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Ultra-HD-Rekorder

Panasonic UBS80 im Test: High Dynamic Rekorder

Panasonic hält erfreulicherweise an seinen Festplattenrekorder fest. Mit den ersten 4K- und HDR-tauglichen Modellen präsentierten die Japaner nun eine Weltneuheit - und zeitgleich starke UHD-Blu-ray-Player. Wir haben den Panasonic UBS80 im Test.

Panasonic UBS80

© Panasonic

Zu Gast in unserem Testlabor: Der Panasonic UBS80.

EUR 769,00

Pro

  • Üppige Ausstattung
  • UHD- und HLG-Aufnahmemultipler Netzwerker

Contra

  • Behäbige Disc-Ladezeiten
  • kein Scart-Anschluss mehr

Fazit

video Magazin Testurteil: sehr gut; Preis/Leistung: sehr gut
83,0%

Nirgendwo in Europa wird heutzutage mehr aufgezeichnet und Programm archiviert, als in Deutschland. Kein Wunder also, dass Panasonic an der Gerätekategorie des Blu-ray-Rekorders festhält. Verwunderlich ist eher, dass die Japaner damit mittlerweile allein auf weiter Flur sind. Wobei der Begriff ohnehin fehlleitet: In dieser High-Tech-Settopbox steckt weitaus mehr als die Aufzeichnungsmöglichkeit im Sinne eines klassischen Videorekorders.​

Er ist ein hochwertiger Ultra-HD- Blu-ray-Player, der neben Blu-rays auch DVDs und CDs verarbeitet, Netzwerk-Spieler für DLNA-Clients wie NAS-Server, Aggregator für die großen Video-on-Demand-Dienste Netflix, Amazon und Maxdome und Archivar für private Videos, Fotos und Musik auf Festplatte. Er kopiert Aufnahmen auf DVD-R- oder BD-R-Scheiben und fungiert natürlich als (in unserer Testausführung) Sat-Receiver (oder als C-Variante als Kabel- und DVB-T2-HD-Empfänger). Und mit seinem „TV Anywhere“-Konzept klappt sogar der Fernzugriff per Smartphone-App „Panasonic Media Center“. Damit lassen​ sich Aufzeichnungen programmieren oder ansehen, egal wo auf der Welt man sich gerade befindet. Die Daten werden je nach Bandbreite entsprechend heruntergerechnet, sodass immer ein guter Empfang der Aufnahme garantiert ist. Im Haus verbreitet das Gerät das DVB-Signal über Panasonic-typische TV-to-IP-Funktion.​

Innovativ an der neuen Rekorder-Generation ist indes nicht nur die Ul-tra-HD-Abspielmöglichkeit. Diese eierlegende Wollmilchsau der Home-serverwelt ist in der Lage, UHD-Programme mit HLG, dem HDR-Standard für TV-Übertragungen, aufzuzeichnen. Eine Funktion, auf die wir uns beim Test besonders gefreut haben.​

Bestens ausgestattet 

Wir testen das Modell UBS80. Es ist, wie sein Kabel-Pendant C80 mit einer ein Terabyte großen Festplatte und Twin-Tuner ausgestattet, sprich: Der Rekorder kann zwei Programme zeitgleich aufzeichnen und ein drittes abspielen – und das mit Platz für etwa 75 Stunden 4K-, oder 150 Stunden Full-HD-Programm. Die genaue Kapazität hängt von der jeweiligen Bitrate der Sender ab. Die großen Brüder C90 und S90 bieten jeweils mit 2TB Speicherplatz und Triple Tuner die doppelte Kapazität und mehr Parallelaufnahmen. Allen vieren gemeinsam ist die Zertifizierung mit dem „Ultra-HD Premium“-Siegel, das den Umgang mit allen nötigen 4K- und HDR-Spezifikationen verspricht. Um diese zu erfüllen, setzt Panasonic seinen HCX-Prozessor (Home Cinema Experience) ein, der in weiteren Playern und Fernsehern der Marke verbaut ist. Kurz: In den Rekordern steckt die hochkarätige Technik, die wir schon aus dem bisherigen Referenz-UHD-Player, dem UB900 kennen​.

Panasonic UBS80 Anschlüsse

© Panasonic

Der doppelte Sat-Anschluss versteht sich von selbst. Erstmals verzichtet Panasonic jedoch auf einen Scart-Anschluss, der bei früheren Rekorder-Modellen z. B. bei der VHS-Archivierung half.

