Testbericht

Olympus E-3 - Lesertest

Die Olympus E-3 stellt sich dem Urteil ihrer Besitzer - im dritten ColorFoto-Lesertest nach Nikon D90 und Canon EOS 50D. Soviel vorweg: Gehäuse und Bedienbarkeit ernten überwiegend gute Noten, während die Bildqualität bei höheren Empfindlichkeiten nicht jeden Anwender zufrieden stellt.

Olympus E-3

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Olympus E-3

Den ColorFoto Test der Olympus E-3 finden Sie hier.

Im dritten ColorFoto-Lesertest geht es um die Olympus E-3: Zur Diskussion stehen Gehäuse, Bedienung, Sucher und Display sowie Belichtungsmessung, Weißabgleich und Autofokus, dazu die Bildqualität bei vier ISO-Einstellungen. Neben den Punktebewertungen konnten die Leser Vor- und Nachteile der Kamera im Klartext kommentieren - was die mehr als 70 Teilnehmer detailreich praktizierten.

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Bedienung, Ausstattung und BildqualitätIhre höchsten Punktzahlen (zwischen 9,04 und 9,21) erreicht die E-3 bei Gehäusequalität (Griffigkeit), eingebautem Bildstabilisator und Service. Gute Noten zwischen 8,27 und 8,73 erzielt auch die Bedienbarkeit. Nur bei der Akkukapazität rutscht die Bewertung erstmals unter die Achtermarke (7,85). Allerdings signalisiert die recht hohe Standardabweichung von 2,0 deutlich differierende Meinungen. Die Messlatte legt die Nikon D90 mit 9,45 Punkten. Beim Menü honorieren die Anwender die gute Lesbarkeit der Einträge und schnelle Erreichbarkeit der wichtigsten Funktionen mit 8,42 bis 8,87 Punkten. Die Verständlichkeit der Einträge (8,07) sowie deren Struktur und Logik (7,93) werden dagegen zurückhaltender beurteilt. EOS 50D und Nikon D90 bekommen hier bessere Noten. Beim SLR-Sucher geizen die Anwender nicht mit Lob, was die Größe (8,8) und gute Erkennbarkeit von Informationen (8,92) anbelangt. Brillenträger sind mit der Olympus offenbar noch etwas zufriedener als bei Canon und Nikon: 8,52 Punkte.

Während in den Testkommentaren der Schwenkmonitor häufig gelobt wird, können dessen Größe (7,36) und vor allem Auflösung (6,85) nicht jeden Anwender überzeugen, ebenso wenig wie die Ablesbarkeit bei direktem Sonnenlicht (6,71). Die Kritik trifft aber auch die Konkurrenten.

Die Darstellungsgenauigkeit (Schärfe, Belichtung, Weißabgleich) im Live-View-Modus wird mit gut 8 Punkten überdurchschnittlich gut bewertet. Bei der AF-Geschwindigkeit im Live-View erlebt die Kamera mit 5,99 Punkten einen kleinen Absturz, der indes weniger deutlich ausfällt als bei der Nikon (5,28). Der Phasen-AF erreicht wiederum hohe Punktzahlen für die Genauigkeit (8,93) und Geschwindigkeit (8,88); bei der "Verfolgung bewegter Objekte" sind aber nur 7,27 Punkte drin. Mit der Belichtungsmessung und Blitzlichtsteuerung zeigen sich die Anwender zufrieden und auch beim Weißabgleich sammelt die Kamera 8,01 bis 8,70 Punkte. Bei der Schärfe erreicht die Olympus fast 9 Punkte bei ISO 100 und immer noch 7,4 Punkte bei ISO 1600. Bei der Textur (Detailzeichnung in kontrastarmen Partien) kann die E-3 mit der EOS 50D gut mithalten, wird nur von der Nikon D90 deutlich übertroffen.

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Bei Rauschen und Dynamik bekommt die Kamera ab ISO 800 teils deutlich schlechtere Noten, als Canon- und Nikon-Anwender ihren Kameras zubilligten. Ihren Tiefpunkt erreicht die E-3 mit 5,11 Punkten fürs Rauschen bei ISO 1600. Mit der Farbwiedergabe sind die E-3-Anwender dagegen überwiegend zufrieden.

Testkommentare: Lob und Tadel im Überblick

Der Fragebogen enthält neben einem Bewertungsraster für Bedienung, Ausstattung und Bildqualität auch Textfelder für persönliche Kommentare des Testers. Wir haben die aussagekräftigsten Punkte für Sie herausgefiltert.

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PlusEin "wertiges Gehäuse, das hervorragend in der Hand liegt", konstatiert Tester Peter Quint. Und eine "ausgezeichnete Haptik" bescheinigt Benjamin Messingschlager der Kamera. Dies ließe sich allerdings durch Batteriegriff und Lederschlaufe toppen, meint Thomas Riedhofer. Dann sei die E-3 "wie in die Hand gegossen - nie mehr ohne!" Steffen Bahlinger hält die Kamera für "extrem robust", auch "bei sehr schlechtem Wetter" gäbe es keinerlei Probleme.

