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Panasonic Lumix GF2 - im Test

Die neuen Systemkameras ohne integrierten Sucher sind da: In diesem Test treten die Nachfolger von GF2 und PL1 gegeneinander.

  1. Panasonic Lumix GF2 - im Test
  2. Datenblatt
Panasonic GF2

© Panasonic

Panasonic GF2

Die beiden Neuzugänge von Panasonic und Olympus haben keinen eingebauten Sucher, gehören mitunter deshalb zu den kleinsten und leichtesten Systemkameras mit Wechseloptik, CMOS-Sensor im MicroFour-Third-Format (17,3 x 13,0 mm) und 2-fachem Bildwinkelfaktor. Als solche richten sich die Lumix DMC-GF2 und die PEN E-PL2 vor allem an Umsteiger, die bisher mit Kompaktkameras unterwegs waren und daran gewöhnt sind, das Display für die Bildkontrolle zu nutzen.

Viele SLR-Fotografen werden hier allerdings den altbewährten Pentaprismensucher  vermissen - selbst wenn sie sowohl für die GF2 als auch für die PL2 einen elektronischen Aufstecksucher zukaufen können.

Im Vergleich zur Vorgängerin GF1 ist die neue Panasonic GF2 noch kompakter, misst statt 127 x 73 x 38 nur 123 x 68 x 35 mm und wiegt statt 350 gerade einmal 315 g. Außerdem hat Panasonic das Bedienkonzept überarbeitet, einen berührungsempfindlichen 3-Zoll-Touchscreen ergänzt, das Moduswahlrad eingespart und die Videoauflösung von 1280 x 720 (GF1) auf 1920 x 1080 Pixel gesteigert. Die Olympus E-PL2 ist dagegen mit 130 x 73 x 43 mm sogar etwas größer als die PL1, mit 365 g schwerer, und Filme erstellt sie nach wie vor mit maximal 1280x720 Bildpunkten.

Dafür hat sie ein gegenüber der PL1 vergrößertes 3-Zoll-Display und ein zusätzliches Drehrad um die Vier-Richtungswippe. Außerdem ist sie die erste PEN mit Accessory Port 2 und somit die einzige, die den Anschluss der neuen, für rund 80 Euro erhältlichen Communication Unit ermöglicht. Diese kann bis zu 2600 Fotos speichern und über Bluetooth direkt zum Handy oder Rechner übertragen.

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Die Panasonic Lumix DMC-GF2 kann gegenüber der GF1 in fast allen Punkten zulegen: Das Gehäuse ist kompakter, die Bildqualität vor allem bei…

Wie Panasonic erweitert Olympus den Empfindlichkeitsbereich von ISO 3200 (GF1, PL1) auf ISO 6400 (GF2, PL2) und verbaut nun einen Steckplatz, der neben SD/SDHC auch SDXC-Speicherkarten unterstützt. GF2 und PL2 sind unverändert mit 12-Megapixel-Sensor, einem Sensorreinigungssystem und einem integrierten, aber leistungsschwachen Blitz ausgestattet. Bei Panasonic kommt zwar ein neuer Pop-up-Mechanismus zum Einsatz, wodurch der Blitz weniger hoch, aber weiter nach vorne aus dem Gehäuse ragt; doch die Leitzahl bleibt wie gehabt (LZ6).

Zu beiden Modellen passen alle Micro-Four-Thirds-Objektive, egal ob von Panasonic, Olympus oder Fremdherstellern. Olympus hat derzeit 7, Panasonic insgesamt 11 Micro-Four-Thirds-Optiken im Programm, darunter das 3D Lumix G 12,5 mm zum Erstellen dreidimensionaler Aufnahmen (rund 280 Euro). Weder beim Sony-NEX- noch beim Samsung-NX-System steht eine annähernd große Objektivpalette zur Verfügung. Preislich liegt die GF2 bei 580 Euro, zusammen mit dem Kit-Zoom 14-≠42 mm bei 630 Euro. Die PL2 kostet etwas mehr: rund 600, mit 14-42-mm-Zoom rund 700 Euro.

