Testbericht

Nikon Coolpix L22

Zeitgleich mit der 8-Megapixel-Kamera Coolpix L21 (90 Euro) bringt Nikon ein etwas besser ausgestattetes Einsteigermodell: Die Coolpix L22 bietet für 100 Euro einen 12-Megapixel-Sensor und einen größeren 3-Zoll-Monitor.

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Nikon Coolpix L22

© Nikon (Hersteller)

Nikon Coolpix L22

Die Coolpix L22 hat wie die L21 ein 3,6-fach-Zoom; das startet allerdings bei 37 statt 41 mm Anfangsbrennweite (KB-Äquivalent), ermöglicht also Aufnahmen mit etwas größerem Bildwinkel. Das Design lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei L21 und L22 um zwei sehr nahe Verwandte handelt: Sie haben gleichermaßen eine sanft geschwungene Form mit abgerundeten Kanten und ausgeformtem Griff, in dem zwei AA-Batterien und der SD/SDHC-Slot Platz finden. Da die L22 anstelle des 2,5- ein 3-Zoll-Display auf ihrer Rückseite unterbringen muss, ist sie um 6 mm breiter (101 mm) und im Betriebszustand um 15 g schwerer (196 g). Beide L-Modelle gibt es in Schwarz und "Champagne Silver", die L22 zusätzlich in Weinrot, die L21 in Rosa.

Ausstattung

Wie die L21 lässt auch die L22 eine ISO-Einstelloption vermissen. Wenn die Automatik einen höheren ISO-Wert verwendet, um bei schlechteren Lichtverhältnissen kurze Verschlusszeiten und unverwackelte Aufnahmen zu ermöglichen, muss sich der Fotograf mit den damit verbundenen Einbußen an Bildqualität abfinden, vor allem mit einem sichtbar stärkeren Bildrauschen. Er kann nicht wie üblich manuell eine niedrige Empfindlichkeit vorgeben und die Kamera dann zum Fotografieren auf dem Stativ befestigen oder auf einer Ablagefläche abstellen, damit die Fotos trotz langer Belichtungszeit gelingen. Schärfe, Kontrast und Farbsättigung lassen sich ebenfalls nicht beeinflussen, ebenso wenig die Belichtungsmessmethode: Solange nur das optische Zoom zum Einsatz kommt, nimmt die L22 grundsätzlich die Matrix-Messung mit 256 Feldern. Bis zum 2-fach-Digitalzoom arbeitet sie mit mittenbetonter, sonst mit Spot-Messung. Allerdings sollte man nach Möglichkeit auf das Digitalzoom verzichten. Unter "Weißabgleich" hat der Anwender die Wahl zwischen Festwerten, Automatik und "Messwert speichern". Im Aufnahmemenü befinden sich lediglich drei weitere Optionen: die zum Einstellen der Bildqualität/größe und Farbeffekte sowie die zum Zuschalten der Serienaufnahme. Über eine separate Taste gelangt man zu den 16 Szenenprogrammen, zur "Einfachautomatik", zum Video- (640 x 480 Pixel, 30 B/s, AVI Motion JPEG) und Smart-Porträt-Modus. Letzterer erleichtert Selbstporträts ohne Stativ: Der Fotograf streckt einfach den Arm aus, richtet die Linse auf sich selbst, und die Kamera erkennt die Position des Gesichts, stellt scharf, passt die Belichtung an und löst aus.

Handhabung

In Sachen Bedienkomfort geben sich die beiden Coolpix-Modelle nicht viel: Das 3-Zoll-Display der L22 zeigt wie das kleinere Gegenstück der L21 eine stimmige, rauscharme Vorschau. Eine Verwacklungswarnung fehlt, und die Kunststoffbedienelemente könnten einen klareren Druckpunkt haben. Das Zoom durchfährt den Brennweitenbereich leise, aber in 8 groben Stufen. Und das Menü ist nicht zuletzt wegen der wenigen Einträge sehr übersichtlich, das Bedienkonzept einsteigerfreundlich und intuitiv zu erfassen. Lediglich der Autofokus arbeitet bei der L22 minimal langsamer und leistete sich im Test einen Fehler mehr. Ungeachtet dessen geht die Auslöseverzögerung mit 0,46 (WW) und 0,72 s (Tele) für eine 100-Euro-Kamera in Ordnung.

Bildqualität

Dank der 12 Megapixel löst die L22 deutlich höher auf als die L21. Sie erreicht im Weitwinkel bis zu 1325 LP/BH. Im Tele geht die Leistung zwar rapide auf 769 (Ecken) bis 855 LP/BH (Bildmitte) zurück, dennoch erarbeitet sich die L22 in dieser Disziplin einen achtbaren Vorsprung. Den verspielt sie allerdings zum Teil mit ihrem stärkeren Bildrauschen: Der gemessene Visual Noise beträgt 1,7/2,7 VN bei ISO 80/400 (L21: 1,3/2,3 VN). Trotzdem gelingt es der L22 nicht, kleine Details besser darzustellen. Wie die L21 eliminiert auch sie feine, kontrastschwache Strukturen im Zuge der internen Bildverarbeitung (Kurtosis 4,2/3,5 bei ISO 80/400). Im Tele tritt zudem eine stärkere chromatische Aberration auf, die durch Farbsäume sichtbar wird. Zwischen hellstem und dunkelstem darstellbaren Bereich liegen 9,5 (ISO 80) bzw. 8,3 Blenden (ISO 400) - sehr gut.

Fazit - Nikon Coolpix L22

Für 10 Euro mehr bekommt man hier einen größeren, guten Monitor - ein faires Angebot. Außerdem löst die Coolpix L22 mit ihrem 12-Megapixel-Sensor höher auf als das 8-Megapixel-Pendant L21. Wegen der fehlenden ISO-Einstelloption und dem starken Texturverlust kein Kauftipp.

www.nikon.de

Nikon Coolpix L22

HerstellerNikon
Preis100.00 €
Wertung39.5 Punkte
Testverfahren1.5

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