Kompaktkamera

Olympus Stylus 1 im Test

Mit der Stylus 1 läutet Olympus eine neue Kompaktkamera-Klasse ein, die noch oberhalb der XZ-Reihe angesiedelt ist. Wir haben sie in Labor und Praxis getestet.

  1. Olympus Stylus 1 im Test
  2. Datenblatt
Olympus Stylus 1 Test

© Olympus

Olympus Stylus 1 Test

Pro

  • Großer Sensor
  • Gute Bildqualität bis ISO 400
  • Bester Sucher in der Kompaktklasse

Contra

  • Weitwinkel nur bis 28 mm KB
  • Hoher Preis

Einen Designpreis wird die Olympus Stylus 1 vermutlich nicht gewinnen. Dafür ist der Sucher an der Kameraoberseite für den relativ kleinen Kamerabody doch etwas zu groß geraten. Aber damit sind wir gleich auch schon beim großen Pluspunkt der Kamera gelandet. Offensichtlich legt Olympus hier weniger Wert auf schnuckeliges Aussehen, denn auf Größe und Funktionalität. Und da ist der Stylus-1-Sucher in der Kompaktkamera-Klasse völlig konkurrenzlos, doch dazu später mehr.

Eckig, kantig, kompakt und ziemlich OM-D-like kommt das Gehäuse der Olympus Stylus 1 daher, die mit einem Gewicht von ca. 400 Gramm gut in der Hand liegt. Die rechte Kameravorderseite ist griffartig ausgebildet und mit einem rutschsicheren Kunststoff beschichtet. An der Kamerarückseite ist auch die Position für den Daumen entsprechend ausgestattet, dadurch ist die Olympus Stylus 1 gut und sicher zu halten. Überhaupt ist die gesamte Verarbeitung der Kamera grundsolide. Alle mechanischen Elemente sind für intensiven Gebrauch ausgelegt und versprechen Robustheit und Langlebigkeit.

Schon die Vielzahl der mechanischen Bedienelemente (18 an der Zahl) lässt auf entsprechend viele Funktionen schließen. Das Haupteinstellrad an der linken Kameraoberseite bietet die bekannten Vorwahleinstellungen, P, A, S, M, zwei User Speicher C1, C2 und vier weitere Haupteinstellungen. Zum Einstellen der gewünschten Werte an der Olympus Stylus 1 kann man wahlweise ein weiteres Einstellrad an der rechten Kameraoberseite oder den Vierwegetaster nutzen. An der Kameravorderseite befinden sich eine Fn-Taste und ein Einstellhebel, an der linken Objektivseite eine zweite Zoomwippe.

Olympus Stylus 1

© Olympus

Und damit nicht genug: Um das Objektiv herum ist der so genannte Steuerring angebracht und an der Kamerarückseite eine weitere Fn-Taste sowie Tasten für unterschiedliche Einstellungen. Das ist tatsächlich nicht nur auf den ersten Blick verwirrend. Deshalb ist es ratsam, die Bedienungsanleitung der Olympus Stylus 1 stets in der Nähe zu haben. Die mechanische Qualität aller Bedienelemente sowie deren Kennzeichnung sind jedoch gut - und die Funktion erschließt sich dann so nach und nach...

Es gibt zwei Aufnahmemenüs, ein Wiedergabemenü, ein Anwendermenü und ein Einstellungsmenü. Bei allen helfen die mechanischen Bedienelemente, die Vielzahl an Menü-Funktionen zu entzerren und damit beherrschbarer zu machen. Werte für schnellen Zugriff werden auf Fn Tasten, Hebel und Steuerring ausgelagert. Zudem kann man die kompletten Einstellungen für bestimmte Aufnahmesituationen unter C1 und C2 speichern und bei Bedarf wieder aufrufen.

Das 3-Zoll-Display der Olympus Stylus 1 ist scharf und lässt sich für besondere Aufnahmesituationen nach oben und unten kippen, so sind auch "über Kopf Aufnahmen" möglich. Eine Besonderheit bei diesem Display ist die zusätzliche Touchscreenfunktion. Sie beschränkt sich allerdings auf das Fokussieren mit dem Finger und das Auslösen der Kamera.

