Testbericht

Panasonic DMR-BS785

Erst vor wenigen Monaten setzte Panasonic mit Deutschlands ersten Blu-ray- Rekordern neue Maßstäbe für Aufnahmegeräte. Jetzt sollen die Nachfolger zu günstigeren Preisen den breiten Markt erobern. Wird das gelingen?

  1. Panasonic DMR-BS785
  2. Neuerungen des DMR-BS785
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Auf den ersten und auf den zweiten Blick hat Panasonic mit den neuen Blu-ray-Festplatten-Rekordern sehr gute Produktpflege betrieben. Konsumentenwünsche wurden durch den Einbau neuer Features berücksichtigt, die Ausstattung mit Anschlüssen sinnvoll bereinigt. Sogar die Wiedergabequalität konnte verbessert werden.

Und das alles zu einem deutlich niedrigeren Preis: Kostete der Vorgänger des Spitzenmodells (Test in VHV 04/10, ab Seite 62) noch 1.300 Euro, muss man jetzt für den DMRBS885 nur noch 1.050 Euro anlegen.

Wer die magische 1.000-Euro-Grenze nicht durchbrechen möchte, darf auf das kleine 250-GByte-Modell DMRBS785 zurückgreifen, das - technisch identisch mit dem großen Bruder - außer in Schwarz auch in Silber erhältlich ist. In diesem Test sollte uns der DMR-BS785 von der Qualität seiner neuen Features überzeugen.

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I m Vergleich zum Vorgänger fehlt der Komponenten-Ausgang, jedoch wurde ein Digitalton-Ausgang ergänzt.

Ein universaltalent

Keine Gerätegattung der Unterhaltungselektronik bietet mehr Ausstattungs- und Funktionsmöglichkeiten als Blu-ray-Festplatten-Rekorder. Sie sind neben HDTV-Empfänger, Festplatten-Rekorder, Camcorder-Archivierungsgerät, Blu-ray-Player, Schnittsystem, Medien-Server und -Player auch noch Blu-ray- und DVD-Brenner. Und all das sollen sie möglichst gleichzeitig und perfekt können.

Um derart komplexe Systeme zu entwickeln, ist eine jahrzehntelange Erfahrung erforderlich. Die hat Panasonic und ist damit zum unangefochtenen Marktführer bei Rekordern geworden.

Wenn wir uns an die glorreichen Zeiten vor dem aggressiven Verdrängungswettbewerb im Rekordergeschäft erinnern, sehen wir, dass es unter den DVD-Rekordern noch vor zwei Jahren Spitzenmodelle gab, für die man mehr zahlen musste als jetzt für Panasonics neue Blu-ray-Geräte. Diese können nun deutlich mehr - und das in erheblich besserer Bild- und Tonqualität.

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Das Auswahlmenü der aufgenommenen Filme oder überspielten Medien nennt Panasonic "Direct Navigator". Das Material lässt sich übersichtlich anzeigen, gut sortieren und in Gruppen (Ordner) aufteilen.

Der Praxistest

Panasonic setzt im DMR-BS785 auf Satelliten-Empfang, denn hier ist in Deutschland das breiteste Angebot an HDTV-Sendern verfügbar. Zwei Tuner haben die Japaner dem Gerät spendiert, so dass man einen Sender anschauen kann, während man einen anderen aufzeichnet. Es sind sogar zwei Aufnahmen parallel möglich.

Perfekt ist Panasonics automatische Sendersuche gelöst, denn hier wird die Satellitenkonfiguration (DiSEqC 1.0, bis zu vier Satelliten) vollautomatisch erkannt und danach durchsucht. Persönliche Vorlieben lassen sich in vier Favoritenlisten umsetzen.

Um auch die HDTV-Programme der privaten Stationen, die unter dem Dach von HD-Plus senden, empfangen zu können, hat Panasonic zwei CI-Plus-Schächte berücksichtigt. Hier haben es die Sendeanstalten in der Hand, jede Sendung mit Aufnahme- und Wiedergabebeschränkungen zu versehen, die Panasonic auch unterstützt.

In unseren Tests funktionierte zeitversetztes Fernsehen auf den betreffenden Stationen. Wir waren überrascht, dass auch Timer-Aufnahmen möglich waren. Die Ernüchterung kam sofort, als wir die Aufnahmen am folgenden Tag anschauen wollten. Hier zeigte die Inhaltsübersicht an, dass die betreffenden Sendungen noch ungesehen sind und dass eine Wiedergabe unmöglich ist, da die Rechte daran abgelaufen seien.

Schade, man kann nur hoffen, dass die Sender ihr drastisches Aufnahmeverbot lockern. Umso besser klappte die Aufzeichnung der Öffentlich-Rechtlichen und anderer frei empfangbarer Stationen.

Die Sendungen werden entweder in einer Platz sparenden Neukompression oder verlustfrei als Original-Datenstrom gespeichert. Der Festplattenplatz variiert je nach gewünschter Bildqualität zwischen 36 und 424 Stunden.

Neu ist ein extremer Langspielmodus für HDTV namens "HM", der bei einer Datenrate von knapp über 3MBit/s 169 Stunden Film auf die kleine Festplatte packt. Ein Blu-ray-Rohling mit 25 GByte Kapazität fasst somit an kopiertem Material zwischen vier und 17 Stunden HDTV und bis zu 42 Stunden PAL-TV in unterster Qualität.

Dabei hat sich die Situation der Rohlinge innerhalb des letzten Jahres gewandelt. War damals die Archivierung auf einer BD-R mit sieben Euro noch eher unökonomisch, gibt es jetzt Exemplare bereits ab zwei Euro. Das Anlegen einer HDTV-Sammlung mit zwei Filmen auf einer Disk ist sinnvoll. Besonders, da die Aufzeichnungstechnik der Blu-ray (Phase Change Technology) die Filme laut TÜV-Gutachten über 50 Jahre erhalten soll.

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