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Nikon D4s im Test

Das neue Top-Modell Nikon D4s kommt mit 16 Megapixel Auflösung und Vollformatsensor. Technisch basiert die neue DSLR auf ihrer Vorgängerin D4, bietet aber nochmal mehr Tempo und einen extrem lichtempfindlichen Sensor zu einem Preis von knapp 6.200 Euro. Wir prüfen die Nikon D4s im Test.

  1. Nikon D4s im Test
  2. Datenblatt
Nikon D4s Test

© Nikon

Nikon D4s Test

Pro

  • Sehr guter Autofokus
  • Wenig Rauschen bei hoher ISO
  • Sehr gute Bildqualität

Contra

  • Teuer
  • Schwer

Pro

  • Sehr guter Autofokus
  • Wenig Rauschen bei hoher ISO
  • Sehr gute Bildqualität

Contra

  • Teuer
  • Schwer

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich beim neuem Flaggschiff Nikon D4s weniger um eine Neuerfindung denn konsequente Modellpflege: Der 16-Megapixel-Sensor im FX-Vollformat ist geblieben. Ebenso hat sich an Gehäuse, Benutzerführung und der Bedienstruktur im Vergleich zur D4 wenig verändert.

Die Neuerungen der Nikon D4s finden sich in einigen wenigen, aber recht interessanten Details: Der Sensor wurde feinjustiert und bietet nun einen nochmals erweiterten ISO-Bereich. Hinzugekommen ist ein verbessertes Autofokussystem und, worauf Nikon-Kenner gewartet haben: ein speziell verkleinertes RAW-S-Format.

Griffiges Gehäuse

Das robuste Metallgehäuse der Nikon D4s mit eingebautem Batteriehandgriff und Spritzwasserschutz kennt man von der Vorgängerin. Es gibt zahlreiche Direkttasten für den Einsatz im Quer- und Hochformat, einen großen 3,2-Zoll-Monitor und einen klassischen Pentaprismensucher.

Auch das Gewicht und die Abmessungen haben sich bei der Nikon D4s kaum verändert. Dennoch liegt die Neue trotz knapp 1,3 Kilogramm etwas sicherer in der Hand. Das liegt zum einen an dem ergonomisch verbesserten Handgriff.

Nikon, D4s, Gehäuse

© Nikon

Das Gehäuse der Nikon D4s ist aus Magnesiumlegierung gefertigt und gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet.

Zudem verfügt die Nikon D4s teils über neu gestaltete Kuppen für Daumen und Mittelfinder. Eine griffigere Form der Tasten, etwa der beiden Joysticks rechts neben dem Display, soll speziell den Outdoor-Gebrauch bei feuchter Witterung verbessern.

Die Tastenbeleuchtung gab es bereits bei der D4, die gekoppelt mit der Beleuchtung der beiden Statusmonitore per On/Off- Schalter aktiviert wird. Hinter dem rückseitigen, durch einen Entriegelungsknopf gesicherten Springdeckel versteckt, liegen zwei Steckplätze, einer für CF-Karten, ein weiterer für die relativ neuen XQD-Cards.

Links außen am Gehäuse findet sich ein Anschluss für den optionalen WLAN-Adapter WT5. Neu ist ein schnellerer Gigabit-100/1.000-TX-Ethernet- Anschluss, der zusammen mit dem neuen RAW-S-Format nun wesentlich flottere Bildübertragungen unkomprimierter Dateien ermöglicht - allerdings mit reduzierter Auflösung.

NIkon, D4s, Speicherkarte

© Nikon

Fotos speichert die Nikon auf CFund den wenig verbreiteten QXD-Speicherkarten. Die Letzteren werden ausschließlich von den beiden Nikon der 4er- Reihe verwendet. WLAN gibt es nur per Adapter.

SLR-Sucher und LCD-Monitor

An Sucher und Monitor hat sich bei der Nikon D4s nichts getan: Der 100-Prozent-Prismensucher bietet eine effektive Vergrößerung von 0,7x, kann Gitterlinien einblenden, verzichtet aber nach wie vor auf eine auswechselbare Mattscheibe.

Zur Aufnahmekontrolle finden sich am Gehäuse drei Anzeigemonitore: Eine Statusanzeige an der Gehäuseoberseite, ein weiteres auf der Rückseite unten und darüber ein 3,2-Zoll-Monitor mit 307.000 RGB-Pixeln Auflösung und hochqualitativer Anzeigequalität zur Bild- und Aufnahmekontrolle.

