Systemkamera

Panasonic Lumix GM5 im Test

Die Panasonic Lumix GM5 erweist sich im Test als kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Und im Magnesiumgehäuse der neuen Micro-Four-Thirds-Kamera von Panasonic mit 16-Megapixel-Sensor ist sogar ein elektronischer Sucher verbaut. Was bekommt man für den Preis von gut 800 Euro sonst noch geboten?

Panasonic Lumix DMC-GM5

© Panasonic

Das hochwertige Magnesiumgehäuse ist im Design modern und schnörkellos, die Belederung hochwertig, aber nicht allzu griffig. Funktionstasten, doppelt belegte Tasten des Richtungsschalters und ein Schnelleinstellmenü (QMenü), das vom Anwender konfiguriert werden kann, sorgen für schnelle Zugriffe auf die wichtigsten Funktionen.

Die Panasonic Lumix DMC-GM5 ist rund 10 cm breit, 6 cm hoch und inklusive Sucherokular nur 3,6 cm tief. Kein Zweifel: Hier wurde die Miniaturisierung einer MFT-Systemkamera auf die Spitze getrieben, zumal sogar ein elektronischer Sucher eingebaut ist.

Stellt man etwa eine Fujifilm X30 (Test) mit 2/3-Zoll-Sensor neben die Lumix GM5, wirkt diese im Vergleich zur Panasonic überraschend mächtig. Preislich ist die Panasonic dagegen ein ganzes Stück über den Edelkompakten angesiedelt - derzeit kann man von einem Preis von etwa 850 Euro mit Kit-Objektiv 3,5-5,6/12-32 mm (24 bis 64 mm KB-äquiv.) ausgehen.

Gehäuse & Sucher

Was das Gehäusedesign der Lumix GM5 anbelangt, zeigt die Panasonic eine gewisse Verwandtschaft zur Sony RX100 III (Test): ein wertiges Magnesiumgehäuse mit sanft gerundeten Kanten, eher modern als retro. Die Belederung wirkt edel und fühlt sich gut an, ist aber etwas glatt. Zumindest an der Rückseite, im Griffbereich des Daumens, wäre eine etwas rauere Gummierung wünschenswert.

Der eingebaute elektronische Sucher der Panasonic Lumix GM5 bietet eine eher magere Auflösung von 388.666 RGB-Bildpunkten und ein enttäuschend kleines Sucherbild mit einer effektiven Vergrößerung von 0,46fach. Zum Vergleich: Sony RX100III (0,6x) und Fujifilm X30 (0,65x). Ein Dioptrienausgleich ist vorhanden, der dazugehörige Schieber seitlich am Sucherokular jedoch etwas hakelig im Vergleich zum sonst üblichen Einstellrad.

Panasonic Lumix DMC-GM5 Obenansicht

© Panasonic

Rechts neben dem Sucher befindet sich der (hier abgedeckte) Blitzschuh; für einen Ausklappblitz war kein Platz mehr. Ergänzend zum Programmwahlrad (rechtsaußen) findet sich ein rastender Drehschalter zum Wählen zwischen AF-S (Einbild- AF), AF-C (kontinuierlicher AF) und MF (manuelle Fokussierung).

Für ein eingebautes Blitzgerät war im Minigehäuse der Lumix GM5 kein Platz mehr. Zum Ausgleich hat Panasonic der Kamera einen Blitzschuh spendiert und liefert ein Kompaktblitzgerät (LZ 7) gleich mit; dieses wird dann von der Kamera mit Strom versorgt. Angesichts eines elektronischen Suchers erscheint der Lithium-Ionen-Akku mit 680 mAh eher unterdimensioniert. Er soll für maximal 220 Aufnahmen gemäß CIPA-Standard gut sein, wobei man dann aber wohl nicht allzu oft blitzen sollte. Der Monitor an der Rückseite ist zwar nicht verstellbar (verständlich angesichts der geringen Gehäusegröße), bietet aber eine ordentliche Auflösung von 307 000 RGB-Bildpunkten.

Autofokus & Belichtung

Der Kontrast-AF der Panasonic Lumix GM5 arbeitet mit 23 Messpunkten. Sie haben die Wahl zwischen automatischer Messfeldwahl, Einzelfeld, Verfolgungs-AF sowie Gesichtserkennung. Außerdem bietet die Kamera dank Touchscreen auch Touch-AF bzw. Touch-Auslösung. Beim manuellen Scharfstellen helfen eine Bildschirmlupe in verschiedenen Vergrößerungsstufen und eine Peaking-Funktion, die scharfe Kanten farblich hervorhebt.

Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit ist mit 0,29/0,43 s bei 300/30 Lux auf SLR-Niveau, das Serienbildtempo mit 5,6 B/s (100 in Serie) akzeptabel. Einstellbar über das Moduswahlrad an der Oberseite, bietet die GM5 Voll- bzw. Motivautomatik, dazu Standardbelichtungsprogramme (P, A, S, M), manuelle Einstellung, Motivprogramme (Scenes), Panoramamodus, Filtereffekte und einen Individualspeicher.

Panasonic Lumix DMC-GM5 Smartphone-Fernsteuerung

© Archiv

Links: Die Kamera kann vom Smartphone aus ferngesteuert und umfassend eingestellt werden; auch Touch- AF und Touch-Auslösung im Live-Bild sind möglich. Dazu muss die Panasonic Image App am Smartphone installiert sein. Rechts: Die Wirkung von Effektfiltern - hier Weichzeichnung - lässt sich auf dem Smartphone-Monitor bereits vor der Aufnahme testen.