In die gleiche Kerbe schlägt Henrik Matthes, der "die unglaubliche Wertigkeit des Gehäuses, Allwettertauglichkeit und Gehäusehandling" lobt. Andreas Jell setzt noch eins drauf: "Keine Probleme in Dauerregen, bei Matsch und extremer Kälte". Und Tim Afken freut sich über eine "sehr robuste Kamera, die draußen zu Hause ist." Die E-3 stecke so gut wie alles weg und sei in Verbindung mit den ebenfalls spritzwassergeschützten Pro- und TopPro-Objektiven die Allwetterkamera schlechthin.

Die Zuiko-Objektive ernten aber auch in anderer Hinsicht viel Lob: "Kaufgrund sind nach wie vor die im Klassenvergleich lichtstarken und preiswerten Objektive", meint Jörg Schröder. Häufig geannt das Zuiko Digital ED 2,8-4/12-60 mm als "hervorragendes Kit-Objektiv" (Daniel Cohn). "Der Schwenkmonitor erspart in vielen Situationen den Winkelsucher", freut sich Joachim Seidler und spricht damit eines der am häufigsten gebrauchten Argumente für die E-3 an.

Daniel Cohn findet den Schwenkmonitor "hervorragend für Stills und Makros", was Benjamin Messingschlager unterstreicht. "Sehr wirksamer Bildstabilisator bei allen Objektiven", stellt Hans-Georg Conradi fest. Auch weitere Tester loben den ins Gehäuse eingebauten Bildstabilisator ebenso wie die effektive Sensorreinigung. Sie arbeite "bisher, seit eineinhalb Jahren, tadellos", ergänzt Thomas Riedhofer. Auch Thomas Engelberg würdigt "die sehr gute Sensorreinigung." Zusätzlich punkten kann die E-3 mit ihrer drahtlosen Blitzsteuerung, die laut Daniel Cohn "intuitiv und einfach" funktioniert.

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MinusDie Bedienung sei durch viele Doppelbelegungen "etwas verwirrend", meint Johannes Geenen. Auch nach einem Jahr Erfahrung sei die E-3 "längst nicht so intuitiv bedienbar wie die E-1." Mehr Speicherplätze für Individualkonfigurationen, fordert Sabine Noack. Und Jörg Schroeder fragt: "Warum wurde das genial einfache Bedienkonzept der E-1 verlassen, nur um z.B. den Hauptschalter der Canon-Kameras zu kopieren? Ärgerlich!"

Hans-Georg Conradi stellt schlicht fest: "Ergonomisch gefiel mir die E-1 besser." Ein anderes Detail stört Ulrich Lotz: "Die Suchermuschel ist extrem schlecht befestigt und ging schon x-mal beinahe verloren. Bernd Glas bemängelt den Mangel an Festbrennweiten und vermisst konkret ein lichtstarkes Porträtobjektiv. Ähnlich sieht das Friedhelm Albrecht, dessen Wunschliste z. B. ein 1,4/30 mm und ein 2/12 mm enthält, zudem ein lichtstarkes 2/14-45 mm.

Die Akkulaufzeit sei ausreichend, meint Hans-Georg Conradi, könnte aber besser sein. Zudem sei die Batterieanzeige sehr ungenau und grob aufgelöst, ergänzt Thomas Riedhofer. Noch konkreter wird Christian von Platen; er findet die "Akkulaufzeit mit durchschnittlich nur 250 Aufnahmen zu kurz". Dagegen ärgert sich Tim Afken: "Das Display ist einfach veraltet, und der C-AF kann nicht mit dem einer Nikon ab D300 aufwärts mithalten." Auch Michael Will hat den TFT-Monitor im Visier: "Weder Größe, noch Auflösung oder Farbdarstellung sind zeitgemäß. Schön wäre außerdem ein zusätzlicher SD-Karten-Slot." Steffen Bahlinger kritisiert: "Keine Videofunktion und kein Kontrast-AF beim Live-View."

Letzteres stört auch Daniel Cohn, der zudem bemängelt: "Eingebauter Blitz kann bei Drahtlossteuerung nicht zum Aufhellen genutzt werden." Einen "besseren Batteriegriff" wünscht sich nicht nur Heiko Hussmann.

Und die Bildqualität? "10 Megapixel sind okay, aber nicht genug", meint Tim Afken, der sich eine Blende mehr Dynamik wünscht und feststellt: "Das Rauschen ab ISO 1000 war und ist nicht zeitgemäß." Keine Einzelmeinung: Thomas Engelberg findet "einen Dynamikumfang von 8,5 Blenden und weniger nicht mehr zeitgemäß". Sven Gössl stellt "hohes Rauschen ab ISO 1000" fest, und Ueli Scherrer beklagt "einen sprunghaften Rauschanstieg oberhalb ISO 1600." Horst Trautzold ficht dies nicht an: "Ich habe bis jetzt nur mit ISO 100 fotografiert, da gibt es nichts auszusetzen." Emanuel Beier sieht die echten Stärken der E-3 woanders: "Absolut natürliche Farben, besser als bei der Konkurrenz, und eine komplett abschaltbare Rauschunterdrückung."               

Den regilären ColorFoto Test finden Sie hier .

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