Ultra-HD-Fernseher

Philips 65PFL9708S im Test

Weil es noch so wenig echtes Ultra-HD-Material gibt, sieht Philips, der Altmeister der Bildverbesserung, seine Chance mit dem UHD-TV 65PFL9708S in der Optimierung der Full-HD-Quellen in Ultra HD. Welches Ergebnis bringt der Test?

Philips 65PFL9708S

© Hersteller

Philips 65PFL9708S

Pro

  • detailreiche Skalierung
  • Mehrzweck-Fernbedienung
  • Ambilight
  • angenehmes 3D

Contra

  • fahle Farben von der Seite

Schon zu Zeiten der Bildröhre hatte Philips die Idee, mit PixelPlus deutlich mehr Bildqualität aus TV-Standardquellen zu zaubern. Mittlerweile besitzen unsere Standardquellen Full-HD-Auflösung, doch die neuen Superpanels bieten mit Ultra HD viermal so viele Pixel. So wurde bei Philips aus PixelPlus in vielen Evolutionsstufen Ultra Pixel HD, eine Bildtechnik, die die optimierte Schärfe von Ultra Resolution mit der preisgekrönten Bewegungsglättung von Perfect Natural Motion 3D kombiniert.

Hinter diesen Begriffen, die kaum jemand erklären kann, steckt jede Menge Bildverbesserungs-Know-how. So analysiert der 65PFL9708S jede Bildquelle aufs Genaueste nach Rauschanteilen, Artefakt-Klötzchen, Farbcharakter, Kontrastumfang, realer Detailvielfalt und bewegten Objekten. Er erkennt so, was zu tun ist, um stets ein perfekt brillantes, farbenfrohes, rauscharmes und messerscharfes Bild abzuliefern, das nicht einmal ruckelt. Dies nimmt er nun und rechnet es auf Ultra-HD-Auflösung hoch, wobei Objektkanten geglättet und Linien verfeinert werden.

Smart-TV

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Ambilight bleibt Philips' Ass im Ärmel. Fein gestaffelt und schick erweitert die Wand das Bild an drei TV-Rändern.

Philips 65PFL9708S: Bildqualität

Im Grunde geht jedes getestete UHDTV-Geräte ähnlich vor, doch man sollte sich die Komplexität der Vorgänge stets vor Augen führen, wenn man sich fragt, warum klassisches Analog-TV oder DVB-T in Ultra HD nicht perfekt ausschaut. Die Bildqualität muss in diesen Extremfällen nur auf das Hundertfache "hochgeschraubt" werden - und selbst das gelingt diesem Philips mit Bravour. Wer nur hochwertige Inhalte wie Blu-ray und HDTV schaut, sollte die vielen Bildverbesserungen, die in mannigfaltigen Einstellungen konfigurierbar sind, mit Bedacht wählen. 

Fernbedienung Philips

© Hersteller

Die geniale Fernbedienung vereint die konventionellen Qualitäten mit Tastatur und Mauszeigerfunktion (Gyroskop).

Der Profi bevorzugt ein Bild, das dem Original entspricht, und erkennt, wenn etwa harte Schärfefilter eigentlich feinzeichnende Details überdecken. Jeder andere wird sofort von der Klarheit und Intensität begeistert sein, mit der dieser Philips seine Quellen auf die Ultra-HD-Zukunft aufpoliert. Selbst die perfekten Testfotos, die wir von unseren Kollegen des Magazins ColorFoto zur Verfügung gestellt bekommen haben, wollte der Philips noch verbessern. In der Tat sahen sie in ihrer Originalauflösung von 24 Megapixeln so umwerfend aus, wie man es von einem Ultra-HD-TV erwarten darf.

Jedoch wirkten vorher auf 4K-Auflösung heruntergerechnete Varianten deutlich grober und unnatürlich hart. Hier erkannte der Philips Verbesserungspotenzial und ging zu optimistisch ans Werk. Mit den passenden Einstellungen wurde jedoch wieder eine Diashow abgeliefert, die das Herz jedes Fotografen höher schlagen lässt.