Belichtungsreihen (Bracketing) erlaubt die Systemkamera mit Blick auf Helligkeit und Weißabgleich. Der elektronisch gesteuerte Schlitzverschluss ermöglicht Belichtungszeiten von 60 bis 1/500 s, der elektronische Verschluss auch schnelle Zeiten bis 1/16 000 s. Zur Belichtungsmessung stehen Matrixmessung, mittenbetonte und Spotmessung bereit.

Besonderheit: Unter dem Menüpunkt "Helligkeitsverteilung" stellt die Lumix GM5 verschiedene Kontrast-Presets bereit und erlaubt manuelle Anpassungen anhand einer Gradationskurve. Ergänzend finden sich unter "i.Dynamik" eine in drei Stufen und als Automatik verfügbare Dynamikbereichseinstellung. Auch eine HDR- und Mehrfachbelichtungsfunktion ist an Bord. Gefilmt wird maximal in Full-HD mit 50 Vollbildern pro Sekunde.

Funktionalität & Bedienung

Das Programmwahlrad an der Oberseite der Lumix GM5 vermittelt analoges Bediengefühl ebenso wie der Drehschalter links daneben. Damit kann man zwischen Einzelbild-AF, kontinuierlichem Autofokus und manueller Fokussierung wählen; das Drehrad ist so platziert, dass man es kaum unabsichtlich verstellen kann. Auch das für verschiedene Funktionen - darunter Blenden- bzw. Verschlusszeiteneinstellungen - zuständige Drehrad im Griffbereich des Daumens ist nicht zu leichgängig, auch dafür ein Lob.

Die Tasten des 4-Wege-Schalters sind doppelt belegt, um Zugriffe auf häufig gebrauchte Funktionen zu ermöglichen: ISO, AF-Modus, Weißabgleich und Antriebsmodus (Einzel-/Serienbild, Bracketing, Selbstauslöser). Zwei Funktionstasten der Lumix GM5 lassen sich frei belegen. Zudem stellt die Kamera fünf weitere Softbuttons am Touch-Monitor als ebenfalls frei belegbare Funktionstasten bereit. Auch ein Quick-Menü fehlt nicht.

Bildergalerie

Panasonic Lumix DMC-GM5 Rückseite
Galerie
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Wir zeigen, wie sich die Lumix DMC-GM5 bedienen lässt.

Dort wählt man Funktionsbereiche mit den Richtungstasten an, um dann in einem Untermenü (leider nicht direkt mittels Einstellrad) tätig zu werden. Besonderheit: Das Quick-Menü kann individuell konfiguriert werden. In Summe bietet die Kamera genügend Direktzugriffe, nur die Belichtungskorrektur hätte man gerne schneller im Zugriff. Zwar ließ sich die Blitzlichtkorrektur auf eine Funktionstaste legen, nicht aber die allgemeine Belichtungskorrektur.

Dass das kleine Gehäuse der Lumix GM5 auch seine Nachteile hat, merkt man unter anderem beim Augensensor, der zwischen EVF und Monitorbetrieb umschaltet. Häufig kommt es vor, dass der Monitor bei Einstellarbeiten kurzzeitig einen Blackout hat, weil man mit dem Daumen oder einem Finger der linken Hand dem Sensor zu nahe kommt. Tipp: Die Kamera mit der linken Hand am Objektiv halten, wenn man mit der rechten Einstellungen vornimmt.

Bildqualität

Mit 16-Megapixel-Sensor im Four-Thirds-Format und Venus-Bildprozessor liefert die Lumix GM5 eine konstant hohe Grenzauflösung über 1.600 LP/BH bis ISO 800 und um 1.500 LP/BH bis ISO 6400. Zugleich ist die Kantenanhebung kontrastreicher Strukturen sehr kräftig und bei ISO 100 bis 800 überzogen wie die hohen Edge-Werte zeigen. Derdeutlich ausgeprägte Overshoot kann zu einer hellen Störung an harten Kanten führen.

Niedrigere Kontraste verarbeitet die GM5 wesentlich moderater. Hinzu kommt ein bei hohen ISO-Werten recht hoher Anteil an Artefakten - rund 14 bis 20 Prozent bis ISO 400 und etwa 24 bis über 30 Prozent bis ISO 6.400. Das Rauschen bleibt bis ISO 1600 (VN 1,4) im Rahmen, allerdings sinkt dann die Feinzeichnung. Die Dynamik erreicht bis ISO 6.400 durchgängig Werte um 10 Blenden, mit Ausnahme von ISO 3.200 (9 Blenden).

Panasonic Lumix DMC-GM5 Schrägansicht

© Panasonic

Ein kleines Aufsteckblitzgerät mit Leitzahl 7 bei ISO 100 befindet sich im Lieferumfang; es wird von der Kamera mit Strom versorgt.

Fazit

Das Konzept der Panasonic Lumix DMC-GM5 lässt sich mit einer einfachen Formel beschreiben: "größtmöglicher Sensor bei kleinstmöglichem Gehäuse". Und wer so etwassucht, wird sich für die Lumix GM5 auf Anhieb erwärmen können. Auch ist die Kamera nicht nur klein, sondern gut ausgestattet und sehr hochwertig.

Freilich verträgt sich die Miniaturisierung schlecht mit großen Männerhänden, und auch das winzige Sucherbild kann nicht begeistern. Bei der Bildqualität verhält sich die Kamera weitgehend Four-Thirds-konform, doch wie so oft wünscht man sich weniger starke Eingriffe in die Bildbearbeitung. In Summe aber gilt, was bereits eingangs gesagt wurde: Als unauffällige Begleiterin für unterwegs ist die GM5 schlichtweg ideal - Kauftipp Reise.