Testbericht

Nikon D5100 im Test

Ein frischer Wind weht in der SLR-Mittelklasse: Mit der Canon EOS-600D und der Nikon D5100 kommen zwei gut ausgestattete Modelle mit 18 bzw. 16 Megapixel, Schwenkmonitor und Full-HD-Video. Und beide um 800 Euro. ColorFoto hat die DSLRs getestet.

  1. Nikon D5100 im Test
  2. Datenblatt
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© Nikon

EUR 399,99

Pro

  • Schwenkmonitor
  • Full-HD-Videos mit kontinuierlichem AF
  • Preis/Leistung

Contra

  • Bildqualität vergleichsweise schwächer bei höherer ISO
60,4%

Derzeit macht die auslaufende D5000 dem aktuellem Einsteigermodell von Nikon, der D3100, Konkurrenz: Nahezu preisgleich, aber mit schwenkbarem Monitor und bewährtem 12-Megapixel-Sensor ausgestattet, ist die aus höheren Preisregionen kommende D5000 eine attraktive Alternative.

Nun stellt das Nachfolgemodell die Preisdistanz wieder her: Mit der D5100 kommt eine technisch weiterentwickelte D5000 mit dem 16-Megapixel-Sensor des Mittelklassemodells D7000. Rund 800 Euro soll die D5100 im Kit mit bildstabilisiertem 18-55-mm-Objektiv in der Einführungsphase kosten.

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Ein frischer Wind weht in der SLR-Mittelklasse: Mit der Nikon D5100 kommt ein gut ausgestattetes Modell mit 16 Megapixel, Schwenkmonitor und…

Gehäuse und Monitor

Die Kamera ist ein Vertreter der SLR-Kompaktklasse und besitzt ordentlich verarbeitetes, griffstabiles Kunststoffgehäuse mit Finish, das an Magnesium erinnert. Ein reizvoller Mix aus Kurven und Kanten verleiht dem Gehäuse der D5100 eine gewisse Eigenständigkeit innerhalb des Nikon-Systems.

Stilprägendes Merkmal ist der dreh- und schwenkbare Monitor, der mit 3 Zoll nicht nur größer ist als bei der D5000 (2,7 Zoll), sondern auch eine dreimal so hohe Auflösung besitzt (307000 RGB-Pixel).

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Anders als bei der D5000 schwenkt man den Monitor beim Ausklappen nicht nach unten, sondern nach links um maximal 180 Grad. Zudem lässt sich der Monitor um 270 Grad drehen, so dass auch Selbstporträts mit Sichtkontrolle möglich sind.

Einen eingebauten Infrarotempfänger für Fernauslöser besitzt Nikon sogar in doppelter Ausführung: Vorne am Handgriff und hinten am Gehäuse neben der Menü-Taste. Diese Anordnung soll für optimalen Empfang sorgen, unabhängig davon, ob man beim Auslösen nun vor oder hinter der Kamera steht.

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© Archiv

Der Info-Bildschirm der Nikon ist nicht weniger aussagekräftig als bei der Canon; die Funktionsfelder sind allerdings kleiner und etwas weniger übersichtlich.

Belichtung und Autofokus

Eine ordentliche Auswahl an Belichtungsprogrammen ist bei SLR-Kameras der Consumerklasse obligatorisch. Neben den Standards wie Vollautomatik, Programm-, Zeit-, und Blendenautomatik sowie manueller Zeit-/Blendensteuerung findet sich eine Auswahl an typischen Motivprogrammen.

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Eine besonders große Auswahl an Motivprogrammen (5) bzw. Scenes (11) bietet die Nikon, zudem Effektprogramme wie High Key, Low Key, Silhouette, Selektive Farbe, Miniatureffekt, Farbzeichnung und Nachtsicht (Schwarzweiß mit maximaler ISO-Einstellung).

Ganz neu bei Nikon ist die HDR-Funktion: Aus zwei Aufnahmen mit einer wählbaren Spreizung von 1, 2 oder 3 EV-Stufen errechnet die D5100 eine Hochkontrastaufnahme; die Intensität des Effekts (Glättung) ist in drei Stufen einstellbar. HDR lässt sich auch mit ADL (Aktives D-Lighting) kombinieren, Nikons Algorithmus für automatischen Kontrastausgleich. Aber Vorsicht: Das Rauschen in den Schatten kann sich dabei deutlich verstärken.

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© Archiv

Auf dem Info-Monitor wählt man erst ein Einstellfeld an, um dann in das Untermenü zu wechseln - ein Schritt mehr als bei der EOS.

Live-View und Video

Zum Aktivieren der Live-View-Funktion findet sich bei der Nikon ein Schnapphebel in Nähe des Auslösers. Nur in Verbindung mit dem Live-Modus bietet die D5100 eine Motivautomatik, bei der die Kamera selbstständig zwischen verschiedenen Belichtungsprogrammen wählt.

Die Effektprogramme der D5100 können auch beim Filmen eingesetzt werden; vor allem "Miniaturwelt" (mit Zeitraffer) und selektive Farbe führen dabei zu interessanten Ergebnissen. Zur automatischen Fokussierung im Live-View lässt die Canon dem Anwender die Wahl zwischen Phasen-AF mit Dunkelphase und Kontrast-AF, auch mit Gesichtserkennung (Porträt-AF). Die D5100 begnügt sich zwar mit Kontrast- bzw. Porträt-AF, da dieser aber deutlich schneller arbeitet als bei der 600D, ist daran nichts auszusetzen. Eine Bildschirmlupe zum manuellen Fokussieren bietet sie auch.