Nikon, D4s, Display

© Nikon

Bedienung: Sowohl die Abmessungen als auch die Platzierung der Bedienelemente ähneln stark denen der D4. Die Bildkontrolle erfolgt auf einem fest eingebauten 3,2-Zoll- Monitor mit 307 000 RGBBildpunkten.

Reportagetauglich

Schnelle Autofokus-Zeiten, eine hohe Serienbildgeschwindigkeit und herausragende Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen sind die Disziplinen, mit denen sich die D4s zur ausgemachten Top-Kamera für Sport- und Reportagefotografen qualifiziert.

Herzstück der s-Ausgabe ist ein verbesserter 16-Megapixel- CMOS-Sensor im klassischen Vollformat, der im Zusammenspiel mit dem neuen EXPEED-4-Prozessor eine recht gigantische ISO-Rekordweite von ISO 50 bis 409.600 abdeckt - das ist derzeit mit Abstand brachenführend.

Damit sind selbst bei wenig Licht relativ sicher verwacklungsfreie Aufnahmen frei Hand möglich. Die Empfindlichkeit lässt sich manuell oder automatisch, mit der Möglichkeit einer Eingrenzung, steuern.

Autofokus und Belichtung

Das Autofokussystem der Nikon D4s ähnelt der D4, wurde aber speziell im Bereich der Motiverfassung- und -verfolgung optimiert. Ein neuer Verschluss- und Spiegelmechanismus sorgt bei schnellen Bildraten dafür, dass der Spiegel zwischen zwei Belichtungen länger ruhig steht. Das bedeutet eine kürzere Sucherbildverdunkelung, eine bessere Sicht auf das Motiv während der Serienaufnahmen und dass der Autofokus auch bei maximaler Serienbildgeschwindigkeit aktiviert bleibt.

Im Labor konnte die Nikon D4s bei voller Auflösung bis zu 82 JPEGs oder 39 RAWs in Serie, mit einem Durchsatz von jeweils 11 B/s verarbeiten. Die Belichtungsmessung erfolgt wie gehabt über einen RGB-Sensor mit 91.000 Pixeln und ist mit dem Autofokussystem, gekoppelt.

Der Phasen-Autofokus arbeitet weiterhin mit 51 Messfeldern, 15 davon Kreuzsensoren. Die herausragenden Nachtsichtfähigkeiten der Nikon D4s machen sich auch hier bemerkbar: 11 Messfelder haben eine Lichtempfindlichkeit bis zu Blende 8.

Nikon, D4s, Display

© Nikon

Neben den typischen AF-S- oder AF-CModi bringt die Nikon D4s eine neue Funktion zur Messfeldgruppensteuerung mit. Damit lassen sich fünf vorgewählte, als Raute angeordnete Autofokus-Felder zu einer Gruppe zusammenfassen. Solange eins dieser Felder das bewegte Motiv erfasst, bleibt es im Vordergrund. In diesem Modus kann bei schnell bewegten Motiven die Schärfe präzise auch über größere Entfernungen nachgeführt werden. Auch kleine Motive vor kontrastreichen Hintergründen sind besser fokussierbar.

Im Live-View-Betrieb stellt die Kamera mit Kontrast-Autofokus scharf. Der arbeitet mit 0,92/0,95 s bei 1.000/30 Lux allerdings noch immer wesentlich langsamer als der Autofokus moderner spiegelloser Systemkameras. Auch das Phasen-AF-Tempo konnte Nikon nicht spürbar steigern: Mit 0,27/0,30 s ist sie eine Spur träger als ihre Vorgängerin (0,26/0,24 s).

Videomodus

Nachdem die Vorgängerinnen D3x noch gar keine Videos aufzeichnete, die D3s maximal HD-Filme und die D4 endlich Full-HD-Filme schaffte, meistert die s- Ausgabe nun "sendefähige" Full-HD-Filme in verschiedenen Bildformaten (DX, FX und nativen Beschnitt sowie in unkomprimierter HDMI-Ausgabe) mit Bildraten von bis zu 60 Vollbilder/s.

Die Bildeinstellungen wie Schärfe, Kontrast oder Sättigung werden auch beim Filmen wirksam. Zudem lassen sich ISOEinstellungen vornehmen, die Blende motorisch ansteuern und die Belichtungszeit fixieren.

Zu den zusätzlichen Optionen der Nikon D4s gehören Zeitrafferaufnahmen. Möglich ist zudem die parallele Aufzeichnung auf Speicherkarte und ein externes HDMI- Aufnahmegerät. Auch die Tonaufnahme wurde verbessert. Ton kann über das interne oder ein externes Mikro aufgenommen werden. Es besteht die optionale Auswahl des Frequenzgangs, der Mikrofonempfindlichkeit und manueller Tonpegelsteuerung sowie automatischer Reduzierung von Windgeräuschen. Messen des Weißabgleichs funktioniert dagegen nicht.

