Spiegellose Systemkamera

Olympus OM-D E-M10 Mark II im Test

Drei Mittelklasse-Kameras um 700 Euro im Vergleich: Die neue Olympus OM-D E-M10 II im Test-Duell gegen Canon EOS 750D und Nikon D5500. Kann sich die spiegellose Olympus gegen die Klassiker von Canon und Nikon durchsetzen?

OM D E M10 Mark II

© Olympus

Die OM-D E-M10 Mk II hat ein Gehäuse aus Magnesiumlegierung.

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EUR 274,00

Pro

  • Fünf-Achsen-Bildstabilisator
  • OLED-Sucher
  • Schneller AF
  • Kompakt
  • WLAN
  • Magnesium-Gehäuse

Contra

  • Menüstruktur nicht immer einleuchtend
  • Kein Spritzwasserschutz

Fazit

ColorFoto Testurteil: Testverfahren 1.8; Testsieger
Hervorragend

Olympus optimiert seine Mittelklassekamera OM-D E-M10 Mk II mit Technik der Top-Modelle E-M1 und E-M5 Mk II. Die Olympus OM-D E-M10 Mk II kommt im überarbeiteten Gehäuse, dessen Design sich an dem der klassischen OM-1 orientiert. Mit dem Kit-Objektiv 3,5-5,6/14-42 mm soll sie knapp 800 Euro kosten, der Body allein rund 600 Euro. In dieser Preisklasse liegen auch die DSLRs Canon 750D (Preis ca. 700/650 Euro) sowie Nikon D5500 (Preis rund 800/700 Euro).

Dass mit der spiegellosen Olympzs OM-D E-M10 Mk II und den DSLRs Canon 750D und Nikon D5500 zwei Welten aufeinander treffen, ist klar, sobald man sie nebeneinander sieht. 120 x 83 x 47 mm und 390 g der OM-D E-M10 Mk II treten gegen 132 x 101 x 78 mm und 555 g der 750D an. Nikons D5500 ist mit 124 x 97 x 70 mm und 470 g zwar etwas kleiner als die 750D, jedoch größer als die Olympus. Während die OM-D E-M10 Mk II mit ihrem Gehäuse aus Magnesiumlegierung zur Metall-Fraktion gehört, fühlt sich der Kunstoffbody der 750D weniger wertig an. Die D5500, obwohl ebenfalls im Kunststoffgehäuse, vermittelt schon eher das solide, Nikon-typische Familienfeeling der größeren Modelle.

Olympus OM-D E-M10 Mark II, Canon EOS 750D und Nikon D5500

© Hersteller

Olympus OM-D E-M10 Mark II, Canon EOS 750D und Nikon D5500.

In der Olympus OM-D E-M10 Mark II arbeiten der unveränderte 16-MP-CMOS-Sensor ohne Tiefpassfilter, aber mit neuer 5-Achsen- Sensor-Shift-Bildstabilisierung und mit Kontrast-AF, und der TruePic-VII-Bildprozessor. In der Canon 750D kommt der neue 24-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format mit Tiefpassfilter zum Einsatz. Spezielle Pixel sollen im Live- View-Betrieb, vom Digic-6-Prozessor unterstützt, für schnelle Fokussierung per Phasendetektion auf dem Sensor sorgen. Die Nikon D5500 ist mit dem von der D5300 bekannten 24-MP-Sensor ohne Tiefpassfilter ausgestattet. Für den Autofokus ist das separate Sensormodul MultiCAM4800DX mit Phasendetektion zuständig. Bearbeitet und koordiniert wird alles von dem aktuellen Expeed-4-Bildprozessor.

16 Megapixel Auflösung im Micro-Four- Thirds-Format und 24 Megapixel im APSC- Format führen zu nahezu identischen Pixelgrößen: 3,7 ?m (Canon), 3,9 ?m (Nikon) und 3,8 ?m (Olympus). Damit herrschen für Rauschen und Dynamik sehr ähnliche Startbedingungen.