Überhaupt kann sich die Ausstattung sehen lassen: Zwei CI-Slots für Pay-TV-Angebote, Ethernet-Klemme und integriertes WLAN, einen SD-Karten-Slot und zwei USB-Eingänge, einen für die Möglichkeit, eine externe Festplatte azuschließen und eine superschnelle USB-3.0-Version an der Frontseite. Dieser verbirgt sich hinter der edlen Glasdesign-Klappe, wie auch Disc-Einschub, CI- und SD-Slot. Wenn man äußerlich überhaupt ein Haar in der Suppe finden möchte, wäre es einzig und allein der nun fehlende Scart-Anschluss, der bei früheren​ Modellreihen ermöglichte, etwa Inhalte von VHS-Kassetten auf Discs zu kopieren und zu archivieren.​

Davon abgesehen ist die Aufnahme natürlich die große Spezialität des S80. Die gewohnt hervorragende Timerfunktion macht es leicht, eine Sammlung anzulegen. Ob direkt per Record-Taste auf der erfreulich gut entstaubten Fernbedienung (acht Tasten wurden eingespart), durch Zeit- und Terminangaben oder über den Elektronischen Programm-Guide (EPG). Serienaufnahmen (täglich, wöchentlich) können ebenso programmiert werden, wie das sogenannte „Keyword Recording“, das man in ähnlicher Form auch von Internetrekordern wie Save.tv kennt. Sprich: Man lässt das Gerät alle Sendungen aufzeichnen, die einen bestimmten Suchbegriff im Namen oder Information im TV-Guide enthalten, zum Beispiel „Italien“, „Til Schweiger“ oder „Tatort“.​

Kopieren auf Disc 

Aufgezeichnete Programme lassen sich auch auf eine externe Festplatte schieben. Bis zu acht externe Speicher kann man am Gerät registrieren. Der Haken: Sie müssen zur Nutzung jeweils am S80 neu formatiert werden und sind damit nur am Panasonic-Rekorder nutzbar.​

Flexibler ist daher das Kopieren auf Leermedien. Inhalte aus der Videoliste oder vom externen Speicher können auf einfach oder wiederbeschreibbare DVDs und Blu-rays kopiert werden. Einstellbar ist, ob die Original-Bildqualität der Aufzeichnung beibehalten oder ob sie reduziert werden soll, um Speicherplatz zu sparen. In einem Fall kommt man um die Reduktion allerdings gar nicht herum: Beim Überspielen von Ultra-HD-Inhalten (mit oder ohne HDR). Wie bereits erwähnt lassen sich UHD-Programme mit und ohne Hybrid Log Gamma (HLG) mit dem S80 problemlos aufzeichnen. Beim Kopieren etwa auf eine BD-RE wird der Nutzer jedoch gezwungen, das Signal auf auf HD-Qualität in SDR (Standard Dynamic Range) zu reduzieren.​

Noch gibt es für diesen Fall ohnehin nicht viele Kanäle, aber die Zahl wird wachsen. Wir haben im Test sowohl den Astra/HD+-Kanal UHD1 programmiert also auch Fashion 4K und zwei HLG-Testkanäle. Reguläre Sender, die bereits die HDR-Broadcasting-Variante nutzen, gibt es derzeit noch nicht. Die Qualität, in der der Panasonic-Rekorder die Testsequenzen in UHD und HLG von seiner Festplatte wiedergibt, macht allerdings Lust auf​ mehr. Das Abspielen erfolgt quasi verlustfrei, gestochen scharf und mit einem tiefenscharfen Kontrastreichtum der Topklasse.​

Videoaufnahme HLG-HDR

© Screenshot WEKA / video Magazin

Über Astra 19.2° Ost sind zwei 4K-HLG-Testkanäle zu empfangen. Der UBS80 zeichnet sie nahezu verlustfrei auf und liefert HDR-Kontraste und -Farben in Bestform.

3D-Blu-ray-Player 

Diese Einordnung lässt sich erfreulicherweise auch beim Test des UBS80 als Ultra-HD Blu-ray-Player vornehmen. Die im Panasonic-Paket beigelegte Dokumentation „Planet Erde II“ (siehe unten) und der Film „X-Men: Apocalypse“) stellen dies eindrucksvoll unter Beweis. Bei der Leuchtkraft der Farben, der Detailgenauigkeit und in den kontraststarken dunklen und besonders hellen Szenen beider Produktionen überzeugt das Multigenie vollends. Der S80 spielt damit in einer Liga mit Panasonics erstem UHD-Player UB900. Mithilfe des HCX-Prozessors gelingt auch ein beachtens​ wertes 4K-Upscaling, als wir die herkömmliche Blu-ray-Variante der „X-Men“ einlegen.​

