SLR-Kamera

Pentax K-S2 im Test

Die Pentax K-S2 bietet Spritzwasserschutz, einen 100-Prozent-Sucher und einen Schwenkmonitor und erweist sich damit im Test nicht nur als deutlich aufgewertete große Schwester der K-S1, sondern auch als die derzeit kleinste wetterfeste Spiegelreflexkamera.

Pentax K-S2 in schwarz und orange

© Pentax

Pentax K-S2 in schwarz und orange

Mit der Pentax K-S2 kehrt der Hersteller zu gediegeneren Formen zurück. Damit steht die Kamera in einer Reihe mit den Modellen Pentax K-30 (Test) und Pentax K-50 (Test), mit denen das noch kompaktere Modell das wetterfeste Gehäuse gemeinsam hat. Auch das Kit-Objektiv 4,5-5,6/18-50 mm DC WR RE ist wetterfest.

Im Transportzustand ist es, ab Bajonettebene gerechnet, nur etwa 4 cm lang, ausgefahren zwischen 7 und 7,5 cm. Hinter dem etwas schmalen Zoomring sitzt ein breiterer Endlosdrehring zum manuellen Fokussieren. Dabei ist ein Motor im Spiel, was das Scharfstellen ein wenig erschwert. Zusammen mit dem Kit-Zoom soll die K-S2 rund 800 Euro kosten.

Sensor

Für die Bildaufzeichnung ist in der Pentax K-S2 der gleiche Sensor zuständig wie bei der Pentax K-S1 (Test): ein 20-Megapixel-CMOS im APS-C-Format ohne vorgeschalteten Tiefpassfilter. Der Sensor ist beweglich gelagert, was zum einen der Bildstabilisierung (bis zu 3,5 EV-Werten laut Hersteller) dient. Zum anderen kann der Sensor mikroskopisch kleine Schwingungen ausführen, wenn Moire-Effekte drohen; die Funktion ist zuschaltbar und heißt AA-Filter-Simulator.

Gehäuse

Das Gehäuse der Kamera besteht fühlbar aus Kunststoff, ist aber ordentlich verarbeitet. Anders als bei der K-S1 ist der Handgriff rutschhemmend beschichtet, zudem abgerundet und angenehm konturiert. Mit einem Gewicht von rund 680 g liegt die Kamera mit Kitobjektiv satt, aber nicht zu schwer in der Hand. Das eingebaute Blitzgerät klappt weit über die optische Achse aus, was die Gefahr roter Augen mindert.

Sucher

Was den SLR-Sucher anbelangt, lässt sich Pentax von jeher nicht lumpen. Es handelt sich um einen Pentaprismensucher mit 100 Prozent Bildfeldabdeckung und 0,63-facher Vergrößerung. Gitterlinien lassen sich nicht einblenden; die ab Werk eingebaute Sucherscheibe (Brite Matte III MF60) mit Markierungen für den AF-Bereich lässt sich aber wechseln. Alternativ finden sich drei Varianten im Zubehörangebot: ME-60 (Vollmattscheibe), ML-60 (Gitterlinien) und MI60 (Skaleneinteilung).

Pentax K-S2

© Pentax

Der Monitor lässt sich ausklappen und um seine Achse drehen und ist folglich auch für Selbstporträts bei voller Monitorkontrolle zu verwenden.

Monitor

Neu bei Pentax ist der verstellbare Monitor: Er lässt sich bei der Pentax K-S2 zur Seite aus dem Gehäuse schwenken und dann um seine Achse drehen. Damit kann er von unten wie von oben eingesehen werden; auch die Selfie-Position ist möglich. Bei aktiviertem Live-View dient die WiFi-Taste neben dem Programmwahlrad als Auslöser. So können Sie die Kamera in Selfie-Position entspannter halten. Neu bei Pentax ist das eingebaute WLAN-Modul zur Fernsteuerung der Kamera und zur drahtlosen Bildübertragung auf das Smartphone.

