Testbericht

Nikon D300

Die 12-Megapixel-Kamera D300 (1400 Euro) schlägt eine Brücke zwischen gehobener Amateurkamera und Profimodell. Das spritzwassergeschützte Kameragehäuse ist nicht so sperrig wie ein Profimodell mit integriertem Batteriehandgriff, hat aber dennoch genügend Masse, um schweren Teleobjektiven ein adäquates Gegengewicht zu bieten. Wer will, ergänzt die Kamera durch das optional erhältliche Mulitfunktions-Batterieteil (MB-D10) mit Hochformatauslöser und zusätzlichem Multifunktionsschalter. Damit soll sich laut Hersteller die maximale Bildfrequenz von gemessenen 6 B/s auf bis zu 8 Bilder pro Sekunde steigern lassen. Über die eingebaute HDMI-Schnittstelle und das passende Kabel (nicht im Lieferumfang) lassen sich hochauflösende Bilder zu einem TV-Gerät oder Beamer übertragen.

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Der Pentaprismensucher brilliert durch eine effektive Sucherbildvergrößerung von 0,63x, bezogen auf das Bildformat von 23,6 x 15,8 (DX-Format). Bei der Bildfeldabdeckung erreicht die D300 profigerechte 100 Prozent. Zum exakten Ausrichten der Kamera bei Architektur- oder Sachaufnahmen lassen sich Gitterlinien in den Sucher einblenden. Der 3-Zoll-Monitor besitzt eine Auflösung von 307_000 RGB-Bildpunkten und einen Betrachtungswinkel von 170 Grad horizontal/vertikal. Detailreichtum und Brillanz sind vorbildlich, was auch der Live-View-Funktion zugute kommt. Benutzt man den Monitor als Motivsucher, stehen zum Fokussieren wahlweise Kontrast- und Phasen-AF bereit.

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Auch der Multifunktionswähler erhöht die Anzahl der Direktzugriffe auf wichtige Parameter.

Das AF-Phasendetektionssystem arbeitet mit 51 Messfeldern, von denen 15 Kreuzsensoren sind. Die Anzahl der aktiven Messfelder kann zwischen 9, 21 und 51 variiert werden. Der Autofokus lässt sich auf verschiedene Objektive feinabstimmen, zudem hilft eine Motiverkennungsfunktion bei der Schärfenachführung. Bei der Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit erreicht die D300 mit 0,27/0,47 s bei 3000/30 Lux gute Werte, wenngleich die Canon EOS 50D bei wenig Licht mit 0,26 s deutlich besser ist.

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Das bei Bedarf zuschaltbare D-Lighting (Kontrastausgleich) lässt sich in drei Intensitätsstufen einstellen.

Sehr praktisch bei der D300: Wichtige Funktionen und Einstellungen hat man mittels Schalter und Tasten im Direktzugriff, etwa für Autofokus, Belichtungsmessmethode, Weißabgleich, Bildqualität oder Empfindlichkeit. Der Multifunktionswähler an der Rückseite erlaubt Bewegungen in acht Richtungen. Zur Geltung kommt diese Funktion beim Anwählen von einzelnen AF-Feldern. Für problematische Motive bietet die Kamera einen zuschaltbaren Kontrastausgleich (D-Lighting), der direkt bei der Verarbeitung von Bildern zu JPEGs wirksam wird. Zudem findet man D-Lighting bei den Nachbearbeitungsfunktionen der Kamera. Weitere Nachbearbeitungsfunktionen betreffen das Konvertieren von Farb- zu SW-Bildern, Software-Filter, Änderung der Farbbalance, Rote-Augen-Korrektur oder eine Überblendung aus zwei RAW-Bildern. Über 48 Individualfunktionen lässt sich die Kamera den Vorlieben ihres Benutzers anpassen; vier Speicherplätze sind für Benutzerprofile vorgesehen.

Bildqualität

Der 12-Megapixel-CMOS der D300 produziert Bilder mit einer Grenzauflösung zwischen 1253 und 1144 LP/BH im gemessenen Bereich von ISO 100 bis 1600; der Texturverlust ist dabei erfreulich gering und erreicht maximal 0,3. Vorbildlich zeigt sich die Kamera auch beim Rauschen (0,7/1,3 VN bei ISO 100/1600) und beim Objektkontrast. Den Spitzenwert von 10,5 erreicht die Kamera gleich zweimal, erstaunlicherweise nicht nur bei ISO 100, sondern auch bei ISO 800, während bei ISO 400 "nur" 9,5 Blenden, bei ISO 1600 immer noch gute 9 Blenden möglich sind. In der Summe erreicht die Kamera die höchste Bildqualität in dieser Klasse.

Detaillierte Testergebnisse - Nikon D300

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