Erfreulicher Fakt in diesem Zusammenhang: Die neue 4K-Rekorder-Flotte aus Japan spielt weiterhin auch 3D-Blu-rays ab – eine Kategorie, die vom Aussterben bedroht ist, weil die meisten TV-Hersteller in neuen Line-ups auf die 3D-Abspielfähigkeit verzichten. Und Panasonic stockt mit den vier Modellen seine Range an UHD-Blu-ray-Playern auf insgesamt sieben auf. Vom High-End-Alleskönner, dem UBS/C90 bis zum Einstiegsplayer UB404 (Test ab Seite 46) ist damit nahezu für jeden Geldbeutel etwas dabei. Doch damit nicht genug: Auch die immer beliebteren Streaming-Dienste verarbeitet unser Testgerät S80 souverän. Zwar lassen sich die Internet-basierten Angebote nicht aufzeichnen, aber immerhin jederzeit abspielen. Auch wenn parallel TV-Sender aufgenommen werden. Je nach Plattform sind bei VoD allerdings unterschiedliche Appversionen unterwegs.​

Streaming in UHD & HDR 

So hat Netflix auf der Fernbedienung des 4K-Rekorders zwar eine eigene Taste erhalten. In der App lassen sich Serien und Filme des US-amerikanischen Anbieters aber nur in HD abspielen, während sie bei Netflix auf dem Panasonic-Player UB404 auch in UHD- und HDR zu sehen sind. Ein Umstand, den der Hersteller vermutlich in einem folgenden Firmware-Update ändern wird. Amazon Video wiederum ist schon jetzt auch auf dem S80 UHD- und HDR-fähig. Für die mindere Qualität, die an dieser Stelle zum Teil leider übertragen wird, ist übrigens nicht Panasonic, sondern Amazon selbst verantwortlich.​

Der UBS80 ist aber auch über Video on Demand hinaus ein exzellenter Netzwerker. So kann er als DLNA- Client und auch als Server fungieren. Sprich: Er kann Inhalte etwa eines NAS-Servers im Heimnetzwerk wiedergeben, aber auch seine aufgezeichneten Programme an andere Clients senden. Die Einrichtung ist simpel und außerdem in der erfreulich ausführlichen und verständlichen Bedienungsanleitung gut erklärt.​

Panasonic US80 UHD-Info

© Screenshot WEKA / video Magazin

Über die Taste „Video- Menü“ gelangt man in die gewohnt gut sortierte Aufnahmeübersicht. Links neben den Sendernamen ist ersichtlich, ob es sich um eine Ultra- HD-Aufnahme oder um eine UHD-HDR-Aufnahme (HLG) handelt.

Auch die Kommunikation über WiFi Direct, also per WLAN ohne dazwischengeschalteten Router ist möglich, ebenso hat der S80 eine Miracast-Funktion zur Übertragung des Smartphone-Bildschirms intus. Und die eingangs schon lobend erwähnten DVB -via-IP-Server-Funktion ist einmal mehr das „Tüpfelchen auf dem i“ in der Panasonic-Welt. Sie erlaubt es, TVSendungen direkt übers Netzwerk an einen kompatiblen Empfänger zu übertragen. Das ist besonders dann hilfreich, wenn nicht in allen Wohnräumen Antennenanschlüsse, aber mehrere Fernsehgeräte vorhanden sind. Wir haben DVB>IP angesichts der Funktionsvielfalt des Geräts aktuell nicht neu getestet, können die Option aber dennoch uneingeschränkt empfehlen.

Hires und 3D-Audio 

Nicht zuletzt lässt sich Panasonic auch in Sachen Klangqualität nicht lumpen. Zwar machen die Japaner durchaus Unterschiede zwischen den höherklassigen 90er- und dem vorliegenden 80er-Modell: Erstere verfügen über zwei separate HDMI-Ausgänge für Video und Audio, was der Soundqualität entgegen kommt. Auch die Panasonictypische Verarbeitung per „High Clarity Sound Premium“ und „Digital Tube Sound“ bleibt der Oberklasse vorbehalten. Ansonsten gibt’s aber kaum Kompromisse. Hires-Audioformate wie FLAC, ALAC, DSD und WAV werden anstandslos wiedergegeben.​

Und noch viel wichtiger: Auch die üblichen Surroundformate bei Filmen, sowie die immersiven Systeme Dolby Atmos und DTS:X verarbeitet der S80 fehlerfrei – vorausgesetzt natürlich, ein entsprechender AV-Receiver und die dafür nötigen Lautsprecher sind angeschlossen.​

Fazit 

Dieses All-In-One-Gerät ist die ideale Lösung für alle, die Rekorder, Player, Streaming-Box und TV-Receiver in einer Box vereint haben wollen. Der UBS80 überzeugt im Test derart, dass es kaum vorstellbar ist, sich mit dem S90/C90 noch eine Stufe zu verbessern. Bildqualität, Handhabung und Flexibilität sind aller Ehren wert. Auch wenn sich die Gelegenheiten zur Aufnahme in Ultra-HD noch in Grenzen halten: Mit diesem Alleskönner ist man für die nächsten Jahre bestens gerüstet.​

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