Insgesamt überzeugen die Aufnahmen mit guter Abbildungsleistung, kaum Rauschen und so gut wie keinen Artefakten. Der kontinuierliche Autofokus der Nikon D4s zieht allerdings selbst guten Lichtverhältnissen die Schärfe relativ unsicher und deutlich hörbar nach.

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Nikon, D4s, ISO
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Nikon D4s. Nikons neues Top-Modell mit 16 Megapixel Auflösung und Vollformatsensor heißt D4s. Technisch basiert die Neue auf ihrer Vorgängerin D4,…

Bei wenig Licht oder Dunkelheit funktioniert er eher mehr per Zufallsprinzip. Bedienkonzept An dem überzeugenden Bedienkonzept der Vorgängerin wurde zur Recht wenig geändert.

Ein paar wenige Modifizierungen tragen noch zu etwas besserem Komfort der Nikon D4s bei. Etwa die beiden Joysticks rechts vom Monitor, die nun aufgrund ihrer geriffelten Struktur bei nassfeuchten Witterungsverhältnissen besser greifbar sind. Einer ist im Quer-, der andere im Hochformat optimal erreichbar für den rechten Daumen.

Die Belichtungsmessung lässt sich bequem per Taste links des Sucherdoms ändern. Es gibt einen Drehschalter zum Wechsel vom Foto- in den Videomodus und jeweils optionalen Live-View-Betrieb. Im Live-View kann die D4s wie ihre Vorgängerin auf Wunsch nahezu geräuschlos auslösen. Dazu wird im Menü unter Live-View- Foto "still" aktiviert. Damit bleibt der Spiegel oben, der langsame Live-View- AF ist aktiv und statt des mechanischen Verschlusses kommt ein elektronischer zum Einsatz, wodurch verstärkt Überblendeffekte auftreten können.

Es gibt eine separate Videostarttaste hinter dem On/Off-Drehregler, der ebenso die Beleuchtung der Tasten und der Displays steuert. Unterhalb des zweiten Einstell- Displays auf der Rückseite befinden sich, wie gewohnt, die ihm zugeordneten Funktionstasten für ISO (ohne ISO-Auto), Weißabgleich und Qualität sowie eine zusätzlich zur Aufnahme von Sprachnotizen.

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Nikon, D4s, Dead Leaves
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Bildqualität

Bereits die D4 überzeugte durch eine sehr gute Abbildungsleistung, deren Niveau die Nikon D4s noch etwas steigern kann. Nikon holt bei den niedrigeren Empfindlichkeiten etwas mehr Auflösung aus dem überarbeiteten Sensor und kann ab ISO 800 das Rauschen noch mal senken. Dies verbessert zugleich die Feinzeichnung und führt noch bei ISO 25.600 zu beeindruckenden Resultaten. Das ist nicht perfekt, aber druckbar.

Grundsätzlich neigt auch Nikons D4s zu etwas überzogenen Kontrasten bei niedrigen Empfindlichkeiten, und die DL-Kurven steigen über 1,5. Bis ISO 1.600 sind die Abfälle in der Bildqualität sehr gering und bei ISO 6.400 liefert die D4s eine Bildqualität, die APS-C-Kameras bei ISO 800 bis 1.600 je nach Modell erreichen.

Ab ISO 51.200 nimmt das Farb- und Rauschverhalten jedoch sprunghaft zu. Bei ISO 409 600 lässt sich das Motiv im Prinzip nur mehr schemenhaft anhand grob abgebildeter Strukturen erahnen denn wirklich erkennen. Eine messtechnischeAuswertung der ISO-409.600-Testbilder war nicht möglich.

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Fazit

Im Fall der Nikon D4-Modelle geht es nicht um maximale Auflösung, sondern um gute Qualität bei hohen ISO-Werten, sowie eine maximale Treffsicherheit bei bewegten Motiven. Beide Aufgaben erledigt die Nikon D4s noch etwas besser als die Nikon D4 (Test). Der Autofokus bleibt nun auch bei maximaler Serienbildgeschwindigkeit aktiv und folgt bewegten Motive mit höherer Genauigkeit. Bei hohen Empfindlichkeiten liefert die D4s nun noch weniger Rauschen und erhält Details besser.

Technische Daten: Nikon D4s und D4 im Vergleich

Download: Tabelle

Nikon D4s

  
HerstellerNikon
Preis6200.00 €
Wertung60.0 Punkte

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