Testbericht

Photoshop CS 4 im Test

Mit CS 4 liefert Adobe gleich mehrere starke Argumente für ein Photoshop-Upgrade.

Einzeltest

© Archiv

Einzeltest

Eines der Highlights von Photoshop CS 4 ist die neue Skalierung unter Beibehaltung des Inhalts, die auf CAIR-Technik beruht. Sie ist dann nützlich, wenn ein Bild unproportional skaliert werden soll, weil es beispielsweise in das für eine Website vorgegebene Standardformat passen muss.

Die Photoshop-Umsetzung von CAIR ist rundum gelungen. Sie arbeitet bei Hauttönen auf Wunsch vollautomatisch, lässt Ihnen aber die Möglichkeit, Bildbereiche manuell über einen Alphakanal zu schützen. Zwar eignen sich manche Fotos mehr als andere, doch in der Summe überwiegt der "Wow"-Effekt.

Rundherum schneller

Dank der GPU-Beschleunigung, die Photoshop unter Rückgriff auf den Prozessor der Grafikkarte zu mehr Geschwindigkeit verhilft, lassen sich vor allem große Bilder deutlich schneller als bisher zoomen und drehen.

Hatte Photoshop CS 3 mit dem Zoomen eines gut 800 Megabyte großen Testbilds arge Schwierigkeiten, zoomt CS 4 die gleiche Datei auf demselben Rechner nahezu ohne Verzögerungen. Auch mit Bildern gewöhnlicher Dateigrößen fühlt sich CS 4 mit GPU-Beschleunigung deutlich flotter an als der Vorgänger.

Die GPU-Beschleunigung funktioniert auf OpenGL2-fähigen Grafikkarten von ATI und Nvidia mit mindestens 128 MByte RAM und soll durch Downloads aus den Adobe Labs sukzessive auf weitere Photoshop- Funktionen ausgedehnt werden.

Nützliche Randerscheinungen

Für richtig Stress auf der Grafikkarte dürfte der neue animierte Zoom sorgen, der Bilder stufenlos vergrößert, solange Sie die entsprechende Taste gedrückt halten. Bei mehr als fünffacher Vergrößerung erleichtert Photoshop die Bearbeitung einzelner Pixel mit einem automatisch eingeblendeten Grid.

Die Navigation durch derart stark vergrößerte Bilder erleichtert das vom iPhone bekannte Flick-Panning. Dabei wird das Bild mit gedrückter linker Maustaste angepackt und dann durch Bewegen der Maus in eine beliebige Richtung geworfen.

Kein heimliches sRGB mehr

Eine kleine Fußangel hat Adobe aus der Für Web und Geräte speichern-Funktion entfernt. In CS 3 stolperten Nutzer immer wieder darüber, dass dieses Bilder stillschweigend nach sRGB konvertierte, was angesichts der fehlenden Farbprofil-Unterstützung aktueller Browser unsinnig war und zu unerwünschten Abweichungen in der Anzeige führte. CS 4 unterlässt derlei Fallenstellerei nun.

Deutlich erweitert hat Adobe die mit CS 3 eingeführten 3D-Funktionen. Sie fühlen sich jetzt wie ein echter Bestandteil von Photoshop an und erlauben das Malen mit EinzeltestsPhotoshops Werkzeugen auf dreidimensionalen Formen und das Zusammenschieben von Kompositionen nach dem Theaterkulissen-Prinzip.

Schlechte Tabs

Zur Brust genommen hat sich Adobe auch die Programm-Oberfläche. Wie die anderen Softwares der CS4-Suite bringt Photoshop die unseelige Zusatzleiste am oberen Fensterrand mit, die kostbaren Bildschirmplatz verschwendet und gegen alle GUI-Konventionen von Windows und Mac OS verstößt.

Photoshop CS 4

Photoshop CS 4 Bildbearbeitung

Adobe

www.adobe.com

Weitere Details

Fazit:Mit CS 4 liefert Adobe gleich mehrere starke Argumente

4/5
gut

Das jetzt mit Registerkarten (Tabs) ausgerüstete Hauptfenster soll die Verwaltung parallel geöffneter Bilddateien erleichtern. Tatsächlich bewegen sich Photoshops Tabs hart am Rand zur Unbrauchbarkeit und das, obwohl sie prinzipiell genauso funktionieren wie Tabs in Firefox. Mangels Thumbnails ist eine Navigation nur anhand der Dateinamen möglich. Das ist ein Unding für eine visuelle Software wie Photoshop und angesichts von üblichen Dateinamen wie IMGP9336.dng beziehungsweise den vom Slicing-Tool vergebenen Nummern unzweckmäßig.

Zudem liefert die Funktion N-Up, die Adobe zum Anordnen von Tab-Inhalten nebeneinander vorsieht, unvorhersehbare Ergebnisse und ist deshalb weitgehend unbrauchbar. Nicht einmal eine automatische Anpassung des Tab-Inhalts an die Größe des Tabs gibt es. Hinzu kommt, dass die Tabs auf dem Mac die Expose-Funktion unbrauchbar machen. Erfreulicherweise lassen sich die Tabs ganz einfach auch abschalten.

Mehr zum Thema

Inqscribe 2.0.5
Testbericht

Wenn Sie Videos mehrsprachig veröffentlichen wollen, werden Sie dankbar sein, Inqscribe zu kennen.
Einzeltest
Testbericht

Mit zwei neuen Animationsideen versucht Adobe die Nutzer zum Flash-Update oder Neukauf zu bewegen.
Camtasia Studio 6
Testbericht

Das neue Camtasia Studio bietet zahlreiche Features für noch professionellere Screencast-Produktion.
Einzeltest: Screen Steps 2.1
Testbericht

Screen Steps vereint Screenshots und Text zu ansehnlichen Dokumentationen im HTML- oder PDF-Format.
Mister Clipping
Bildbearbeitungs-Service

Der Online-Grafikservice-Anbieter Mister Clipping (Misterclipping.com/de) hat vor wenigen Tagen seine Website von Grund auf erneuert: Zusätzlich zum…