Kompaktkamera

Nikon Coolpix P7100 im Test

Mit der Coolpix P7100 ist Nikon eine Kompaktkamera auf Top-Niveau gelungen. Warum die Digitalkamera überzeugt, verrät unser Test.

  1. Nikon Coolpix P7100 im Test
  2. Datenblatt
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© Nikon

Pro

  • Gute Handhabung
  • Gute Ausstattung
  • Schnelles Bildverarbeitungssystem

Contra

Als die Coolpix P7000 letztes Jahr das Licht der Welt erblickte, sollte sie der Canon G12 Marktanteile abringen. Doch das gelang nicht wirklich. Woran es lag, machte schon der ColorFoto Testbericht deutlich: "Eine 550-Euro-Kamera sollte im Tele ein konstanteres Ergebnis liefern. Tele und Weitwinkel unterscheiden sich zu deutlich" schrieben die Tester dem Hersteller ins Stammbuch. Jetzt soll die P7100 als Nachfolger mit höherer Bildqualität, verkürzter Auslöseverzögerung und einem schnellerem Autofokus glänzen.

Dabei ist P7100 keine Neuentwicklung. Sie nutzt den gleichen, erfreulich großen 1/1,7"- 10MP-CCD wie das Vorgängermodell. Sogar im Aussehen gleichen sich die beiden - das eher konservative Äußere wird von einem großen optischen Sucher dominiert. Das qualifiziert die Kamera vielleicht nicht gerade für den Red-Dot-Designaward, ist aber in vielen fotografischen Situationen durchaus hilfreich. Auch die Einstellmöglichkeiten der P7100 gleichen der des Vorgängermodells und reichen von umfangreichen Automatiken bis zur komplett manuellen Einstellung.

Bedienung

Die Vielzahl der Einstellräder, Tasten und Wippen mag beim ersten Anblick etwas verwirrend sein. Dieser Eindruck ändert sich beim Arbeiten mit der Kamera schnell. Die Zuordnung von Symbolen und Funktionen ist hervorragend gelöst, wichtige Einstellungen sind an den mechanischen Bedienelementen mit einem Blick sofort zu erkennen.

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Die Menüführung für die erweiterten Funktionen ist in weiten Bereichen an die der Nikon-SLR angelehnt. Die Bedienelemente sind von bester Qualität und ein versehentliches Verstellen ist kaum vorstellbar - die Friktion der Einstellräder ist satt, die Druckpunkte der Tasten sind deutlich definiert.

Ausstattung

Über den optimalen Zoombereich einer Kompaktkamera lässt sich trefflich streiten; die Nikon P7100 kommt mit ihrem 7,1-fach-Zoom unserer Idealvorstellung jedenfalls relativ nahe. Die 28-Millimeter (KB-äquivalent) erlauben schon eine deutliche Weitwinkelperspektive und am Teleende ist man mit  KB-äquivalenten 200 mm im Bereich des Realistischen geblieben. Ein optischer Bildstabilisator versteht sich in dieser Preisklasse fast von selbst.

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© Nikon

Dass die aufgenommenen Bilder schon in der Kamera bearbeitet werden können, befremdet bei der offensichtlich angepeilten Zielgruppe der Edelamateure und Halbprofis. Eine ganze Reihe von Effekten stehen zur Verfügung. Wer auf Qualität Wert legt speichert allerdings im RAW-Format und bearbeitet die Bilder später am Rechner.  Der integrierte Blitz ist gut zum Aufhellen, über einen Blitzschuh kann auch extern geblitzt werden.

Bildqualität

Das schnelle Bildverarbeitungssystem EXPEED C2 sorgt für verbesserte Bildqualität und Filmaufnahmen und erzielt selbst bei einer hohen ISO-Empfindlichkeit minimales Bildrauschen" heißt es auf der Nikon-Website. Nun ist der Begriff minimal sicher dehnbar, doch im Testlabor lässt die P7100 den markigen Worten auch Taten folgen.

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Im Weitwinkel bei ISO steht eine Mittenauflösung von 1347 LP/BH zu Buche, der Verlust nach den Ecken liegt mit rund 100 LP/BH im mittleren Bereich. Bis ISO 1600 sinkt die Mittenauflösung auf 1038 LP/BH, der Abstand zu den Ecken bleibt fast gleich. Der Kurtosiswert liegt bis ISO 1600 durchgehend bei oder unter 0,7. Gut.

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© Nikon

Gespannt waren wir auf die Teleleistung. Hier liegt die Auflösung für ISO 100 in der Bildmitte und in den Ecken knapp unter der 1200er-Marke, der Dynamikumfang bei 9,7 Blendenstufen und der Kurtosis-Wert bei 0,7. Gute Werte, die durch die Bildergebnisse bestätigt wird: Während die Grashalme unserer Testaufnahme akzentuiert und noch mit ausreichendem Kontrast wiedergegeben werden, wirken die Gesichter eben und natürlich. Hier ist es Nikon gelungen, einen der Hauptkritikpunkte beim Vorgängermodell eindrucksvoll zu beseitigen.

Auch beim Aufnahme- und Verarbeitungstempo, einem anderen Kritikpunkt, konnte die P7100 Boden gut machen. Der Autofokus gehört mit 0,27/0,57 (W/T) zur schnelleren Sorte und findet dabei zuverlässig die richtige Schärfeebene, auch bei wenig Licht. Apropos wenig Licht: Die Kamera erlaubt ISO-Einstellungen bis 12800, Nikon nennt das "rauscharmen Nachtmodus". Natürlich leidet die Schärfe bei solch extremer Empfindlichkeit und das Rauschen ist kräftig. Allerdings liefern viele andere Kameras schon bei ISO 3200 schlechtere Bilder. Bevor gar nichts mehr geht, ist diese Funktion allemal einen Versuch wert.

Fazit

Nikon ist mit der P7100 eine Kompakte auf Top-Niveau gelungen. Die Kinderkrankheiten der P7000 sind beseitigt und mit 69 Punkten verdrängt sie die Panasonic Lumix LX-5 von der Spitze der Bestenliste. Testsieger.

Nikon Coolpix P7100

HerstellerNikon
Preis400.00 €
Wertung69.0 Punkte
Testverfahren1.6

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