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Gefilmt wird in Full-HD-Qualität (1920 x 1080 Pixel) mit maximal 30 Bildern pro Sekunde. Dabei lässt sich die D5100 beim Filmen auf kontinuierlichen Autofokus schalten (dafür wird im Live-Modus die Einstellung AF-F gewählt). Bei der D5100 startet man den Film einfach aus dem Live-View-Modus heraus. Elementare Filmschnittfunktionen und Einzelbildspeicherung aus Filmsequenzen bieten beide Modelle.

Um die Tonqualität zu verbessern, erlaubt D5100 den Anschluss eines externen Mikrofons. Die Eingangsempfindlichkeit kann bei der Nikon in drei Stufen variiert werden.

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© Archiv

Bei aktivierter HDR-Funktion errechnet die Kamera aus zwei Aufnahmen ein Hochkontrastbild; Spreizung der Aufnahmen und Glättung sind einstellbar.

Bedienkonzept

Wie in der SLR-Consumerklasse üblich, deckt der TFT-Monitor als Anzeigeinstrument alle Phasen der Aufnahme und Bildwiedergabe ab. Über die Funktionsfelder des Quick-Info-Monitors lassen sich Untermenüs aufrufen. Bei der Nikon D5100 vermisst man jedoch den direkten Zugriff per Drehrad. Dafür lässt sich die Anzeige bei der D5100 besser ablesen, wenn man ins Hochformat wechselt, weil die Darstellung entsprechend angepasst wird.

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© Archiv

Immer wieder gerne genommen: Die Seite "Letzte Einstellungen" macht manche Suchaktion in den weitverzweigten Menüs überflüssig.

Bildqualität

Bei der Bildqualität nach Punkten liegen Nikons D5100 und die Canon EOS 600D auf vergleichbarem Niveau, wenn man den Durchschnitt über sämtliche ISO-Einstellungen errechnet. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass die EOS bis ISO 1600 vorne liegt, ab ISO 3200 die Führung aber an die Nikon abgibt. Die Dead-Leaves-Messung bestätigt diese Tendenz. Die DL-Messung erfolgt auf farbigen Strukturen und ergänzt die Kurtosismessung. In beiden Fällen geht es um den Erhalt der Feinzeichnung - gut ist ein hoher DL- und ein niedriger Kurtosis-Wert (Details auf Seite 44).

Zu den markanten Unterschieden gehört etwa die um mehr als 200 LP/BH höhere Auflösung der EOS 600D bei ISO 800/ 1600. Interessant auch der Anstieg der Kurtosis (Texturverlust) bei der Canon zwischen ISO 1600 und 6400 (von 1,0 auf 1,9) oder das erhöhte Rauschen bei ISO 6400 (VN 2,3) im Vergleich zur Nikon (VN 1,7).

Der sehr geringe Kurtosiswert der Canon bei ISO 12800 steht nicht für eine besonders gute Textur, sondern für ein so weiches Bild, dass die Kurtosis-Messung nicht mehr sinnvoll einsetzbar ist. Genau an dieser Stelle gibt der niedrige DL-Wert den entscheidenden Hinweis auf die Interpretation des Kurtosis-Werts.

Durchgängig bietet die Nikon D5100 leichte Vorteile bei der Dynamik. Der Topwert von 12 Blenden bei ISO 100 ist aber nur mit einem höheren als dem gemessenen Rauschen realisierbar: Die Dynamikmessung entsprechend der ISO-Standards erfasst die maximale Dynamik bei potentiell aufgehellten Schatten. Eine derartige Schattenaufhellung erhöht das Rauschen, doch ist es in manchen Situationen gut, noch Reserven zu haben.

Da damit unsere Dynamikmessung grundsätzlich das gesamte Dynamikpotential erfasst, schalten wir die automatische Schattenaufhellung bei Nikon-Kameras aus, da dies Nachteile beim Rauschen, aber keinen noch besseren Dynamikwert bringt.

Ebenfalls aufschlussreich ist ein Vergleich mit den internen Schwestermodellen: In beiden Fällen punkten die Neulinge mit offensichtlich kontinuierlich verbesserter Firmware gegenüber den älteren Modellen mit gleichem Sensor (Canons 18-Megapixel-Serie, Nikon D7000).

Fazit

Die Nikon D5100 hat das Zeug, eine führende Rolle in der Consumerklasse unter 1.000 Euro einzunehmen. Dabei erfährt die D5100 noch immer starke Konkurrenz aus dem eigenen Hause mit der D90 , die noch etwa ein Jahr lang auf dem Markt bleiben soll.

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Dies gilt für die Bildqualität und die Gehäuseverarbeitung, nicht allerdings für die technische Ausstattung. In diesem Punkt ist die Nikon D5100 einfach eine Generation weiter - vor allem durch den Schwenkmonitor und Full-HD-Video mit kontinuierlicher AF-Unterstützung. Kauftipp Preis/Leistung.

Nikon D5100

HerstellerNikon
Preis500.00 €
Wertung46.5 Punkte
Testverfahren1.6

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