Gehäuse und Live-ViewGF2 und PL2 fühlen sich gleichermaßen gut an, haben ein Aluminiumgehäuse in vier Farbvarianten, in Schwarz, Silber, Rot und Weiß. Die Olympus ist zwar größer, liegt aber nicht zuletzt wegen ihres ergonomisch geformten Handgriffs stabiler in der Hand. Sie bringt einen mechanischen Bildstabilisator in der Kamera mit, wohingegen Panasonic auf bewegliche Linsenelementen in den meisten Objektiven setzt.

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Im Vergleich zur Vorgängerin GF1 ist die neue Panasonic GF2 noch kompakter, misst statt 127 x 73 x 38 nur 123 x 68 x 35 mm und wiegt statt 350 gerade…

Bei einem Teil der Objektive und insbesondere den Fremdobjektiven muss der Fotograf deswegen auf den Bildstabilisator verzichten. Anders als die GF2 kann die PL2 eine Blitzlichtkorrektur um + 3 Blenden vorweisen, Blitzbelichtungsreihen erstellen, auf 1. und 2. Verschlussvorhang blitzen und drahtlos externe Systemblitzgeräte steuern. Auch in Sachen elektronischer Sucher ist die Olympus der Panasonic überlegen: Der für die PL2 geeignete, optionale Aufstecksucher VF-2 löst mit 480000 RGB-Pixeln höher auf als der zur GF1 und GF2 gehörende DMW-LVF1 mit 67300 RGB-Pixeln.

Beide lassen sich um 90 Grad noch oben klappen, blenden gegebenenfalls Gitterlinien und wichtige Aufnahmeparameter ein und kosten um die 200 Euro - eine lohnende Investition, beim Fotografieren auf sonnigen Skipisten fast ein Muss, selbst wenn der separate Sucher dort vermutlich im Weg umgeht. Denn bei grellem Licht lassen die 3-Zoll-Displays von GF2 und PL2 allenfalls erahnen, was später auf dem Foto zu sehen sein wird. Ansonsten überzeugen beide TFT-Monitore; die Live-View-Vorschau der PL2 wirkt eine Spur klarer, die der GF2 rauscht bei dunklen Motiven schwächer.

VideofunktionNach Sonys NEX-5 und Panasonics GH2 kommt mit der GF2 nun die dritte spiegellose Systemkamera, die Videos in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixeln, 50 Halbbildern/s, 25p Ausgabe) samt Stereoton  im recht effektiven AVCHD-Format aufnehmen kann. Ein einminütiger Film nahm bei uns im Durchschnitt 118 MB Speicherplatz in Anspruch.

Die Länge ist auf knapp 30 Minuten pro Clip beschränkt. Für eine bessere Tonaufnahme gibt es eine Pegelanzeige und eine Unterdrückung der Windgeräusche. Während des Filmens bleibt der Autofokus aktiv, leistet aber nicht immer saubere Arbeit: In schwierigen Situationen, etwa beim Schwenk vom weit entfernten zum nahen Motiv, musste die GF2 im Test meist eine Weile suchen, was in der Aufnahme als pumpender Wechsel zwischen Scharf und Unscharf sichtbar wurde.

In dieser Hinsicht verhält sich die PL2 deutlich souveräner: Ihr Autofokus zieht die Schärfe recht gleichmäßig, nicht zu ruckartig nach und funktioniert im Vergleich sehr treffsicher - wohl auch ein Verdienst des neuen Set-Objektivs M.Zuiko Digital 14-42 mm. Außerdem lassen sich bei der PL2 Blende, Belichtungszeit (M, A) und die ISO-Zahl direkt vorgeben, die GF2 bestimmt diese Parameter im Videomodus grundsätzlich selbst. Leider beherrscht die PL2 nur eine Auflösung von maximal 1280 x 720 Pixel bei 30 B/s und das weniger effektive Motion-JPEG, so dass eine Minute Film in etwa 240 MB verbraucht.

