Testbericht

Nubert Boxensysteme im Test

Große Boxen passen optisch nicht zum Flat-TV - aber auch akustisch selten in kleine Räume. Gerade in Surround können große Lautsprecher dem Klangerlebnis sogar schaden. Nubert weist mit clever konstruierten Kompaktboxen und passendem Woofer einen optisch wie klanglich überzeugenden Ausweg, der obendrein erschwinglich ist.

Test Stereo & Surround: Lautsprecher

© Archiv

Edles Aussehen: Boxensysteme von Nubert.

Die schöne neue Fernsehwelt ist flach - damit systembedingt leider in schöner Regelmäßigkeit der Sound ebenfalls. Alle Hersteller von Rang und Namen offerieren daher in der Form zu Flat-TVs passende Lautsprecher. Nur wenige aber leisten, das sei bereits gesagt, so ausgezeichnete Dienste wie die Nubert nuLine WS 12 im Verbund mit dem Subwoofer AW 560.Dabei löst das Sextett aus Schwaben keineswegs nur "optische" Aspekte elegant. Meist steht die Couch gegenüber dem TV vor einer Wand. Denkbar ungünstige Voraussetzungen für großformatige Rearspeaker, um ihr Potenzial zu entfalten. Hat der Surround-Freund gar ein Set aus vier Standboxen ergattert, ist die Klangkrise quasi programmiert. Denn in aller Regel werden dann die hinteren Boxen rechts und links neben der Hörposition platziert und strahlen gen Fernseher oder Leinwand. Gerade in kleineren bis mittelgroßen Räumen (ideal bis ca. 20 qm) spielt hier das Nubert-System seine Qualitäten voll aus.

Kleiner ist besser

Die ultrakompakten Satelliten WS 12 können bequem an der Wand befestigt werden (Wandhalter WH 10) und es ergibt sich zum Hörplatz in aller Regel ein genügend großer Abstand, damit sich ein homogenes Klangfeld entfalten kann. Auch die dichte Anordnung der Töner trägt dazu bei. Nicht selten liegen bei großen Lautsprechern Tief- und Hochtöner relativ weit auseinander. Mit geringen Hörabständen kann es passieren, dass sie mehr Schallinformation von einem Töner als von dem anderen wahrnehmen. Doch die Nubert-Modelle haben einiges mehr zu bieten. So lassen sich die Satelliten dank einer aufwändigen Gestaltung der Frequenzweiche in Grenzen auf den Raum und den persönlichen Hörgeschmack trimmen.

Testprofil

NubertnuLine WS-12-Set 1
www.nubert.de
1.756 Euro

5.1 Surround-Set

Weitere Details

65 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Über zwei Kippschalter neben den soliden Schraubklemmen am Anschlussfeld der WS 12 kann der Frequenzgang sanft beeinflusst werden. Wie auch der Subwoofer brillierten die Satelliten im Video- HomeVision-Labor mit tadellosen Messwerten.

Die Anpassung von Subwoofer und Satelliten fällt dank der mitgelieferten Fernbedienung denkbar leicht. Gar kein Leichtgewicht dagegen ist das 20-Zentimeter-Chassis, das in der Front des AW 560 thront und mit seinem Langhub-Antrieb für ausreichend Power im Frequenzkeller bürgt. Je nach Raum oder Hörgewohnheit bietet es sich an, die untere Grenzfrequenz über den Low-Cut-Filter zu beschneiden. Je weniger tief der Bass reicht, umso weniger Raumresonanzen regt er an.Zwar spielt der Bass nicht mehr gar so tief, im Gegenzug erreicht der Woofer aber etwas höhere Pegel. Unser Tipp: einfach mit einer Ihnen gut bekannten, bassstarken Scheibe ausprobieren. Die Übergangsfrequenz zu den Satelliten sollte eher hoch ausfallen, da diese wegen ihrer geringen Abmessungen tiefe Töne weniger gut verkraften. Steht der Sub zwischen den Frontboxen, ergibt sich schnell ein bruchloses Klangbild.

Test Stereo & Surround: Lautsprecher

© Archiv

Der Frequenzgang zeigt, ob ein Lautsprecher Töne über das Hörspektrum von 20 Hertz bis 20 kHz gleich laut wiedergeben kann. Im Idealfall verläuft der Messschrieb weitgehend waagerecht. Im Bass tiefreichend, ausgezeichnet linear vom Grundton bis in die Mitten, unkritische, schmalbandige Senke um 3,5 kHz. Auch unter Winkel noch sehr sauberer Verlauf.

Das gilt für den Einsatz als 2.1-System - ideal um Flachbildschirmen klangvolle Höhenflüge zu bescheren - wie den 5.1-Betrieb. In beiden Betriebsarten können sich die Modelle spielend mit großvolumiger Konkurrenz messen. Doch zeichnet diese selten Klangfarben so akkurat und weit gefächert nach. An prallen Farben geben sich die Schwabenboxen zwar nicht überreichlich spendabel, dafür beherrschen sie feinste pastellene Zwischentöne bis hin zu leuchtenden Klangfarben in betörender Schönheit. Gerade Holzblasinstrumente aber auch Stimmen profitieren von dieser Eleganz in Grundton und Mitten. Die Finesse paart Nubert mit einer gehörigen Portion Gelassenheit. Bässe schleudert der Woofer präzise konturiert in den Raum, ohne effektheischend um Aufmerksamkeit zu schnauben.

Testprofil

NubertWS 12 / AW 560
www.nubert.de
1.006 Euro

Stereo-Set

Weitere Details

62 Prozent

Testurteil
gut
Preis/Leistung
sehr gut

Gleiches gilt für das andere Frequenzende, auch höhere Lautstärken meistern die Satelliten ohne zu zischeln. Vielmehr bleibt auch im oberen Pegelbereich die Wiedergabe offen und räumlich sauber definiert.

Fazit

Eher analytisch als verspielt, eher trocken als mit Weichspüler getränkt, sprechen sowohl die Stereo-wie die Surroundvariante den ernsthaften Musikfreund und Cineasten an. Dank der kompakten Satelliten weisen beide Versionen auch einen Weg aus der zwischenmenschlichen Krise, die mit großen Boxen im Wohnzimmer allzu schnell entsteht. Und die Preise trotzen ohnehin jeder Krise. Zugreifen!

Bildergalerie

Test Stereo & Surround: Lautsprecher
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Raus aus der Krise

Edles Aussehen: Boxensysteme von Nubert.

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