Testbericht

Nikon D5000 im Test

Wir haben die Nikon D5000 im Test.

  1. Nikon D5000 im Test
  2. Datenblatt
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© Archiv

Pro

  • Dreh- und schwenkbarer Monitor
  • Pentaprismensucher

Contra

  • Weniger griffig

Mit der D5000 trennt sich Nikon von vertrauten Zahlenspielen: Zwischen D40 und D100 war bislang jede volle Zehnerstufe mit einem Nikon-Modell der Consumerklasse verbunden. D200 und D300 stehen für die Semiprofis mit Magnesiumgehäuse, während es bei den ausgewiesenen Profimodellen in Einserschritten vorangeht - von der D1 über die D2 bis zur aktuellen D3. Mit der D5000 führt Nikon erstmals eine vierstellige Typenbezeichnung ein. In der Nikon-Hierarchie ordnet sich die Neue zwischen der Einsteigerkamera D60 und dem gehobenen Modell D90 ein. Und während das kompakte Kunststoffgehäuse der D5000 die Verwandschaft zur D60 betont, schaffen die inneren Werte eine Verbindung zur D90. Dazu gehören 12-Megapixel-Sensor, Live-View und HD- Video.

Ein Schwenkmonitor der besonderen Art

Die D5000 ist allerdings mehr als eine abgespeckte D90 und setzt eigene Akzente: Als erste Nikon-SLR verfügt sie über einen dreh- und schwenkbaren Monitor. Dessen Konstruktion wirkt auf den ersten Blick zwar gewöhnungsbedürftig, erweist sich in der Praxis aber als gelungen: Der Monitor ist mit dem Gehäuse über ein Scharnier verbunden, das nicht wie üblich seitlich, sondern unten am Gehäuse angebracht ist. Klappt man den Monitor soweit nach unten, dass er etwa im 90-Grad-Winkel zur Gehäuserückseite steht, so schaut man wie bei einem früheren Lichtschachtsucher von oben auf das Bild.

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Dreht man jetzt den Monitor 90 Grad um seine Achse, funktioniert der "Lichtschacht" in Hochformatposition. Ebenso einfach fotografiert man ums Eck oder über Kopf; auch Selbstporträts mit Sichtkontrolle am Monitor sind kein Problem. Die natürliche Kamerahaltung bleibt davon nahezu unberührt, was man bei einem seitlich ausschwenkenden Monitor nicht behaupten kann. Zum sicheren Transport klappt man den Monitor so ins Gehäuse zurück, dass die unempfindliche Rückseite außen zu liegen kommt.

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Der Monitor der D5000 ist mit 2,7 Zoll zwar etwas größer als bei der D60 (2,5 Zoll), bietet aber nur ein Drittel der Auflösung des 3-Zoll-Monitors der D90. Auch deren Pentaprismensucher weckt mit einer effektiven Vergrößerung von 0,6x mehr Begeisterung als der ziemlich kleine Spiegelsucher der D5000 (0,49x). Nicht verzichten muss man aber auf das Einblenden von Gitterlinien in das Sucherbild.

Weniger griffig als höhere Nikon-Modelle

Vom Schwenkmonitor einmal abgesehen, gilt für die D5000 dasselbe wie für die D60: ordentlich verarbeitet, jedoch weniger griffig als bei höherwertigen Nikon-Modellen. Zudem besitzt die D5000, typisch für die Einsteigermodelle von Nikon, keinen in das Gehäuse eingebauten AF-Motor, so dass man nur Nikkor-Objektive mit eigenem AF-Motor (alle AF-S-Modelle) oder vergleichbare Typen von Fremdherstellern verwenden kann. Das AF-Modul Multi-CAM 1000 der D5000 kennt man von der D90; es arbeitet mit 11 Messpunkten inklusive zentralem Kreuzsensor.

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Die D5000 ist mit einem Bildreinigungssystem ausgestattet, bei dem eine Folie vor dem Bildsensor mit vier verschiedenen Schüttelfrequenzen in Bewegung gesetzt wird, um sich anhaftenden Staubs zu entledigen. Als weitere Maßnahme gegen lästigen Staub im Gehäuse nennt Nikon das "Airflow-Control"-System, das Luftverwirbelungen durch den Spiegelschlag so steuern will, dass der Staub nicht auf dem Sensor landet, sondern an einer Stelle im Kameragehäuse, wo er nicht stört.