Die Videos wirken weniger scharf und matschiger als bei der Panasonic, zeichnen sich jedoch in der Grundeinstellung durch wärmere, intensivere Farben aus. Die PL2 hat zwar lediglich ein Monomikrofon, doch lässt sich über den Zubehöranschluss unterhalb des Blitzschuhs ein Stereomikrofon adaptieren.

Belichtung und AutofokusNeben der "intelligenten" Vollautomatik (iA) bieten die Kameras die gängigen Belichtungsprogramme (P, A, S), ergänzt durch Motivprogramme (17 bei Panasonic, 22 bei Olympus) und einen manuellen Modus. Die GF2-Belichtungsmessung arbeitet mit 144, die der PL2 mit 324 Zonen.

Olympus hat die minimale Verschlusszeit von 1/2000 (PL1) auf 1/4000 s (PL2) verkürzt und zieht so mit Panasonic gleich. Außerdem konnte Olympus die Geschwindigkeit des Kontrast-Autofokus deutlich steigern: Während die Vorgängerin PL1 0,96 bzw. 1,23 s bei 3000/30 Lux zum Scharfstellen und Auslösen benötigt, schafft die PL2 eben dies in 0,52 bzw. 0,66 s. Doch auch mit diesem Ergebnis schneidet sie im Klassenvergleich höchstens durchschnittlich ab.

Die Panasonic GF2 ist schneller (0,38/0,49 s), obwohl sie nicht ganz das hohe Tempo der Schwestermodelle GH2 (0,28/0,48 s) und G10 (0,31/0,32 s) erreicht. Bildserien erstellt die GF2 unbegrenzt mit 2,8 B/s - ein Fortschritt gegenüber der GF1, die 2,3 B/s aufnimmt. Bei Olympus hat sich diesbezüglich nichts getan: Die PL2 kann wie die PL1 pro Serie maximal 15 Bilder mit 3,1 B/s verarbeiten.

Bedienung und MenüsOlympus hat am Bedienkonzept gefeilt und ergänzt zu den sechs Funktionstasten, dem Moduswahlrad und dem Vier-Richtungs-Schalter der PL1 ein Drehrad, so dass der Anwender schneller im Menü navigieren und Einstelloptionen ansteuern kann. Die Tasten der PL2 haben nun eine runde statt rechteckige Form, sind kleiner als die der PL1 und anders angeordnet - Geschmackssache, was da besser gefällt.

Panosonic GF2

© colorfoto

Panosonic GF2: Bildausschnitt ISO 100

Bei der Panasonic ändert sich an der Handhabung wesentlich mehr: Anders als die GF1 hat die GF2 einen Touchscreen und verzichtet auf Bedienelemente wie das Moduswahlrad und die AF/AE-Lock-Taste. Das praktische Druck- und Drehrad an der Auflagefläche für den rechten Daumen bleibt. Ebenso die Vier-Richtungs-Wippe, über die sich nach wie vor viele Einstellungen vornehmen lassen. Schneller geht's jedoch oft mit dem berührungsempfindlichen Monitor.

Wer will, kann sich beispielsweise die im Quick-Menü enthaltenen Optionen selbst zusammenstellen, indem er das Q-Symbol in der Bildecke antippt und mit dem Finger die gewünschten Einträge von der oberen in die untere Leiste zieht. Außerdem kann er das AF-Messfeld mit nur einem Fingerdruck auf den Touchscreen positionieren, mit einem weiteren in der Größe verändern.

