Testbericht

Nikon D800 im Test

Während die Nikon D700 von Anfang an mit nur 12 Megapixeln als puristisch galt, stößt die D800 nun mit 36 Megapixeln (7360 x 4912 Pixel) in die Gefilde des Mittelformats vor.

  1. Nikon D800 im Test
  2. Datenblatt
Nikon D800, Nikon

© Nikon

Nikon D800, Nikon

Pro

  • griffige Oberfläche
  • löst schnell aus
  • nimmt Full-HD-Videos auf

Contra

  • kein verstellbarer Monitor
77,5%

Pro

  • griffige Oberfläche
  • löst schnell aus
  • nimmt Full-HD-Videos auf

Contra

  • kein verstellbarer Monitor
77,5%

Wegen der hohen Auflösung hat es die Nikon  D800 freilich mit kleineren Pixeln (4,9 µm), einer dementsprechend geringen förderlichen Blende (f8) und verstärkten Beugungsverlusten beim Abblenden zu tun.

Gehäuse

Wie bei den meisten Modellen dieser Geräteklasse, besteht das Gehäuse der D800 aus Magnesiumlegierung und ist mit Dichtungen versehen. Nikon vermittelt mit sehr griffiger Oberfläche ebenfalls ein angenehmes Gefühl von Sicherheit. Sehr willkommen ist auch der zusätzliche SDHC/SDXC-Steckplatz, der bei der D800 den CF-Slot ergänzt.

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© Nikon

Rechts oben positioniert Nikon den Blitzsynchron- und den 10-poligen Zubehöranschluss für den optional erhältlichen GPS-Empfänger GP-1.

Der Vollformater hat eine Sensorreinigung und als Besonderheit einen USB-3.0-Anschluss an Bord. Dazu kommen einige nützliche Features: So lässt sich bei der das Bildfeld vom Vollformat (FX) unter anderem auf das APS-C-Format (DX) umschalten, zudem eine Filmdatei aus Intervallaufnahmen erzeugen und mit 24- bis 36.000-facher Geschwindigkeit abspielen.

Funktionen

Für eine Kamera mit derart hoher Auflösung wagt sich Nikon in bemerkenswert hohe Empfindlichkeitsbereiche vor: Die D800 geht bis ISO 25.600. Nikon hat den Verschluss überarbeitet und spricht von 200.000 statt von 150.000 Auslösungen. Der RAW-Konverter der D800 beschränkt sich vor allem auf gängige Funktionen wie Weißabgleich, Belichtungskorrektur und D-Lighting zum Kontrastausgleich.

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© Nikon

Die D800 hat neben dem CF- einen SDHC/SDXC-Slot. Sind zwei Karten eingesteckt, lässt sich eine davon als Überlauf- oder Backup-Speicher nutzen.

Sucher und Monitor

Die D700 zeigte als semiprofessionelle Vollformatkamera bisher lediglich nur 95 % des Bildbereichs an. Bei der D800 bekommt der Fotograf das vollständige Bildfeld zu sehen - und das mit einer Vergrößerung von effektiv 0,7x. Zudem kann die D800 Gitterlinien einblenden. Einen Extrapunkt verdient sich die D800 für den praktischen, integrierten Okularverschluss. Nikon hat das rückseitige Display von 3 auf 3,2 Zoll (8,11 cm Diagonale) vergrößert und liefert darauf ein klares, scharfes, kontrastreiches Bild - auch aus größerem Blickwinkel.

Belichtungs- & Autofokusmessung

Die Belichtungsmessung erfolgt bei der Nikon D800 über einen RGB-Sensor, dessen Pixelzahl von 1005 (D700) auf 91 000 (D800) steigt. Wie so manche andere Nikon neigt die D800 tendenziell zu überbelichteten Bildern. Auch der automatische Weißabgleich langt hin und wieder daneben, vor allem bei Innenaufnahmen - die Fehlerquote bleibt jedoch im grünen Bereich.

Die D800 kommt wie alle Nikon-SLRs ohne Doppelkreuzsensoren aus, fand aber im Test äußerst zuverlässig die richtige Schärfe. Sie übernimmt das überarbeitete AF-Modul mit 51 AF-, davon 15 Kreuzsensoren von ihrer großen Schwester D4. Im Vergleich zur Vorgängergeneration bietet der neue Autofokus insbesondere eine höhere Empfindlichkeit, um die Einsatzmöglichkeiten von Telekonvertern zu verbessern.

Kaufberatung Nikon-System: Die Vollformatkameras D700, D800/E, D3x und D4

Die bisherige Grenze der Mindestlichtstärke wurde von 1:5,6 auf 1:8 angehoben. Mit 0,19/0,29 s Auslöseverzögerung inklusive AF bei 1000/30 Lux ist die D800 eine der schnellsten Kameras ihrer Klasse. Nikon verzichtet auf einen Phasen-AF und verweist auf den schnelleren Kontrast-AF - was die Messungen übrigens bestätigen: Im Live-View verlängert sich die Auslöseverzögerung der D800 lediglich auf 0,92 s.

Bei Bildserien schafft die D800 einen Durchsatz von 4 B/s und stoppt nach 10 Bildern - angesichts der 36 Megapixel und den entsprechend riesigen Datenmengen eine beachtliche Leistung; die Größe pro JPEG lag im Test zwischen 9 und knapp 24 MB, eine RAW-Datei nahm durchschnittlich 45 MB in Anspruch.

Video

Die D800 nimmt Videos in Full-HD (1920 x 1080 Pixel, 30 B/s) als MOV-Dateien (H.264) auf. Die Filme sind scharf, detailreich und farblich ausgeglichen; zudem ist das Grießeln in dunklen Bildbereichen sehr dezent.

Ratgeber DSLR: Filmen mit der Nikon D800

Andererseits weisen viele ihrer Aufnahmen (Farb-) Fehler auf. Wie die D4 zeichnet die D800 Filme intern mit einer Sampling-Rate von 4:2:0 auf, extern mit 4:2:2 bei unkomprimierter Ausgabe des HDMI-Signals an ein externes Aufnahmegerät. Ungeachtet dessen kommt sie nicht an die Videoqualität der großen Schwester heran. Das leidige Thema Autofokus bleibt: Die D800 zieht die Schärfe nur sehr unzuverlässig nach.

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© Nikon

Nikon setzt bei der Menüstruktur auf lange Scrolllisten. Die Bedienung geht leicht von der Hand.

Bedienkonzept

Nikon trennt bei der D800 die Bedienelemente fürs Filmen und Fotografieren klar voneinander. Abgesehen vom separaten Videoauslöser und dem Drehschalter für Foto- und Video-Live-View kennt man das Bedienkonzept im Großen und Ganzen von der D700. Wie von Nikon gewohnt, sind die Tasten und Schalter relativ groß, die Menüs übersichtlich und logisch aufgebaut. Leider verzichtet Nikon auf den praktischen Still-Modus der D4, in dem die Kamera nahezu geräuschlos auslöst. Über das klassenübliche LC-Daten-Display lassen sich die Aufnahmeeinstellungen auch ohne Blick durch den Sucher kontrollieren.

Fazit

Nikon zeigt, dass 36 Megapixel durchaus mit guten Werten bei Visual Noise und Texturverlust zusammen gehen können und erhält dafür eine Kaufempfehlung. Auch in Sachen Video schafft Nikon den Sprung von null auf hundert. Nur der verstellbare Monitor dürfte so manchem Filmer abgehen.

Nikon D800

HerstellerNikon
Preis2300.00 €
Wertung60.5 Punkte
Testverfahren1.6

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