Gehäuse & Bedienung

Große, gummiarmierte Handgriffe geben an der 750D und an der D5500 sicheren Halt. Der Griff der Olympus OM-D E-M10 II ist dagegen kaum ausgeprägt. Wer mehr Grip möchte, kann den neuen ECG-3-Griff dazukaufen; der von der E-M10 passt leider nicht. Dafür findet an der Olympus der rechte Daumen besonders guten Halt. Einen Spritzwasserschutz hat keine der Kameras. Alle drei warten aber mit integrierten Mini-Blitzen auf (LZ 9, Olympus nur LZ 4), die auch externe Systemblitze ansteuern können. Zu dem ganz eigenen Charakter der E-M10 Mk II trägt die Gestaltung von Oberseite und Bedienelementen bei.

Olympus OM-D E-M10 Mark II

© Olympus

Funktionen auf einen Blick.

Sie hat, ähnlich wie die E-M1, drei Einstellräder rechts vom Prismengehäuse, das den elektronischen Sucher und den Mini-Pop-up-Blitz enthält. Das Hauptrad dient auch der Belichtungswahl, dazu kommen zwei leicht verdrehbare Räder für Daumen und Zeigefinger. Drei Funktionstasten, eine davon die umprogrammierbare Video-Starttaste, ergänzen das Angebot. Den Raum links des Prismas belegt Olympus mit dem griffigen Ein/Aus-Schalter, der auch den Blitz aktiviert. Daneben liegt eine vierte Funktionstaste. Auf den ihren Rückseiten finden sich bei allen drei Modellen diverse Tasten zum Direktaufruf wichtiger Funktionen sowie Vier-Richtungs- Wippen mit zentraler OK-Taste.

Canon 750D und Nikon D5500 ähneln sich in ihrem modernen SLR-Look mit zentralem Belichtungsmodus-Wählrad rechts vom Prismenhöcker für diverse manuelle und automatische Modi, umgeben von Funktionstasten für Direktzugriff, einem Einstell-Rändelring sowie nackter linker Schulter. Bedingt durch die große Funktionsvielfalt ist die Bedienung bei allen oft sehr Menü-lastig.

Die Qualität einer Menü-Struktur kann man nicht messen, aber als jemand, der laufend mit verschieden Kameras zu tun hat, gefällt mir der Aufbau bei Canon am besten, während Olympus zwischendurch immer mal wieder Rätsel aufgab. Das Hauptmenü der 750D ist durch unterschiedlich farbige Reiter in vier Gruppen unterteilt. Darunter finden sich maximal sieben Unterpunkte.

Einstellungen und Informationen Olympus OM-D E-M10 Mark II

© Horst Gottfried / WEKA Colorfoto

Unter den sechs verschiedenen Arten von automatischen Belichtungsreihen ist Focus Bracketing mit verschiedenen Entfernungseinstellungen neu (oben links). Häufig benötigte Einstellungen können auch über die Schnellauswahl statt über lange Menüs aufgerufen werden (oben rechts). Neben dem nur kleinen Bild vom Motiv sind im Display-Modus auch detaillierte Informationen zu sehen (unten).

Nikon und Olympus erfordern mehr Eingewöhnung. So gibt es im Aufnahme- und Wiedergabemenü der E-M10 M II auf der ersten Ebene 19 Einträge, dahinter verbergen sich weitere 95 in elf Kategorien, in denen sich zum Beispiel die Belichtungsreihenautomatik in diversen Varianten versteckt. Zum Glück kann man sie (und andere favorisierte Funktionen) für den Direktzugriff einer der Funktionstasten zuordnen. Die gewünschte Art und Variation kann man sehr schön mit den beiden Einstellrädern vorgeben.

Die Nikon D5500 hat sechs Haupt-Menüpunkte, hinter denen sich in 8er-Blocks bis zu 22 Unterpunkte in Listen zum Scrollen per Taste oder Touchscreen- Berührung verbergen. Im laufenden Betrieb gibt es bei allen drei Kameras über eine Schnellzugriffstaste Abkürzungen zu den wichtigsten Einstellungen. Überdies vereinfacht die bei allen Modellen mögliche Touchscreen-Bedienung die Kameraeinstellungen

Bei 750D und D5500 kann man im SLRModus auch ohne Live-View wichtige Einstellungen durch Antippen der entsprechenden Symbole vornehmen. Zudem lässt sich im Live-View-Modus der AF-Punkt bei allen per Fingertipp wählen und auslösen. Bei der Wiedergabe ist das Blättern und Zoomen gespeicherter Bilder möglich.