Auf Wunsch löst die GF2 danach sogar automatisch aus. Insgesamt bietet Panasonics duales Bedienkonzept, bei dem sich vieles wahlweise über Touchscreen oder über Tasten regeln lässt, mehr Flexibilität als klassische Lösungen. Andererseits kommt es bei der GF2 durchaus vor, dass der Anwender ungewollt und im schlechtesten Fall sogar unbemerkt Einstellungen ändert, weil er versehentlich an das Display stößt. Während das Grundmenü bei der GF2 zudem aus mehreren langen Scroll-Listen besteht, ist das Menü der PL2 überraschend übersichtlich. Außerdem hilft sie mit einem Guide, der im

Panosonic GF2

© Panosonic

Panosonic GF2: Bildausschnitt ISO 400

Vollautomatikmodus und nun auch für die Videofunktion zur Verfügung steht. Nichtsdestotrotz: Wer es bisher weder mit Panasonic- noch mit Olympus-Kameras zu tun hatte, findet bei der GF2 wohl schneller, was er sucht.

BildqualitätWie schon von den bisherigen PEN-Modellen gewohnt, liefert die PL2 bei niedrigen Empfindlichkeiten bis ISO 400 eine überdurchschnittliche Bildqualität, und verweist die Panasonic auf Platz zwei. Bei höheren Empfindlichkeiten zieht dann die Panasonic gleich.

Der unmittelbare Vergleich zur PL1 zeigt, dass Olympus die Signalverarbeitung neu abgestimmt hat: So steigt einerseits der Texturverlust an, was zu einer schwächeren Feinzeichnung führt: Während die PL1 noch mit Top-Kurtosis-Werten überzeugt (0,0 bis 1,5), gehört der Texturverlust bei der PL2 zu den Kritikpunkten (1,1 bis 1,9).

Andererseits überzeugt die E-PL2 nun mit dem besseren Rauschverhalten (0,8 bis 1,7 VN) und der ab ISO 400 höheren Dynamik (7,7 bis 9,0 Blenden). Die Auflösung liegt mit 1442 bis 1416 LP/BH bei ISO 100 und ISO 400 über dem Klassendurchschnitt, sinkt jedoch bei ISO 1600 auf 1135 LP/BH ab.

Die GF2 vermag feine Bildstrukturen besser zu erhalten (0,5 bis 1,1 Kurtosis), muss sich aber wegen des stärkeren Visual Noise (1,1 bis 2,6 VN), der geringeren Dynamik (7,2 bis 8,5 Blenden) und der schwächeren Auflösung bei ISO 100/400 (1259 bis 1369 LP/BH) der Konkurrentin geschlagen geben. Die bisherige Klassenbeste, die Sony NEX-5 kann diesen Titel verteidigen, allerdings nur bei den höheren Empfindlichkeiten. Bis ISO 400 zieht die Olympus gleich. 

Panosonic GF2

© Panosonic

Panosonic GF2: Bildausschnitt ISO 800

Fazit: Die Panasonic Lumix DMC-GF2 konnte gegenüber der DMC-GF1 in fast allen Punkten zulegen: Das Gehäuse ist kompakter, die Bildqualität vor allem bei höheren ISO-Zahlen besser, der Autofokus schneller, das Bedienkonzept dank Touchscreen flexibler, die Videoauflösung mit 1920 x 1080 Pixeln höher.

Unterm Strich schneiden Olympus und Panasonic in diesem Test ähnlich gut ab, mit Vorteilen für Olympus bei der Bildqualität. Im Videomodus fehlt ihr zwar die Full-HD-Auflösung, dafür funktioniert mit ihrem Kit-Objektiv der kontinuierliche Autofokus zuverlässiger als bei der GF2.

Der Blick auf die Punkte zeigt annähernd Gleichstand. Den Kauftipp Ausstattung holt die Olympus: Nur zu ihr ist ein hochauflösender Aufstecksucher erhältlich. Bei der Bedienung hat dann die Panasonic die Nase vorn, nahezu alles lässt sich wahlweise über Tasten oder Touchscreen einstellen.

www.panasonic.de

Panasonic Lumix DMC-GF2

HerstellerPanasonic
Preis320.00 €
Wertung39.5 Punkte
Testverfahren1.6

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