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UHD-Blu-ray-Player

Oppo UDP-205 im Test: Die neue Referenz

Wir schauen uns den UHD-Blu-ray-Player Oppo UDP-205 an. Bereits der Vorgänger wusste zu überzeugen. Wie schneidet der große Bruder ab? Der Test.

Oppo UDP-205 im Test

© Josef Bleier / Oppo

Wir haben den Oppo UDP-205 im Test. Wie schneidet er im Vergleich zum Vorgänger ab?

EUR 1.889,00

Pro

  • Starke Klangleistung
  • hohe Anschlussvielfalt
  • Top-Fehlerkorrektur

Contra

  • Schwächen bei Bildschärfe
  • keine VoD-Apps

Fazit

video-Testurteil: sehr gut; Preis-Leistung: gut - video-Referenz
89,0%

Große Brüder sind für kleine Geschwister oftmals Vorbilder in puncto Können und Verhaltensweisen. Unter diesem Aspekt war es besonders spannend, ein halbes Jahr nach dem UDP-203-Test​ nun den 205er ins Labor zu bitten: nicht nur angesichts seiner zehn Kilo ein Schwergewicht, wie es im Buche steht.Sein edles Frontpanel in gebürstetem Alu und das massive Metallgehäuse stehen in der guten Tradition großer Vorgänger wie des BDP-103D​, der vor drei Jahren unsere damaligen audiophilen Tester zum Schwärmen brachte. Und sie würden heute vermutlich wieder jubeln, etwa angesichts der äußerst üppigen Anschlusssektion auf der Rückseite. Daher, bevor wir zu 4K, HDR & Co. kommen, einige Sätze dazu.​

Das analoge 7.1-Cinch-Set gehört bei Oppo zum Standard. Dazu spendierte der chinesisch-amerikanische​ Hersteller seinem neuen Topmodell zusätzlich separate Stereo-Cinch-Ausgänge und sogar ein Paar XLR-Stereoausgänge, wie man sie von professionellen Beschallungsanlagen kennt. Nicht zu vergessen: der ebenfalls neue 6,3-mm-Klinkenanschluss für große Kopfhörer. Alle Achtung! Beachtenswert auch: die bei vergleichbaren Playern nicht vorhandenen digitalen Audio-Eingänge (!): optisch, koaxial und USB.

Audiophiler Allesspieler

Dazu gibt’s für alle File-Fetischsten nebst Ethernet zweimal USB 3.0 auf der Rück- und einen USB 2.0-Eingang an der Front und auch einen HDMI-Eingang. Bei soviel Anschlusspotenzial geraten Standard-Ausgänge wie Twin-HDMI, Toslink und Koaxial beinahe in den Hintergrund. So mutet der UDP-205 insbesondere rückseitig beinahe an wie ein kleiner, feiner AV-Receiver.​

Oppo UDP-205 im Test

© Josef Bleier

Von hinten ein Klangkönig: Links XLR und Stereo Out, rechts die spezielle Analogsektion. Der zweite HDMI-Ausgang ist bei UHD-Playern inzwischen beinahe Pflicht. Dazu optischer und Koaxial-Ausgang. Was will der geneigte Soundfan mehr?

Ein Blick ins Innere untermauert die extrem audiophilen Ansprüche. Im Einsatz sind unter anderem zwei ES9038PRO DACs, die wohl besten D/A-Wandler der ESS Saber Pro Serie. Und sie liefern, wie Messungen und Test beweisen, eine begeisternde Klangqualität und hervorragende Klirr- und Rauschwerte.In die Laufwerk-Lade unseres Klangboliden passt denn auch alles, was rund ist und 12 cm Durchmesser hat: UHD Blu-ray, Blu-ray, 3D Blu-ray und DVD, DVD-Audio und SACD, sowie alle (wieder-)beschreibbaren Silberscheiben. Wir testen den Sound sowohl mit einer DVD-Audio, SACD und Filmen. Das Ergebnis: Bei Musikstücken mit vielen Einzelinstrumenten und klaren Singstimmen spielt der Oppo seine Premiumklasse vollends aus und liefert eine Klangbühne wie in einem großen Konzertsaal. Beim Probelauf mit Filmsequenzen in DTS:X und Dolby Atmos glänzt der​ 205 mit absoluter Ausgewogenheit bei Höhen und Mitten, bei gleichzeitiger dezenter Zurücknahme des Basses. Unsere Referenz-Szene für 3D-Sound aus „Everest“ bewältigt der Oppo sehr glaubwürdig und liefert die Stimmen der Darsteller so gut abgestimmt wie kaum ein anderer. Auch die Fehlerkorrektur bei DVD und Blu-ray lief tadellos.