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Die Einträge am Einstellmonitor sind dicht gedrängt und relativ klein, was das Ablesen unter ungünstigen Lichtverhältnissen erschwert.

Mit Belichtungsprogrammen ist die D5000 reichlich gesegnet. Neben Standards wie Voll-, Programm-, Zeit- und Blendenautomatik, ergänzt durch manuelle Einstellung von Zeit und Blende, hat man über das Moduswahlrad Zugriff auf sechs Motivprogramme. Weitere 13 Varianten erreicht man über die Einstellung "Scene". Anders als die D60 verfügt die D5000 über eine Belichtungsreihenautomatik (Bracketing), die sich auch auf Weißabgleich und Aktives D-Lighting ausdehnen lässt. Aktives D-Lighting ist Nikons Beitrag zum Kontrastausgleich bei kritischen Motiven. Verfügbar ist die Funktion in vier Stufen oder als motivabhängig agierende Automatik. Außerdem zählt D-Lighting zu den zahlreichen Nachbearbeitungsfunktionen der Kamera. Dabei stehen aber nur drei Einstellstufen bereit.

Live-View, Video und einige Extras

Drückt man die Live-View-Taste rechts neben dem Monitor, lässt sich dieser als Motivsucher verwenden. Zur automatischen Fokussierung verwendet die Kamera ausschließlich den Kontrast-AF, verfügbar in vier Modi. Im Normalmodus findet sich eine frei am Bildschirm zu positionierende Messfeldmarkierung, die im Weitwinkelmodus ein Stück größer ausfällt. Schaltet man dagegen auf Porträt-AF, so wird die automatische Gesichtserkennung zugeschaltet, die bis zu fünf Gesichter lokalisiert - scharfgestellt wird auf das jeweils nächst gelegene.

Diese drei Betriebsarten kennt man auch von der D90, neu dagegen ist die Motivnachführung. Man aktiviert sie durch Drücken der Pfeil-oben-Taste. Anschließend kann man beobachten, wie ein gelbes Rechteck ein zuvor angepeiltes Motiv "verfolgt". In das Live-Bild lassen sich Aufnahmedaten und Gitterlinien einblenden; auch eine Belichtungssimulation ist möglich, während man ein Live-Histogramm vergeblich sucht.

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Neu bei der D5000: Der Kontrast-AF im Live-View-Modus lässt sich auch mit einer Motivnachführung kombinieren.

Im Live-View-Modus genügt ein Druck auf die OK-Taste, um die Videoaufzeichnung zu starten. Man beendet sie durch abermaliges Drücken der OK-Taste oder durch Betätigen des Auslösers. Zeitgleich wird dann das Video gestoppt und eine Aufnahme gemacht. Während oder bevor man die Videofunktion aktiviert, kann man eine Belichtungskorrektur einstellen oder einen Belichtungsmesswert (durch Drücken der AEL-Taste) speichern. Über die eingestellte Blende lässt sich die Schärfentiefe steuern; der Bildstabilisator des Kit-Objektivs hilft gegen Verwackeln. Der Autofokus führt die anfangs eingestellte Schärfe nicht nach, manuelles Fokussieren und Zoomen sind jedoch möglich.

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Videos werden im Motion-JPEG-Format (AVI) aufgezeichnet, drei Bildgrößen sind möglich: Neben 640_x_424 und 320_x_216 Pixeln lässt sich das HD-Format mit 1280x 720 Bildpunkten einstellen. In allen drei Fällen werden 24 Bilder/s aufgezeichnet. HD-Videos sind jedoch auf 5 min und eine maximale Dateigröße von 2 GB beschränkt; bei den anderen Formaten kann die Videoaufzeichnung bis zu 20 min dauern. Über die HDMI-Schnittstelle und das passende Kabel (nicht im Lieferumfang) lassen sich hochauflösende Bilder oder Videos auf einem HD-fähigen Fernsehgerät im 16:9-Format anzeigen. Ton zeichnet die D90 nur in Mono auf, was als Pilotton für Nachvertonungen ausreicht.

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Bekanntes Bedienkonzept mit wenigen Direktzugriffen

Im Bedienkonzept lehnt sich die D5000 stark an die D60 an. Der 2,7-Zoll-Monitor ist dabei nicht nur für die Bildwiedergabe zuständig, sondern zeigt bei der Aufnahme alle nötigen Daten an. Praktischerweise passt sich die Anzeige an, wenn man vom Quer- ins Hochformat wechselt und umgekehrt. Bei der D60 erlischt der Monitor allerdings auch sensorgesteuert, wenn man das Auge dem Sucher nähert. Für den dazugehörigen Sensor ließ der Klappmonitor der D5000 aber offenbar keinen Platz mehr, was schade ist.