Sucher & Monitor

Während die Canon 750D und die Nikon D5500 mit ihren SLR-Prismensuchern und einer effektiven Vergrößerung von rund 0,5x sowie einer Abdeckung von 95 % des Bildfelds eher die Pflicht erfüllen, zeigt die E-M10 Mk II die Kür: Sie hat einen elektronischen OLED-Sucher mit 786 667 RGB-Bildpunkten, 0,61x-Vergrößerung und 100-%-Bildfeld. Farbe und Kontrast des Displays überzeugen, das Ruckeln bei Schwenks oder Bewegungen im Bild ist minimal. Auch Farbrauschen bei wenig Licht ist praktisch kein Thema

Ein Augensensor sorgt bei der E-M10 Mk II für das automatische Umschalten zwischen dem elektronischem Sucher und dem LCDMonitor. Die Dioptrienkorrektur ist bei allen selbstverständlich.

Nikon D5500 Monitor

© Nikon

Die D5500 ist die erste Nikon-SLR mit Touchscreen. Der LCD-Monitor ist flexibel dreh- und schwenkbar, was das Fotografieren auch aus ungewöhnlichen Perspektiven vereinfacht.

Das Live-View-Monitorbild von 750D und D5500 muss extra aktiviert und deaktiviert werden, was vom Geräusch des klappenden Spiegels hörbar kundgetan wird. Bei den Touchscreen-LCDMonitoren zeigen sich 750D und D5500 mit ihren Ausklapp- und Drehmöglichkeiten flexibler als die Olympus OM-D E-M10 Mk II. Deren Monitor lässt sich nach dem Ausklappen aus dem Gehäuse um 90° nach oben oder 45° nach unten klappen. Die Monitor-Diagonale misst bei Olympus und Canon je 3 Zoll, bei Nikon 3,2 Zoll. Die Auflösung beträgt bei allen 345 667 RGB-Pixel. Wenn die Sonne strahlt, ist man bei allen froh, dass die Kamera einen Sucher hat, zumal auch alle drei Monitore spiegeln.

Die unterschiedlich umfangreichen Monitor- Information ruft man bei allen drei Modellen über Info-Tasten auf. Die Symbole und Schriften sind, wie auch das Monitorbild, selbst bei nicht ganz geradem Einblick gut erkennbar. Während die Einblendungen bei der Olympus OM-D E-M10 Mk II im Sucher wie auf dem Monitor vorgewählt sichtbar sind, präsentieren die Anzeigen im Sucher der SLRs nur die Standard-Infos.

Die Touchscreen- Bedienung ist jeweils im Live-View- Betrieb und bei Suchernutzung möglich. Die Video-Funktion mit maximal Full- HD-Auflösung 1920 x 1080 und 60p/50p (NTSC/PAL) bei Nikon und Olympus sowie mit 30p/25p bei Canon kann bei E-M10 Mk II und D5500 jeweils mit einer eigenen Taste gestartet werden.

Die 750D hat dafür eine eigene Position für den Hauptschalter. Im Videomodus wird die Aufnahme wie gewohnt am Auslöser gestartet. 4K-Video filmt keine der drei Kameras, aber die E-M10 MkII macht Zeitraffer-Videos in 4K-Auflösung - vier Mal mehr als bei der E-M10.

Alle drei Kandidaten bieten eine integrierte WLAN-Funktion mit entsprechenden Apps. Die Olympus OM-D E-M10 Mk II vereinfacht die Kommunikation mittels QR-Code, die 750D bietet NFC-Komfort und Nikon "WPS per Tastendruck".