Belichtung

Das Phasen-AF-Modul (Safox X) der K-S2 stellt elf Sensoren bereit, darunter neun Kreuzsensoren. Keine Glanzleistung vollbringt der Autofokus bei der Einstellgeschwindigkeit: 0,54/0,63 s bei 300/30 Lux. Beim Live-View-AF kam die Kamera im Labortest sogar erst nach 0,93/1,14 s auf den Punkt. Die Serienbildgeschwindigkeit ist mit gut 5 Bildern pro Sekunde bei JPEG und RAW recht ordentlich.

Autofokus

Die Kamera bietet drei AF-Modi (AF-S/ C/A) und für die AF-Feld-Konfiguration die Wahl zwischen Messfeldautomatik (11 oder 5 Punkte), zentralem AF-Punkt und manueller AF-Messfeldwahl. Manuell kann man entweder Einzelfelder wählen (SEL) oder auf Messfelderweiterung (SEL EX) schalten, wobei auch benachbarte AF-Felder einbezogen werden (nur bei AF-C/A, nicht AF-S). Beim Kontrast- AF im Live-View-Modus hat man die Auswahl zwischen Messfeldautomatik, zentralem AF-Punkt, manueller Messfeldwahl, Schärfenachführung und Gesichtserkennung. Tipp: Um das Messfeld mittels Pfeiltasten bewegen zu können, muss man erst die OK-Taste länger als eine Sekunde drücken.

AF Live-View-Modus

© Pentax

Die Tiefpass- Filter-Simulation lässt sich in zwei Stufen zuschalten; die dritte Einstellung aktiviert eine entsprechende Reihenbelichtung.

Motivprogramme

Auf dem Programmwahlrad findet man eine große Auswahl an Belichtungsprogrammen: Geboten wird neben der Pflicht (P, Av, Tv, M, B) auch die Kür: ISO-Vorwahl (Sv) mit automatischer Einstellung von Zeit und Blende sowie Blenden-/Zeitvorwahl (TAv) mit automatischer ISO-Einstellung. 19 Motivprogramme stehen zur Wahl, dazu zwei Individualspeicher. Außerdem besteht hier direkter Zugriff auf einen HDR-Automatik- Modus (A-HDR). Im Menü finden sich weitere HDR-Einstellmöglichkeiten, darunter der HDR-Algorithmus (3 Varianten) und die Spreizung der drei Einzelbelichtungen ( 1, 2 oder 3 EV-Werte). Was die Kamera ebenso beherrscht, sind Mehrfachbelichtungen und Intervallaufnahmen.

Zum Kontrastausgleich bietet die Pentax K-S2 die getrennte Korrektur von Spitzlichtern und Schattenzeichnung (3 Stufen oder automatisch). Beides lässt sich in Kombination verwenden, was bei sehr kontrastreichen Motiven auch sinnvoll ist. Eine weitere Spezialität der Kamera ist die "Erhöhte Schärfeleistung": Wenn aktiviert, hebt sie den Kontrast an, was die Detailzeichnung zum Teil verbessert, aber auch auf Kosten der Tonwertabstufungen geht. Hinzu kommt eine unnatürliche Anhebung harter Kanten. Zudem rechnet die Kamera dabei ein paar Sekunden länger, bevor sie das Bild speichert.

Videos

Videos zeichnet die Pentax K-S2 maximal in Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) mit 30 B/s auf. Was dabei weniger überzeugt, ist die Autofokus-Leistung. Zum einen lässt der AF beim Filmen keinen kontinuierlichen Betrieb zu, zum anderen pumpt er ordentlich, wenn der Fotograf mittels AF-Taste nachfokussiert.