Die Anzeigemodi "klassisch" und "grafisch" kennt man bereits - auch die Tatsache, dass man im Grafik-Modus nicht nur eine Irisblende, sondern auch die grafische Umsetzung des Moduswahlrads von der Oberseite des Gehäuses bewundern kann. Trotzdem wird mancher wohl die klassische Darstellung bevorzugen, bei der die wesentlichen Informationen wie Zeit, Blende, verbleibende Bildkapazität und Belichtungskorrektur größer angezeigt werden. Klassische und grafische Darstellung sind in jeweils drei Farbvarianten verfügbar, zudem lässt sich ein Hintergrundbild nach Wahl über Speicherkarte (SD) "einfliegen".

Zugriff auf die wichtigsten Funktionen wie Empfindlichkeit, Weißabgleich, Auflösung, Belichtungsmessung, AF-Modus, Belichtungs- und Blitzbelichtungskorrektur hat man über den Datenmonitor. Um eine Funktion einzustellen, wechseln Sie zuerst mit der Info-Taste (grüner Punkt) in das entsprechende Menüfenster (entspricht der "klassischen" Darstellung), um dort eine gelbe Markierung mit der 4-Wege-Taste auf das gewünschte Feld zu verschieben. Durch Drücken der OK-Taste gelangen Sie dann in das eigentliche Einstellmenü, in dem die Parameter durch passende Beispielbilder illustriert sind. Leider kann man Einstellwerte nicht direkt im Anzeigefenster verändern, indem man etwa am Einstellrad dreht (wie bei der Canon EOS 500D). Möglich ist das nur in sehr begrenztem Umfang, wenn man die Funktionstaste mit einem bestimmten Anzeigefenster verknüpft. Generell erschweren die dicht gedrängten Informationen und kleinen Schriften die Bedienung; im Vergleich dazu wirkt das Anzeigefenster der EOS 500D ein ganzes Stück klarer und übersichtlicher.

Bildqualität: Wenig Rauschen und geringe Texturverluste

Mit ihrem 12-Megapixel-CMOS und Expeed-Bildprozessor schafft die D5000 eine Bildqualität nahezu auf dem Niveau der teureren D90. Die Grenzauflösung der D5000 beträgt 1214 LP/BH bei ISO 100 und immer noch 1180 LP/BH bei ISO 1600. Zudem glänzt die Kamera mit sehr niedrigen Werten für den Texturverlust (maximal 0,2). Beim Rauschen ist sie mit VN-Werten zwischen 0,7 und 1,5 praktisch gleichauf mit der Konkurrentin EOS 500D und nur bei ISO 1600 dem Schwestermodell D90 (VN 1,1) merkbar unterlegen. Erfreulich auch die Dynamikwerte zwischen 10 und 9 Blenden im Bereich von ISO 100 bis 1600. Im Auge behalten sollte man die Einstellung für das Aktive D-Lighting (Kontrastausgleich): Ab Werk ist D-Lighting im Automatik-Modus aktiviert, was unter ungünstigen Bedingungen zu erhöhtem Rauschen in Schattenpartien führen kann. Tipp: D-Lighting nur zuschalten, wenn das Motiv es tatsächlich verlangt.

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Am Einstellmonitor angewählte Werte lassen sich leider nicht direkt verändern, sondern nur nach dem Wechsel ...
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... in das dazugehörige Untermenü. Dort finden sich Beispielbilder, die beim Einstellen helfen - mal mehr, mal weniger.
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Aktives D-Lighting (Kontrastausgleich) lässt sich in mehreren Stufen oder automatisch gesteuert verwenden.
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Zu den Nachbearbeitungsfunktionen gehört unter anderem ein Farbabgleich, der durch einen Farbkreis veranschaulicht wird.
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Maximale Videoauflösung ist bei der Nikon 1280 x 720 Pixel (HD); die EOS 500D bietet maximal 1920 x 1080 Pixel (Full-HD).

Nikon D5000

HerstellerNikon
Preis450.00 €
Wertung44.5 Punkte
Testverfahren1.6

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