Olympus Stylus 1

© Olympus

Über den ästhetischen Wert des Suchers hatten wir uns schon geäußert, doch hier heiligt der Zweck eindeutig die Mittel: Die Olympus Stylus 1 ist endlich eine Kompaktkamera mit einem Sucher, der auch tatsächlich eine Bildbeurteilung zulässt. Der Sucher ist besser als bei mancher Einsteiger-SLR und die großzügige Bauweise ermöglicht auch Brillenträgern ausreichend Einblick. Alles in allem eine absolut gelungene Konstruktion, bei der auch alle Schriften und Symbole bestens lesbar sind.

Das Objektiv der Olympus Stylus 1 bietet mit 28-300 mm KB einen praxisgerechten Bereich, der allenfalls im Weitwinkel etwas limitiert wirkt. Das Besondere an dieser Optik ist aber die durchgehende Lichtstärke von 2,8, die auch bei längeren Brennweiten für ausreichend Licht und das kreative Spiel mit der Schärfentiefe sorgt. Zusammen mit der flotten Seriengeschwindigkeit (maximal 7,2 Bilder pro Sekunde bis die Speicherkarte voll ist) und dem schnellen Autofokus (0,25s im Weitwinkel, 0,34s im Tele) hat die Stylus 1 so alle Voraussetzungen zur idealen Schnappschusskamera.

Um Schmutz und Fingerprints von der Frontlinse fern zu halten, hat Olympus der Stylus1 einen Deckel mit automatisch schließenden Lamellen spendiert. Beim Einschalten der Kamera drückt das ausfahrende Objektiv diese Lamellen zur Seite in die Position "offen" und beim Abschalten der Kamera fährt das Objektiv zurück in die Ruheposition und die federnden Lamellen decken die Frontlinse der Optik wieder komplett zu. Man kann diesen Schraubdeckel auch abdrehen, um stattdessen einen Konverter oder anderes Zubehör zu befestigen.

Ein kleiner Blitz ist integriert. Auf Tastendruck schnellt er aus dem Suchergehäuse, mit leichtem Fingerdruck wird er in Ruheposition zurück gedrückt. Ein externes Blitzgerät kann am Blitzschuh, oben am Sucher, angebracht werden. Ein WLAN-Modul erlaubt drahtlose Fotoübertragung sowie eine Fernsteuerung der Kamera.

Der 1/1,7 Zoll große Sensor der Olympus Stylus 1 mit 12 Megapixel Auflösung gehört zum Standard in der Upper Class. Die Auflösung im Weitwinkel startet mit knapp 1.500 LP/BH bei ISO 100 und bleibt bis ISO 1.600 klar über der 1.200er-Marke. Das ist OK. Auch die Teleleistung mit rund 1150 LP/BH passt, allein der starke Randverlust im Weitwinkel (ca. 450 LP/BH) trübt den Gesamteindruck etwas. Die Leistung bei ISO 400 kommt nicht ganz an die Eingangsempfindlichkeit heran, ist aber für eine Kompakte durchaus OK. Damit kann man diese Empfindlichkeit durchaus noch empfehlen. Darüber geht es dann erwartungsgemäß bergab.

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Insgesamt kommt die Olympus Stylus 1 auf sehr gute 69 Punkte und begeistert mit einem Sucher, der bislang in der Kompaktklasse konkurrenzlos ist. Dafür kostet sie mit rund 600 Euro aber etwa so viel wie die noch deutlich bessere Sony RX100 mit 1-Zoll-Sensor. Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet da allein der Markt.

Fazit

Die Olympus Stylus 1 ist eine rundum gelungene Kompaktkamera, die in Sachen Sucher einen neue Benchmark setzt. Allerdings lässt sich das Olympus auch teuer bezahlen.

Olympus Stylus 1

HerstellerOlympus
Preis600.00 €
Wertung69.0 Punkte

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