Autofokus

Beim Autofokus setzen alle Kandidaten auf unterschiedliche Konzepte. In der Olympus OM-D E-M10 II arbeitet permanent ein Kontrast- AF, der mit 81 Messfeldern den größten Teil des Bildes abdeckt. Auch Spot-AF und das Gruppieren von Messpunkten zu einem frei platzierbaren 9er-Block sind möglich. Der AF reagiert auch ohne die Phasendetektions-Unterstützung mit 0,22/0,28 s und damit schneller als 750D und D5500. An der Olympus OM-D E-M10 kann man E-Objektive unter Erhalt der Systemfunktionen verwenden, allerdings mit reduzierter AFGeschwindigkeit. Das funktioniert mit der Olympus OM-D E-M1 und ihrem Hybrid-AF besser. Olympus arbeitet mit reinem Kontrast-AF auf dem Sensor, bei Canon und Nikon kommen je nach dem gewählten Modus unterschiedliche Systeme zum Einsatz.

Im "normalen" SLR-Betrieb mit Sucher nutzt die 750D Phasendetektion mit 19 AF-Feldern, die alle mit Kreuzsensoren bestückt sind. Der D5500-Autofokus arbeitet mit 39 Messfeldern, davon 9 Kreuzsensoren.

Canon EOS 750D

© Canon

Der Touchscreen-LCD der Canon 750D ist klappund drehbar. Praktisch vor allem im Makrobereich oder auf dem Stativ.

Wird mit Live-View-Bild - bei Canon und Nikon mit hochgeklapptem Spiegel - fotografiert, ist in allen Kameras der Sensor-Kontrast-AF das Mittel der Wahl. Dazu gibt es mehrere Messfeld-Layouts. Die Canon 750D nutzt für den Live-View- und Video-Autofokus einen Kontrast-AF mit flexibler Großfeld- oder Spotmessung sowie Gesichtserkennung und AF-Tracking auch durch Antippen. Anders als Canons APS-C-Top-Modelle hat die 750D keine Doppelpixel-Struktur für den Live-View-AF. Bei ihrem Kontrast-AF sollen spezielle Pixel dem Phasenautofokus bei Live-View mit Unterstützung durch den Digic-6-Prozessor auf die Sprünge helfen. Davon war bei der Messung nicht viel zu merken.

Waren die Werte von 0,47/0,61 s beim Phasendetektion-AF schon keine Glanzleistung, sind es 0,99/0,97 s im Live- View noch weniger. Ein zum Vergleich herangezogenes STM-Objektiv mit einem Schrittmotor halbierte diese AFZeiten. Auch die D5500 stellt keinen Geschwindigkeitsrekord auf. Mit ihren 0,61/0,71 s für den Phasendetektion-AF reagiert der Autofokus noch etwas träger als in der 750D. Der Kontrast-AF im Live-View-Modus braucht sogar 1,2 s. Bei Videos mit kontinuierlichem Nachführ- AF stören bei der D5500 Pumpbewegungen und Fokussiergeräusche.

Auch der kontinuierliche Live-View- AF der 750D geht nicht besonders zügig ans Werk. Am besten, wenn auch nicht perfekt, schlägt sich bei Videos der kontinuierliche AF der E-M10 Mk II.

Belichtung

Das Basisangebot für die Belichtungssteuerung ist bei allen drei Modellen gleich. Auf der einen Seite finden sich Optionen mit automatisch oder manuell vorwählbaren Motivprogrammen, auf der anderen P, S, A und M mit manuellen Wahlmöglichkeiten und Effekten.

Zu den Spezialitäten der E-M10 Mk II gehören "Live Bulb/Time"-Funktionen, "Lautlos"-Modus mit elektronischem Verschluss, die "Keystone"-Korrektur stürzender Linien und eine "Helllicht-/ Schattenkorrektur" für die Gradationskurve. Der "Farbgestalter" ändert die Farbabstimmung und -sättigung.

Die Olympus OM-D E-M10 Mk II bietet umfangreiche Bracketing-Funktionen. Automatische Belichtungsreihen kann man mit verschiedenen Helligkeits-, Weißabgleichsund ISO-Werten, ART-Filtern und Fokuseinstellungen machen. Dabei entfernt sich der Fokus nach und nach von der Ausgangsposition. Die Bilder werden später zum durchgehend scharfen Foto zusammengerechnet.