Praxis: So funktioniert 4K-Upscaling

Aus nur einem Meter Abstand sind keine Pixelstrukturen mehr zu erkennen - umso mehr allerfeinste Bilddetails. Die Farbigkeit beschränkt sich jedoch auf den Standard-Farbraum von JPEG, der SD-Fernsehen entspricht. Adobe RGB ist bei vielen Kameras möglich und wäre deutlich bunter, bleibt jedoch wie die Nutzung der riesigen Farbmöglichkeiten der Ultra-HDTV-Norm künftigen Panel-Generationen vorbehalten.

Messlabor Philips 65PFL9708S

© Archiv/Hersteller

Ohne dass viele Manipulationen am Bild nötig wären, legt der Philips einen korrekten Farb raum, eine exzellente Farbbalance (Temperatur) und ein vorbildliches Gammaverhalten an den Tag. Zu kritisieren ist der Blickwinkel.

Philips 65PFL9708S: Medienwiedergabe

Was die klassischen TV-Talente betrifft, kommt man mit dem Philips voll zum Zug. Die Digitalsignale des Vier-Wege-Tuners lassen sich nicht nur auf einer USB-Festplatte aufzeichnen, sondern auch auf andere Philips-TVs aktueller Baureihen streamen - sogar kopiergeschützt. Eine Tablet-App mit übersichtlichem Programmführer darf als Steuerhilfe auch nicht fehlen. Sogar die Spiegelung von Smart-TV-Screens mittels Miracast ist integriert. Und die umfassenden Smart-TV-Funktionen müssen hier gar nicht mehr näher erläutert werden. Man merkt nur deutlich, dass sie durch den Hex-Core-Prozessor schneller laufen als bei Mittelklasse-TVs.

Drehfuß, Philips 65PFL9708S

© Hersteller

Der schicke, schlanke Drehfuß lässt den 40-kg-Fernseher leicht wirken.

Bei allem Lob darf nicht unerwähnt bleiben, warum der Philips gegenüber den Geräten anderer Hersteller den Testsieg verpasst hat. Zum einen liegt es an der so oft beschworenen Zukunftssicherheit. Die kann zwar niemand garantieren; wo LG und Panasonic aber schon 4K-Quellen teils in echtem HEVC über USB oder das Netz abspielen können, bleibt bei Philips der Schirm noch dunkel. Immerhin haben die Holländer die Aufwertung des HDMI-Eingangs Nr. 5 (der kann 4K) auf 60 Bilder pro Sekunde als Upgrade in Aussicht gestellt.

Ultra HD - Die neue Generation des Fernsehens

Bei der Wiedergabe von 4K-Filmen zeigte sich die gleiche exzellente Farbigkeit und der tolle Kontrast wie bei jeder Quelle. Jedoch beschränkt sich das auf den Blick direkt von vorn. Schon bei geringer Abweichung zur Seite verwaschen Farben und der Kontrasteindruck leidet.

3D-Polfilterbrille

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Diese 3D-Polfilterbrillen im Nerd-Look sehen wie die Originale von RealD aus. Sie zeigten bei den Messungen gute Werte.

Philips 65PFL9708S: 3D-Wiedergabe

Deutlich mehr Vorteile gegenüber Mitbewerbern bietet das Schauen von 3D-Filmen. Die gibt es ja nur in Full HD, und hier ist die Kombination eines 4K-Panels mit der Polarisationstechnik äußerst angenehm. 3D-Filme sind sauber, tiefenscharf und flimmerfrei und bieten dazu noch harmonische Bewegungen.

Bewegungen sind - wie eingangs erwähnt - eine Spezialität der Bildverbesserer von Philips. Gerade bei "normalen" TV-Filmen mit 50 Hz liefert der 65PFL-9708S die beste Zwischenbildberechnung. Bei 24p-Blu-rays will er trotz der Einstellung "min" zu viel glätten und zeigt mehr Artefakte als der Konkurrent von LG.

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