Ultra-HD-TV

Panasonic TX-L65WT600E im Test

Was die Japaner von Panasonic anfassen, tun sie mit professioneller Inbrunst. Beim Thema Ultra HD sind sie nun mit dem TX-L65WT600E die ersten mit THX-Zertifizierung und weiteren Überraschungen.

Panasonic TX-L65WT600E

© Panasonic

Panasonic TX-L65WT600E

Pro

  • Spitzenbild
  • 4K@60Hz
  • DisplayPort
  • Doppel-Tuner
  • 4K-Fime über USB

Contra

  • Klang ist recht unspektakulär

Er soll "die neue 4K-Bildreferenz" sein, steht schon auf dem Werbeblatt des Panasonic TX-L65WT600E geschrieben. Dass Marketing-Strategen schnell mit solchen Aussagen sind, ist bekannt, doch bei Panasonic, wo man schon Konsumenten-TVs erfolgreich der Zertifizierung zum Studiomonitor unterzog, darf man gespannt sein.

Im Vorfeld wurde nämlich wenig getrommelt, sondern bis zur IFA in Berlin noch Geheimhaltung befohlen. Und wenig später kam ein fertiges Produkt auf den Markt, das hier den Testsieg im Handstreich einfährt - nicht mit einem glorreichen Vorsprung, aber mit ein paar Überraschungspunkten.

Die für Kunden wohl wichtigste Neuerung ist die Preissenkung von 7.000 auf 6.000 Euro, die uns kurz vor Fertigstellung dieses Tests erreichte. So konnten wir die Preis-Leistungs-Note noch von "befriedigend" auf "gut" korrigieren.

Panasonic TX-L65WT600E

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Zwei Vierfach-Tuner und zwei CI-Plus- Schächte stellen die beste Empfangsausstattung aller asiatischen TV-Geräte dar.

Panasonic TX-L65WT600E: Anschlüsse

Keine Überraschung war, dass der dedizierte Ultra-HD-HDMI-Eingang 4K-Filme mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde entgegennehmen soll. Das wurde auf der IFA so gut wie zeitgleich mit der Norm HDMI 2.0 verkündet, die das erst ermöglicht.

Ultra HD - Die neue Generation des Fernsehens

Genial von Panasonic ist der Einbau eines DisplayPorts. Diese Computer-Schnittstelle stellt zurzeit die einzige etablierte Möglichkeit dar, Ultra-HD-Filme mit 50 oder 60 Hertz zu übertragen. HDMI-Quellgeräte mit dieser Option werden erst erwartet, während jeder PC mit einer Top-Grafikkarte schon 4K@60Hz über DisplayPort 1.2a ausgeben kann - so auch unser Labor-Zuspieler. Der Panasonic ist also nicht nur recht zukunftssicher, sondern kann schon jetzt mehr als alle anderen Ultra HDTVs.

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Das Beste beider Welten: die riesige, gut sortierte klassische Fernbedienung und das moderne Touchpad mit Mikrofon
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Panasonic TX-L65WT600E: 4K-Inhalte

Überrascht waren die Tester beim Überprüfen der Abspielfunktionen von USB-Port und SDXC-Kartenschlitz. Fotos in umwerfender Schärfe darzustellen ist dabei ein Muss für jeden 4K-TV. Doch davon, dass MP4-Filme in Ultra-HD-Auflösung abgespielt werden, erfährt man in Datenblatt und Bedienungsanleitung nichts. Es klappte einwandfrei mit unseren Testfilmen, die jedoch noch nicht alle Eventualitäten der Ultra-HD-Technik ausloten. Jedenfalls gibt das einen dicken Pluspunkt in unserer neuen Bewertung. Das konnte nur LG durch die Implementation von HEVC toppen.

Webbrowser und Streaming gibt Panasonic als Ultra-HD tauglich an. Doch mangels (verschlüsselter) 4K-Online-Videotheken, die erst in den Gedanken der Early Adopters existieren, können wir diese Funktion noch nicht überprüfen.

Download: 4K-Testbilder

Vor allem durch die perfekte Integration eines doppelten Vierfach-Tuners haben Panasonics Topmodelle in diesem Jahr gegen über dem Marktführer Samsung deutlich Boden gut gemacht. Mit den besten Aufnahmefunktionen, die Sendungen auch ins DLNA-Intranet stellen oder auf ein Tablet schicken, kommt man bei den Anspruchsvollen gut an. Eine Smartphone/ Tablet-App, die sogar beim Kalibrieren hilft, schadet da auch nicht. Diese Einstellungen beinhalten professionelle isf(ccc)- Modi, was in Kombination mit dem THX-Siegel wohl alle bekannten Institutionen der Bildqualität ins Boot bringt.

Panasonic TX-L65WT600E Screen

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Dank Doppel-Tuner kann ein zweites Programm als Bild im Bild laufen oder wie hier den EPG mit Infos versorgen.

Panasonic TX-L65WT600E: Bildqualität

Tatsächlich liefert der TXL65WT600E das natürlichste und detailreichste Bild dieses Tests. Entscheidend ist hier das Hochskalieren von Full HD als momentan wohl meistgenutzte Option. Hier wird die Farbauflösung der Quelle im Gegensatz zum LG und zum Samsung voll ausgereizt. Dann kommen weitere Bildoptimierer so zart und filigran zur Sache, dass sie etwa runde Schriften schön nachzeichnen, ohne sie aufgesetzt wirken zu lassen.

Praxis: Filmen in Ultra HD

Es liegt wohl auch an den zurückhaltenden, HDTV-normgerechten Farben, die keine Feinheiten überstrahlen wollen, dass das resultierende Bild so scharf und homogen wirkt. Einschränkungen gibt es nur aus seitlichem Blickwinkel oder wenn sich im Film allzu viel unkoordiniert bewegt. Dann kommt die Bewegungsglättung aus dem Tritt.

Sehr gut gelöst ist hingegen die Kontrolle des Backlights zur Bildoptimierung, bei Panasonic "Local Dimming Pro" genannt. Es verschafft dem TX-L65WT600E sehr gute Schwarzwerte durch insgesamt recht starkes Abdunkeln. Durch die geringe, aber kinogerechte Lichtleistung fällt der Riesen-TV unter die Energieeffizienzklasse "A". Bei Ultra-HD-Zuspielungen verschwimmen die Vorteile der guten Bildaufbereitung.

Der Schärfeeindruck ist bei allen Testteilnehmern besser, als man ihn bei normalem Sitzabstand überhaupt differenzieren könnte. Hier zählen allein Farben, Kontrast, Blickwinkel und Bewegungswiedergabe - in diesen Punkten können LG und Sony gegenüber dem Panasonic TX-L65WT600E leichte Vorteile herausarbeiten.

Panasonic TX-L65WT600E Messlabor

© Hersteller, Josef Bleier, Stefan Rudnick

Messlabor: Nachdem unser Muster in den Filmmodus gestellt wurde, war schon alles optimal für HDTV kalibriert - bis auf das leicht zu satte Blau. Das empfanden wir im Einsatz nicht als negativ.

Fazit

Der Panasonic liefert das natürlichste und schärfste, aber nicht in allen Belangen beste Bild. Der Klang ist gar durch den Verzicht auf die dicke Gehäusebasis anderer Modelle eher dünn, dezent und unpräzise.

Dennoch ist der Panasonic Gesamtsieger aufgrund der umfassenden Ausstattung mit Doppel-Tuner, vor allem aber weil Samsung sich bei der entscheidenden Bildqualität Patzer erlaubt.

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