KAMERATEST

Nikon Coolpix S4150

Zwei Dinge unterscheiden die Nikon Coolpix S4150 von anderen digitalen Kompaktkameras dieser Preisklasse:

  1. Nikon Coolpix S4150
  2. Datenblatt
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© Nikon

Das solide Metallgehäuse, das es in Violett, Schwarz, Rot, Gold und Silber gibt, sowie das Objektiv, das mit einer Anfangsbrennweite von 26 Millimetern (KB) schon erfreulich weit in den Weitwinkelbereich geht. Mit ihrem 5-fach-Zoom, das im Telebereich bis 130 Millimeter reicht, ist sie praxisgerechter ausgestattet als die "große Schwester" S6150 mit ihrem 7-fach-Zoom (28-196 Millimeter KB). Denn das bisschen mehr Weitwinkel ist oft nützlicher als die vielen Tele-Millimeter.

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© Nikon

Ansonsten gleicht sie der Nikon S6150 äußerlich wie ein Ei dem anderen: Ein-/Ausschalter, Zoomwippe, Auslöser und fast alle Funktionen werden über den 3 Zoll großen Touchscreen eingegeben. Eine handliche Überalldabei-Kamera, die mit 128 Gramm angenehm leicht ist, gut in der Hand liegt und durchaus einen wertigen Eindruck macht. Innen werkeln ein 1/2,33-Zoll-CCD-Sensor mit 14MP (Coolpix S6150: 16 MP) und ein EXPEED C2 Bildprozessor. Für die nachträgliche Bearbeitung der Fotos gibt es viele bunte Filter und Effekte, die den Griff zur Bildbearbeitungssoftware ersparen sollen. Das macht die Bilder selten besser, ist aber Standard in der Einsteigerklasse.

Filmaufnahmen kann man mit nur einem Knopfdruck starten. Videos werden in HD (1280x720) und Stereo-Ton aufgezeichnet. Die Videoqualität ist durchaus ansprechend, solange die Kamera auf einer festen Unterlage ruht. Filmt man aus der Hand, fehlt doch ein optischer Bildstabilisator und jeder Wackler wird sofort sichtbar.Nach dem Einschalten ist die Coolpix 4150 schnell aufnahmebereit, ansonsten aber sehr gemächlich. Schon die Autofokuszeit ist mit 0,6s (WW) bzw 0,74s (Tele) eher mäßig, störender ist aber die Denkpause nach jeder Aufnahme. Bis das Bild gespeichert und die Kamera wieder einsatzbereit ist, vergehen gefühlte Ewigkeiten - selbst bei verringerter Auflösung. Die Motivverfolgung, die bei der Coolpix 4150 mit an Bord ist, macht so ziemlich wenig Sinn.

Auch über die Bildqualität lässt sich leider wenig Gutes sagen. 1245 Lp/BH in der Bildmitte (ISO 100, WW) sind im Rahmen dessen, was man von einem 14MP-Sensor dieser Größe erwartet, doch die Bildergebnisse enttäuschen. Offensichtlich geht der Bildprozessor völlig übermotiviert zur Sache, denn selbst bei ISO 100 wirken Flächen unnatürlich glatt und an Kanten entstehen häßliche Blitzkanten. Dazu passen die Kurtosiswerte: 3,9 bei ISO 100 und 12,5 bei ISO 400 sind auch für eine günstige Kompakte indiskutabel. Nicht besser sieht es beim Rauschen aus, wo vor allem eine starke Asymmetrie auffällt: Während die ganz hellen und die ganz dunklen Felder durchaus ansprechend abgebildet werden, türmen sich vor allem in den dunklen Grautönen unansehnliche Pixelgebirge. Bilder mit ISO 400 oder mehr sind dadurch zerstört, und man muss sich tatsächlich fragen, ob Nikon sich einen Gefallen damit tut, Kompakte auf den Markt zu werfen die Bilder in Smartphone-Qualität liefern.

Fazit: Ein schicke Kamera, gut verarbeitet und intuitiv zu bedienen. Allerdings ist sie langsam und die Bildqualität ist der Marke Nikon unwürdig.

Nikon Coolpix S4150

HerstellerNikon
Preis130.00 €
Wertung22.5 Punkte
Testverfahren1.6

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