Testbericht

PC-Monitore mit HDMI

Grenzgänger: Das sind die großformatigen Monitore im aktuellen Vergleichstest. Denn mit ihren HDMI-Anschlüssen sind sie nicht nur PC-Monitore, sondern auch Displays für moderne Spielekonsolen und Blu-ray- oder HD-DVD-Player - und das in Full-HD.

PC-Monitore mit HDMI

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PC-Monitore mit HDMI-Anschluss

Die letzte Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat es wieder gezeigt: Die Grenzen zwischen Unterhaltungselektronik und Computertechnik sind fließend geworden: PCs wandern als Media Center ins Wohnzimmer, Spielekonsolen kommunizieren mit Rechnern oder sind selbst zu verkappten Computern geworden und HD-Video ist auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei aktuellen großformatigen Monitoren: Neben der analogen D-Sub-Buchse und dem digitalen DVI-Anschluss sitzt auf immer mehr Geräten nun auch eine HDMIBuchse.

Die Abkürzung HDMI steht für High-Definition Multimedia Interface. Sie bezeichnet eine digitale Schnittstelle, die von einem Herstellerkonsortium aus Unterhaltungselektronik entwickelt wurde und auch von der Filmindustrie unterstützt wird. Denn ein Teil der HDMI-Spezifikation ist die Unterstützung der HDCP-Verschlüsselung, die für die Übertragung von HD-Videos auf HD-DVD und Blu-ray verwendet wird.

HDCP wird zwar auch von den DVI-Schnittstellen aktueller Geräte unterstützt, HDMI kann aber im Gegensatz zu DVI neben Video- auch noch Audiosignale übertragen und erlaubt in der Version 1.3 auch noch höhere Bandbreiten als DVI, erweiterte Farbräume und eine bessere Synchronisierung von Video- und Audiogeräten. Allerdings unterstützen die neun Monitore im Vergleichstest maximal HDMI 1.2.

Grenzgänger

Im Test sind neun Monitore mit HDMI-Schnittstelle: acht 24-Zöller und ein 26-Zoll-Display, alle mit einer physikalischen Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten. Damit können diese Monitore auch Full-HD-Videos mit 1080p darstellen. Das können die meisten günstigeren und kleineren LCD-Fernseher mit HD-Ready-Logo nicht.

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Eizo FlexScan HD2441W
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Wenn kein integrierter TV-Tuner gefragt ist, dann sind großformatige Monitore mit HDMI eine sinnvolle Alternative zu kleinen LCD-Fernsehern, etwa als Ausgabegerät für Media-Center-PCs, HD-Settop-Boxen oder Spielekonsolen wie die PS3 oder die XBox 360 mit HDMI-Schnittstelle.

Eine solche XBox mit zusätzlichem HD-DVD-Laufwerk haben wir als Bild- und Audioquelle für die Kompatibilitätstests der HDMI-Eingänge der Monitore verwendet. Zusätzlich schlossen wir die Monitore noch an zwei PCs mit HDMI-Schnittstellen an: einem Acer mit im AMD-690G-Chipsatz integrierter ATI-Grafik und einem Testrechner mit einer nVidia-8600GT-Karte.

Verständigungsprobleme

Während alle neun Monitore im Test die HD-Spielegrafik der XBox 360 und Videos von HD-DVD anstandslos und in guter Qualität wiedergaben, bereitete die Ausgabe der Videosignale einigen der Displays im Test erhebliche Probleme. Denn die getesteten Monitore arbeiten mit einer physikalischen Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten, also einem Seitenverhältnis von 16:10. Dagegen arbeiten HD-TV-Geräte mit einer Auflösung von 1900 x 1080 Pixeln (16:9).

Belinea o.display 4_26

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Belinea o.display 4_26" wide

Die Monitore mit separaten DVI- und HDMI-Eingängen melden sich bei den PC-Grafikkarten als HD-TV-Geräte und erwarten ein entsprechendes Signal, sind aber dann teilweise von dem, was die Grafikkarten liefern, überfordert. Das Resultat ist eine unscharfe Darstellung oder falsch skaliertes Monitorbild. Die beiden Monitore von Iiyama und Belinea, bei denen der HDMI-Port als einzige digitale Schnittstelle fungiert, werden dagegen von den Grafkkarten als PC-Monitore erkannt und erhalten ein DVI-Signal mit 1920 x 1200 Bildpunkten.

Am besten stellt der Eizo das 1080p-Signal dar: scharf, mit dem korrekten Seitenverhältnis und schmalen schwarzen Balken ober und unterhalb des Bildes. Das Display von Acer skaliert das Bild bei Standardeinstellungen auf Vollbild hoch, bleibt dabei aber scharf. Beim Fujitsu Siemens soll in Kürze eine neue Firmware die bestehenden Schärfeprobleme beheben. Ein eigenhändiges Firmware-Update älterer Geräte ist nicht möglich, dafür muss der Monitor in ein FSC Reparaturcenter geschickt werden.

Fazit

Am PC besser DVI nutzen Einigen der Probleme kann man über die HDTV-Optionen in den Einstellungsdialogen der Grafikkarten zu Leibe rücken, etwa über eine manuelle Skalierung oder die Wahl einer niedrigeren Auflösung. Besser ist es aber, Monitore am PC über DVI anzuschließen und die Audiosignale bei Monitoren mit integrierten Lautsprechern lieber über ein zusätzliches Audiokabel zu transportieren.

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