Ein Tipp vor allem für Musikfreunde ist die neue „Pure Audio“-Taste, die das Bild ausschaltet und nur den Ton der Disc laufen lässt. Ideal zum Beispiel für Konzertvideos, wenn man sie nebenbei laufen lassen möchte.

Warten auf Dolby Vision

Apropos Fernbedienung: An dieser Stelle erhält unsere Begeisterung einen kleinen Dämpfer. Der Geber ist schwer, hat trotz guter Neuerungen wie „Pure Audio“, „HDR“ und „Resolution“ zum Wechsel der Auflösung ein paar Tasten zu viel, und die Anordnung („Home“ klein und rechts oben versteckt) missfällt ebenso wie der zu weiche Druckpunkt. Und da wir uns gerade mit Defiziten befassen: Im Vergleich zu allen anderen UHD-Playern lässt Oppo jegliche App für Video-on-Demand vermissen. Kein Netflix, kein Amazon, keinYouTube, kein Maxdome. Wer solche Dienste über den Oppo spielen will, sollte daher einen Amazon-Fire-TV-Stick an den HDMI-Eingang packen, oder sich seiner Filmsammlung auf einem NAS-Server bedienen.​

Oppo UDP-205 im Test

© Josef Bleier / Oppo

Für die analogen Endstufen hat Oppo zwei ES9038PRO DACs eingebaut, die ESS eigens für den Einsatz in hochklassigen Heimkino-Geräten wie Playern und AV-Receivern entwickelt hat.

Doch genug der Schelte. Kommen wir zur Videoperformance: Oppo macht sich den leistungsfähigen MediaTek-Chip OP8591 zunutze, der schon den UDP-203 mit einer starken Bilddekodierung augestattet hat. Signale von UHD-Blu-ray, Blu-ray und DVD verarbeitet der Chip farbintensiv und klar. Verfärbungen gibt es nicht. Und wenn im Juni das entsprechende Firmwareupdate aufgespielt wird, soll der Alleskönner auch das dynamische HDR-Format Dolby Vision bestmöglich dekodieren.

Kleinere Schwächen weist der Oppo indes bei der Grundschärfe auf, was sowohl beim Test mit UHD- und 3D Blu-rays zum Tragen kommt. Auch in Sachen Kontrast liefert der High-Ender zwar ein sehr gutes, aber nicht das allerbeste Ergebnis. In diesem Punkt hat Panasonic mit dem UB900 einfach eine exzellente Entwicklungsarbeit geleistet. Dennoch legt der Universalplayer bei 4K-Disc und USB-Testfiles in puncto High Dynamic Range einen kraftvollen Testauftritt hin. Über das Video-Output-Setup in den Einstellungen lässt sich zudem die Konvertierung zu SDR bestimmen. So wird das Signal für nicht HDR-fähige TVs angepasst, der erweiterte Farbraum BT.2020 aber dennoch bewahrt.

Erfreulich: Das für 4K und HDR nötige High-Speed-HDMI-Kabel gehört bereits zum Lieferumfang. Nur die ebenfalls entscheidende Fähigkeit, den HDCP2.2-Kopierschutz zu verarbeiten, sollte man am AV-Receiver oder Fernseher bereits vor Anschluss des Oppo sicherstellen.

Fazit

Es war nicht anders zu erwarten: In Sachen Klang macht auch dem neuen Oppo keiner etwas vor. Hier glänzt der UDP-205 als Superprofi für Musik- und Filmenthusiasten, und das so sehr, dass die überschaubaren (und behebbaren) Defizite an der Bildfront nicht allzu schwer wiegen. Angesichts seiner Preiskategorie ist er jedoch kein Wohnzimmer-Player und dürfte vor allen Dingen in professionellen Setups zum Einsatz kommen.​

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