OM-D E-M10 Mark II

© Olympus

Die E-M10 MkII hat einen neigbaren LCD-Monitor und einen hochauflösenden Elektronik-Sucher; beide zeigen die gleichen Live-View-Informationen.

Die ISO-Werte reichen von 100 bis 25.600, die Verschlusszeiten der Olympus von 1/4.000 bis 60 s. Der elektronische Verschluss erlaubt 1/16.000 s. Die kürzeste X-Synchronzeit beträgt 1/250 s, Kurzzeitsynchronisation ist bis zu 1/4.000 s möglich. Verbessert ist der Bildstabilisator. Der Sensor-Shift-Mechanismus der Olympus arbeitet um fünf Achsen. Die Serienbildgeschwindigkeit erreicht im JPEG-Modus 8,2 B/s (28 in Serie), im RAW-Modus 8,5 B/s (12 in Serie). Die Einschaltverzögerung ist mit 1,7 s etwas länger. Das können 750D und D5500 besser.

Die Canon 750D belichtet zwischen 1/4.000 und 30 s und hat 1/200 s als kürzeste X-Synchronzeit. Die Belichtungsmessung der 750D fasst 7.560 Pixel zu 63 Belichtungsfeldern zusammen. Eine Flacker-Erkennung sorgt bei Licht von Leuchtstoffröhren dafür, dass die Kamera in einer Hell-Phase auslöst. Bei kontrastreichen Motiven hilft die automatische Kontrastanpassung. Die Automatik- ISO-Werte der D5500 (100 - 6.400) sind bis 25 600 erweiterbar. Bei JPEG und RAW schafft die 750D bis zu 4 B/s, 10 davon als JPEGs, 8 als RAW.

Ähnlich schnell ist mit bis zu 5 B/s der Serienbildmodus der Nikon, der JPEGs speichert, bis die Karte voll ist, oder bis zu 21 RAWs. Auch die D5500 belichtet mit ISO 100 - 25.600. Zahlreiche Optionen von variablen Bildstilen bis Active D-Lighting sorgen auch hier für viel Gestaltungsfreiheit. Zudem gibt es bei der D5500 vielfältige Möglichkeiten zur Bearbeitung in der Kamera.

Bildqualität

Die Messungen machen deutlich, dass sich an der Olympus OM-D E-M10 Mk II gegenüber der Olympus OM-D E-M10 wenig geändert hat - wie bei gleichem 16-MP-Bildsensor ohne vorgeschalteten Tiefpassfilter zu erwarten war. Auffällig ist, dass das neue Modell bei ISO 200 mit 1.623 LP/BH um rund 100 Linien unter der Vorgängerin liegt, die die Nyquist-Grenze voll ausreizte. Bei ISO 400 sind es mit 1535 LP/BH und bei ISO 800 mit 1.439 LP/BH sogar rund 200 Linien weniger. Ab ISO 6.400 treten dann keine nennenswerten Unterschiede zur E-M10 auf.

Nikon D5500

© Nikon

Bei der Auflösung hat die Nikon viel zu bieten.

Bei der Auflösung hat die Nikon vor allem bei ISO 100 mit 2.056 LP/BH an der Grenze der Nyquist-Auflösung deutlich mehr zu bieten, während die Canon mit 1.753 LP/BH eine nur etwas höhere Auflösung als die Olympus erreicht. Die Nikon fällt bereits bei ISO 400 auf 1.786 LP/BH ab, und bis ISO 6400 liegen 750D und D5500 etwa auf dem gleichen Niveau knapp vor der E-M10 Mk II.

Dead Leaves

Bei den DL-Cross-Kurven bleibt die D550 moderat. Die dargestellten Kontraste liegen nicht nennenswert über dem Ausgangskontrast des Motivs mit dem Wert 1. Die zurückhaltende Signalverarbeitung verspricht natürliche Wiedergabe ohne künstliche Farbkontraste sowie ab IS0 400 moderate Artefakte. Auch die ähnlichen Dead-Leaves- Werte für Low- sowie High-Contrast (921/891 bei ISO 100) sprechen für die homogene Bilddarstellung und für eine gute Feinzeichung.

