Testbericht

Neuer Windows Home Server

Mit der Version 2011 geht der Windows Home Server nun in die zweite Runde. Der Microsoft-Server für den Hausgebrauch, der vor allem als Alternative zu NAS-Geräten auf Linux-Basis gedacht ist, baut in der neuen Version nun auf dem Windows Server 2008 auf.

windows home server 2011

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windows home server 2011

Der von Microsoft unter dem Codenamen Vail entwickelte Windows Home Server 2008 ist nun endlich fertig. Zunächst ist er für MSDN- und Technet-Abonnenten als Download verfügbar, in den kommenden Wochen kommen die ersten Geräte mit WHS 2011 auf den Markt. Zudem wird es auch eine System-Builder-Version der Software geben, für all jene, die selbst einen passenden Rechner aufbauen wollen.

Während die erste Version des Home Servers noch auf dem Windows Server 2003 aufbaute, nutzt der neue WHS nun den Server 2008 R2 als Basis. Damit haben sich auch die Hardware-Voraussetzungen geändert: Der Prozessor muss nun 64 Bit unterstützen, als Arbeitsspeicher müssen wenigstens zwei GByte RAM auf dem Mainboard stecken. Zudem unterstützt die Version 2011 nun auch offiziell Festplatten im RAID-Verbund.

Der Windows Home Server dient nicht nur als zentraler Datenspeicher im Netz, er übernimmt auch das automatische Backup von PCs mit Windows 7, Vista oder XP SP3, das unauffällig im Hintergrund stattfindet. Neu bei der Version 2011 ist, dass nun auch Macs gesichert werden.

Kein Drive Extender von Microsoft

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WHS2011: Die ersten Geräte Erste Heimserver mit WHS 2011 haben bereits Acer und der britische Hersteller Tranquil angekündigt. Während das RevoCenter von Acer auf einer Atom-Plattform aufbaut, setzt Tranquil beim Leo HS4 einen deutlich stärkeren Core i3-2100T ein, der sich beim Streaming auszahlen wird. Acer kann dafür mit der Unterstützung von clear.fi aufwarten. Zudem wird der Acer deutlich günstiger sein.

Eine Besonderheit der ersten WHS-Version, der Drive Extender, hat es nicht mehr in die neue Version geschafft. Mit dieser Technologie konnten Festplatten unterschiedlicher Größe und mit verschiedenen Schnittstellen zu einem Volume kombiniert werden.

Es war sogar möglich, Platten wieder aus einem Volume zu entfernen, wenn genügend Speicherplatz vorhanden war, um die Daten auf den verbliebenen Laufwerken zu verteilen. Zudem konnten Verzeichnisse auf mehreren Laufwerken gespiegelt werden, um das Risiko eines Datenverlusts zu minimieren.

Am Anfang hat der Drive Extender allerdings nicht sauber gearbeitet, unter bestimmten Umständen war ein Datenverlust die Folge, was die Reputation des Windows Home Servers massiv in Mitleidenschaft zog.

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In den Medieneinstellungen kann die Qualität der Videostreams festgelegt werden. Eine hohe Qualität erfordert aber eine starke CPU.

Da Microsoft die selbe Codebasis für den Windows Home Server 2011 und für den Small Business Server 2011 verwendet hat, wollte man für den kleinen Firmenserver kein Risiko eingehen und hat den in frühen Vail-Betas noch vorhandenen Drive Extender aus den finalen Versionen entfernt. Dieser Schritt hat Microsoft in der Community einiges an Kritik eingebracht.

Statt des Drive Extenders bietet der WHS 2011 nur noch einen Assistenten, der Daten auf eine neue Platte umkopiert. Zusätzliche Datensicherheit bringt ein neuer Backup-Dienst, der den Datenbestand des Home Servers auf externe Platten sichert.

Drive Extender als Add-in

Derzeit sind bereits zwei Anbieter in die Bresche gesprungen und entwickeln Drive-Extender-Add-ins. Der erste ist Division-M mit Drive Bender,der zweite DataCore mit DriveHarmony. Beide Produkte sind momentan im Beta-Stadium. Im Gegensatz zu Drive Harmony wird Drive Bender auch USB-Platten unterstützen, dafür ist DataCore ein etablierter Anbieter, der aus dem professionellen Data-Center-Umfeld kommt.

Neue Oberflächen für Client und Web

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Die neue Weboberfläche für den Fernzugriff auf einen WHS-2011-Rechner: Man hat nicht nur schnellen Zugriff auf Mediadateien, auch Add-ins können sich in die Oberfläche integrieren.

Microsoft hat den bisherigen Client durch die Kombination aus Lauchpad und Dashboard ersetzt. Das Lauchpad erlaubt einen schnellen Zugriff auf die freigegebenen Ordner auf dem Home Server, die Remote-Webseite, die Sicherungsfunktion und das Dashboard.

Das Dashboard ist die lokal auf den PCs installierte Clientsoftware, mit der sich der Homeserver aus dem LAN steuern und administrieren lässt. Add-ins müssen für die Installation nicht mehr erst auf den Server kopiert werden, die erfolgt nun direkt von einem Client-PC aus. Große Fortschritte hat Microsoft bei der Weboberfläche gemacht, über die man auch via HTTPS auf den Home Server zugreifen kann.

Silverlight-Streaming

Mit dem WHS 2011 bekommt man nicht nur einen DLNA-konformen Media-Server, Videos können nun auch per Silverlight auf den Webclient gestreamt werden. Höhere Auflösungen erfordern allerdings eine stärkere CPU im Home Server, der das Transcoding übernimmt.

Mit Atom-Prozessoren wird man kaum glücklich. Die Qualität des Streams kann der Anwender in mehreren Stufen selbst festlegen. Zudem plant Microsoft auch eine App für Phone-7-Smartphones. Andere Smartphones bleiben beim Streaming außen vor.

Home Server 2011: Die ersten Add-ins

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Von LightsOut gibt es inzwischen auch einen Release Candidate für den WHS 2011. Die Shareware sorgt dafür, dass der Homeserver nur läuft, wenn ein Client aktiv ist. Zudem ist auch ein Aufwecken des Servers über Wake-on-LAN möglich.

Eine der Stärken des Windows Home Servers ist die einfache Erweiterung von Funktionen durch Add-ins, speziell für den WHS geschriebene Programme, die über das Dashboard bedient werden. Die für die erste WHS-Version geschriebenen Add-ins können auf dem Windows Home Server 2011 nicht installiert werden. Es gibt aber schon eine ganze Reihe von Programmen für den neuen WHS.

Unverzichtbar ist LightsOut, der den Home Server schlafen schickt, wenn keine Clients aktiv sind und damit massiv Strom spart.

Gleich drei Add-ins hat AWIECO entwickelt: Remote Launcher gewährt Zugriff auf Systemfunktionen, WakeOnLAN weckt Clients auf, die dann aus dem Dashboard heraus via Remote Desktop ferngesteuert werden und DriveInfo gibt erweiterte Informationen über die HDDs im Home Server. Mit dem Server Transfer Manager kann man den WHS für automatisierte Downloads einsetzen.

Einen guten Überblick über WHS-Add-ins gibt die Seite Home-Server-Blog.de. Im gut besuchten Forum tummeln sich auch einige Add-in-Entwickler. Dazu kommt noch ein informativer Blog.

Fazit

Die neue Version des WHS macht eine gute Figur. Im Vergleich zu Linux-NAS-Geräten gefallen die Erweiterbarkeit mit Add-ins und die komfortable Backup-Funktion.

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