Auflösungskurven

© Hersteller

Die Auflösungskurven verlaufen bei der K-S2 zwar nicht auf sehr hohem Niveau, gemessen an einem Bildsensor mit 20 Megapixel Nennauflösung, jedoch dicht gebündelt bis ISO 800 und sonst moderat abfallend bis ISO 6400. Die DL-cross-Kurve signalisiert bei ISO 100 durch ihren Anstieg über die 1,0-Linie eine kräftige Kontrastanhebung; der noch ausgeprägtere Kurvenanstieg im DL-direct-Diagramm (über 1,2) lässt zudem auf die Existenz von Artekfakten schließen, vor allem in Regionen mit stärkeren Kontrasten (durchgezogene Linie). Die Kantenschärfung fällt deutlich aus, wenngleich zurückhaltender als beim kleineren Schwestermodell K-S1 - und das kommt der Bildqualität durchaus zugute. Nachbesssern sollte der Hersteller mit Blick auf die Farbabweichungen.

Bedienung

Im Sucherbetrieb zeigt der TFT-Monitor der Pentax K-S2 die wichtigsten Aufnahmeeinstellungen groß - Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert sogar übergroß - an; da können Brillenträger die Sehhilfe auch mal zur Seite legen. Hübsch anzusehen ist die grafische Umsetzung des 4-Wege-Schalters am Display inklusive der den Tasten zugeordneten Funktionsbereichen (ISO, Blitz, Weißabgleich, Betriebsart); bei manueller AF-Punkt-Wahl erscheint hier eine Einstellgrafik.

Über das Schnellauswahlmenü hat man Zugriff auf weitere Einstellungen. Nach Anwählen eines Funktionsfelds wird man entweder mit dem hinteren Einstellrad tätig oder nach Druck auf die OK-Taste, die ein Untermenü aufruft.

Menü

Das Hauptmenü der Pentax K-S2 ist übersichtlich in 15 Menüseiten gegliedert, die sich mit dem hinteren Einstellrad gezielt durchblättern lassen, während man mit den Richtungstasten einen von maximal sieben Einträgen pro Seite anwählen kann. Insgesamt lässt sich die umfangreiche Funktionalität der Kamera mit den gebotenen Mitteln gut und großenteils intuitiv handhaben. Tipp: Die RAW/JPEG-Umschalttaste an der linken Seite des Gehäuses lässt sich auch mit anderen Funktionen belegen.

Bildqualität

Gemessen an der 20-Megapixel-Nennauflösung ihres Bildsensors schafft die K-S2 eine eher bescheidene Grenzauflösung von 1571 LP/BH bei ISO 100, die allerdings bis ISO 1600 auch nur um knapp 100 LP/BH abfällt. Die Dead-Leaves erreichen bei ISO 100 Werte um 1000 LP/BH, gleichermaßen für Low- und High-Contrast, was sich die Kamera allerdings durch eine ausgeprägte Kontrastanhebung erkauft.

Andererseits sorgen die auch bei höheren ISO-Stufen ordentlichen Dead-Leaves-Werte dafür, dass kritische Texturen zumindest nicht völlig verschwinden. Beim Rauschen hält sich die Kamera bis ISO 1600 (VN 2,0) zurück, ab ISO 3200 (VN 2,8) und ISO 6400 (VN 4,2) ist dann ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Die Dynamik liegt zwischen rund 10 und 8 Blenden im Bereich von ISO 100 bis ISO 3200. Alles in allem kann man bis ISO 800 mit ordentlichen Ergebnissen rechnen, auch wenn die Feinzeichnung bereits nachlässt.

Fazit

Die neue Pentax K-S2 bietet im Vergleich zum kleineren Schwestermodell K-S1 dank eingebautem WLAN, Schwenkdisplay und Spritzwasserschutz einen deutlichen Mehrwert, wobei der Aufpreis von rund 100 Euro dafür angemessen erscheint. Auch bei der Gehäuse-Ergonomie kann die große Schwester punkten.

Als Kritikpunkt bleiben die eher gemächlichen AF-Zeiten. Bei der Bildqualität kann die Kamera kleine Vorteile gegenüber der K-S1 verbuchen. Allerdings wünscht man sich gelegentlich mehr Auflösung bei ISO 100, während die Nachschärfung vor allem bei niedrigen ISO-Stufen durchaus geringer ausfallen könnte.

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