Die Dead-Leaves-Cross-Kurven der Canon 750D zeigen eine Anhebung der Farbkontraste bei ISO 100 bis zum Wert 1 und einen langgezogenen Verlauf. Der Abfall bei höheren Empfindlichkeiten entspricht dem Üblichen.

Olympus kommt nicht an die DLCross- Werte der APS-C-Modelle heran, doch ist der Abstand besonders zu Nikon moderat. Die geringere Sensorauflösung führt eben doch zu einer etwas niedrigeren Detailzeichnung. Besonders bei ISO 100 wird der Abstand DL-Cross High zu Dead-Leaves-Cross Low auffällig - also weniger Auflösung bei niedrigkontrastigen Details. Grundsätzlich ähnelt der Kurvenverlauf eher dem der etwas aggressiveren Canon- Abstimmung als der von Nikon.

Kantenanhebung

Bei der 750D sorgt eine ausgeprägte und breite Kantenanhebung für einen knackigen Bildeindruck. Das geht jedoch auf Kosten von Feinzeichnung und Details. Bei der Nikon D5500 bleiben die Messwerte für das Overshootund das Undershoot-Verhalten moderat, was zum ausgewogenen Bildeindruck beiträgt, auch wenn bei niedrigerem Kontrast und höheren Empfindlichkeiten etwas Kantenschärfe verloren geht. Ähnlich wie die Canon geht die Nikon zu Werke, die die Kanten vor allem auf der dunklen Seite deutlicher betont, ohne insgesamt so aggressiv wie die 750D zu werden.

Rauschen, Dynamik & Farbe

Beim Rauschen agiert die E-M10 Mk II bis ISO 1.600 mit VN-Werten bis 1,3 zurückhaltend und legt von 1,8 für ISO 3200 über 2,4 bei ISO 6400 zu. 750D und D5500 liegen bis ISO 800 (1,7) bzw. 1.600 (1,8) bei gehobenen 1er-Werten und kommen darüber in den Bereich von VN 2 und mehr, wo es langsam störend wird.

Bei der Dynamik liegt die E-M10 Mk II bis ISO 1.600 mit Werten um 11 EV vorn. Auch darüber sinkt sie bei 9,7 EV für ISO 3.200 nur langsam auf EV 7,7 bei ISO 25 600 ab. 750D und D5500 halten da mit EV-Werten um 9 EV bis ISO 1.600 nicht mit. Darüber hinaus geht die Dynamik stufenweise von EV 8 bis 6,3 bzw. 6 EV beim höchsten ISO-Wert zurück.

In puncto Farbgenauigkeit spielen die E-M10 Mk II und die D5500 mit ?EWerten um 12 in der gleichen Liga, die 750D liegt mit Werten im Bereich 10,5 knapp darunter. Alle drei Modelle zeigten keine größeren Auffälligkeiten. Abweichungen in rötlichen und lila Bereichen wurden im Labor aber bei allen sichtbar. Die geringste Farbabweichung verspricht die 750D mit durchgehenden ?E-Werten im mittleren bis oberen 10er-Bereich. Bei der E-M10 Mk II und D5500 lagen sie um 12. In den praktischen Testaufnahmen fiel dieser Unterschied aber kaum auf.

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Fazit

Alle drei Modelle bieten überzeugende Bildqualiät zum sehr fairen Preis und ermöglichen es dem Fotografen, mit relativ wenig Geld auf hohem Niveau in ein Top-System einzusteigen. Abstriche muss man aber bei Features wie Gehäuse und Sucher machen.

Betrachtet man ausschließlich die Bildqualität, haben Canon und Nikon einen kleinen Vorsprung. Außerdem liefert die Nikon bei ISO 100 eine enorme Auflösung und überholt in diesem Punkt die Konkurrenz. Allerdings arbeitet der Nikon-Autofokus am langsamsten, und so holt die Olympus OM-D E-M10 Mark II mit dem schnellsten AF die entscheidenden Punkte für ihren knappen Sieg. Für ihr kompaktes Gehäuse, OLED-Sucher und Fünf-Achsen-Bildstabilisator heimst sie weitere Pluspunkte ein. Optischer Sucher und Griffigkeit sind dagegen die Vorzüge der SLR-Kameras von Canon und Nikon.

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