbepausen. Und das eigene MP3-Archiv verweilt eingesperrt im Büro auf der PC-Festplatte. Lösung: Logitechs Squeezebox Duet bringt Tausende von Internet-Radiosendern an jeden beliebigen HiFi-Anschluss, und die hauseigenen MP3-Songs streamt das Gespann gleich mit. Haken: Vor dem Musikvergnügen hat Logitech die Installation gestellt, und die verläuft entgegen aller Werbeversprechen weder leicht, noch schnell oder gar unbeschwert.

Logitech Squeezebox Duet mit Logo

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Mit der Logitech Squeezebox Duet können Sie Internet-Radio und MP3-Songs vom PC zur HiFi-Anlage übertragen.

Für alle Neuentdecker der technischen Möglichkeiten hier vorab eine kurze Vorstellung - was ist die Squeezebox? Aus dem Englischen würde man Squeezebox wortwörtlich wohl mit "Quetschkommode" übersetzen. Was uns Logitech damit sagen will, können wir auch nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht war der Produktmanager ein Fan der 80er-Jahre-Band Squeeze und hängte angesichts der rechteckigen Form der Verpackung noch ein "Box" zum Namen... doch kümmern wir uns erst mal um den Inhalt.

Pop-Duo: Das Logitech Squeezebox Duet stellt sich vor

Das Squeezebox-Duet von Logitech kostet 399 Euro und besteht aus einem Controller und einem Receiver. Mit Hilfe dieser beiden Komponenten soll der Anwender innerhalb weniger Minuten seine Musik-Files vom PC zur HiFi-Anlage bekommen, egal, wo sich diese im Haus befinden mag. Zusätzlich erhält der geneigte Hörer Zugriff auf Tausende von Radiosendern aus dem Internet - so zumindest das Werbeversprechen. Die Aufgabenteilung läuft dabei wie folgt: Der Receiver verbindet sich zunächst mal mit dem heimischen Netzwerk, entweder über WLAN (802.11g-Standard) oder notfalls über ein Ethernet-Netzwerkkabel. Einmal ordentlich eingerichtet spielt der Squeezebox-Receiver Musik bis zum Abwinken - entweder von einem heimischen PC mit entsprechend freigegeben Musikordner oder eben aus dem Internet. An die Stereo-Anlage lässt sich der Receiver sowohl über analoge Chinch-Stecker als auch über ein optisches oder koaxiales Digital-Kabel ankoppeln.

Der Receiver an sich ist jedoch blind. Er besitzt zwar die Lizenz zum Flöten, sieht aber nicht, wo er denn nun zugreifen könnte. Hier kommt der Squeezebox-Controller ins Spiel. Wie der Name vermuten lässt, steuert er das Geschehen zwischen dem Receiver und der eigentlichen Musikquelle, also dem PC (für MP3-Files) oder WLAN-Router (für Internet-Radio). Zunächst sucht man mit dem Controller den PC (oder WLAN-Router) in seiner Funktion als Musikserver auf. Ist dieser gefunden, möchte der Controller noch den aktiven Receiver wissen, den der Controller verwirrender Weise mit "Player" bezeichnet. Bestimmt werden muss er deshalb, weil man mehrere solcher Receiver ins Netzwerk einbinden könnte. Ginge es nämlich nach Logitech, würden Sie im Idealfall Ihr ganzes Haus unter Beschallung nehmen und hätten in jedem Raum einen solchen Receiver stehen. Der Zukauf einzelner Komponenten kommt jedoch teurer als ein Squeezebox-Kit. Ein zusätzlicher Receiver kostet 149 Euro. Wer einzelne Controller strategisch günstig verteilen will, muss pro Stück 299 Euro berappen.

The Sound of Music: Wie cool es klingt, wenn es denn klingt...

Weiß der Controller also, woher die Musik kommt (also PC oder Internet) und an welchen Receiver er sie schicken soll, steht dem musikalischen Vergnügen nichts mehr im Wege. Vorraussetzung ist, dass der normale Anwender die beiden Teile während der Installation nicht schon im hohen Bogen der Erdanziehungskraft opferte. Doch dazu im nächsten Kapitel mehr.

Wie gesagt, läuft das System einmal, liegt wirklich Musik in der Luft. Das Durchscannen einer MP3-Bibliothek von über Tausend CDs bewältigt der Controller mühelos. Er sortiert je nach Belieben nach Künstler, Albumtitel oder Genre. Zusätzlich bietet der Controller eine Sortierung nach der Ordnerstruktur an, allerdings bleibt die Anwahl eines Ordners ohne Funktion. Entdeckte der Windows Media-Player in der Vergangenheit bereits das zugehörige Cover einer CD, zeigt es das farbige 6cm-Display des Controllers zusätzlich zu den üblichen Titelinformationen mit an. Während ein Titel läuft, kann man bereits den nächsten Wunschtitel auswählen und entweder einer Playlist hinzufügen, um zu warten, bis der aktuelle Titel zu Ende ist oder den neuen Song sofort abspielen. Dieses "Wurlitzern" funktioniert mit der intuitiv bedienbaren "Fernbedienung" problemlos und die Anwahl geschieht praktisch in Echtzeit. Ähnlich komfortabel lässt es sich durch den Dschungel der Internet-Radiosender stöbern. Geboten werden neben der digitalen Umsetzungen der Rundfunksender allerlei Spartensender, etwa Rock/Pop aus den 60ern, 70ern, 80ern und der Neuzeit, sowie Jazz, Klassik, House, Rap und Techno - wer lange genug sucht, findet wohl sogar etwas für volkstümlichere Gemüter.

Astrein ertönt erfreulicherweise das Klangbild. Im Vergleich zur CD sind keinerlei Qualitätsverluste hörbar - natürlich nur, wenn die eigenen MP3-Files diesen Anspruch ebenfalls erfüllen. Den Radiosound übertragen die Anstalten üblicherweise mit einer Kompressionsrate von 128 KB/s, was ebenfalls als CD-Qualität durchgeht. Somit ist Internet-Radio vor allem in den Höhen dem normalen Rundfunk-Radio überlegen, weil im Äther der Senderbandbreite zu Liebe alle Töne über 15 KHz gekappt werden. CD-Qualität reicht bis 20 KHz, das menschliche Ohr je nach Anzahl der Discobesuche liegt irgendwo zwischen 15 und 20 KHz. Hinzu kommen Features wie die Anzeige des aktuellen Titels sowie in den Spartensendern der weitgehende Verzicht auf Werbung, Titelkastrierungen und Hereingequatsche.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Crash! Boom! Bang!: Live dabei bei der Squeezebox-Installation

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