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Testbericht

Nettops: Die großen Brüder der Netbooks im Vergleich

PC Magazin


Franz Dörner

8. April 2009

Inhaltsverzeichnis 1/2

  • Teil 1 Nettops: Die großen Brüder der Netbooks im Vergleich
  • Teil 2

Nachdem Netbooks im letzten Jahr sehr erfolgreich gestartet sind, versuchen viele Hersteller, nun auch eine neue Geräteklasse bei den stationären PCs zu etablieren. Die so genannten Nettops sollen einen vergleichbar guten Start hinlegen.

Die neue Wunderwaffe, die den PC-Markt beleben soll, sind Nettops. Artverwandt mit den bereits sehr erfolgreichen Netbooks, sollen die neuen stationären Geräte mit ähnlichen Tugenden zahlreiche Käufer finden. Sie sind klein, schick, verbrauchen wenig Strom und für wenige hundert Euro zu bekommen. Ob das allerdings für die Zielgruppe reicht, bleibt abzuwarten. Wir haben uns schon mal die ersten Vertreter der neuen Generation von Desktop-PCs näher angesehen und sie einem ausführlichen Labortest unterzogen, um die Vorzüge und Schwächen herauszufinden.

Technik

Im Inneren der Nettops arbeitet die bereits bekannte Technik aus den Netbooks. Zum Einsatz kommt ein Intel Atom'Prozessor und ein 945'Express'Chipsatz, ebenfalls von Intel. Allerdings unterscheiden sich die beiden Komponenten für den stationären Einsatz ein wenig von den mobilen Lösungen.

In Netbooks kommt fast ausschließlich der Intel-Atom-N270-Prozessor in Verbindung mit dem Chipsatz, bestehend aus dem 945GSE und dem ICH7'M zum Einsatz. Diese Komponenten sind mit einer Thermal Design Power (TDP) von insgesamt 8 Watt (Atom N270 CPU 2,5 Watt, 945GSE 4 Watt und ICH7'M 1,5 Watt) sehr genügsam. Im Vergleich dazu benötigen die für Nettops vorgesehenen Chips deutlich mehr Kühlleistung. Der Atom 230 gönnt sich eine TDP von 4 Watt, hinzu kommt der Chipsatz 945GC mit 22 Watt und der ICH7, der noch 3 Watt draufschlägt. Insgesamt muss ein Nettop-Hersteller im schlimmsten Fall also 29 Watt kühlen – zu viel, um es mit preiswer ten passiven Kühlkörpern realisieren zu können. Wird anstelle eines Intel-Atom-230-Prozessor das 330er Modell verbaut, erhöht sich die TDP um weitere 4 Watt.

Neben der höheren Kühlleistung unterscheiden sich die stationären Systeme in weiteren Punkten. So können die beiden Prozessoren Intel Atom 230 und 330 beispielsweise 64-Bit-Programme ausführen und der 945GC unterstützt die Wiederabe von 5.1 Surroundsound. Allerdings fehlen beiden Prozessoren Features wie Speedstep. Der Prozessortakt bleibt ungeregelt und so auch bei geringer Belastung immer bei 1,6 GHz. Diese kleinen Unterschiede wirken sich erheblich aus, wie die Messungen der Testgeräte zeigen. So benötigt die EEE Box maximal 18,8 Watt.

Erreicht hat Asus das durch die konsequente Verwendung mobiler Komponenten. Der Wind PC von MSI benötigt deutlich mehr Energie. So steigt der Verbrauch auf über 50 Watt bei starker Beanspruchung. Etwas genügsamer zeigt sich das Shuttle-Nettop. Trotz Intel Atom 330 und 945GC benötigt das System maximal 39 Watt. Die 2,5-Zoll-Festplatte und das Slim-Line-Laufwerk bremsen den Energiebedarf etwas ein.

Auf die Geräuschentwicklung im Betrieb wirken sich die unterschiedlichen Leistungsaufnahmen nur gering aus. Am besten abgeschnitten haben bei den Messungen Asus und Wortmann. Beide Geräte sind im Betrieb kaum zu hören. Lediglich die Festplattenzugriffe stören den sonst fast lautlosen Betrieb.

Ausstattung

Bei den Kernkomponenten unterscheiden sich die Testteilnehmer wenig. Der Prozessor, unabhängig ob es der N270 oder der 230er ist, erreichen in Verbindung mit einem GByte Arbeitsspeicher nahezu identische Leistungswerte. Einzig das System von Shuttle kann sich hier etwas hervorheben. Der Atom 330 und die zwei GByte Arbeitsspeicher verhelfen dem System zu einem deutlichen Leistungsplus, und das obwohl Shuttle als einziger in diesem Vergleich Windows Vista als Betriebssystem einsetzt. Alle anderen Hersteller halten sich an die Vorgaben Microsofts, um das vergünstigte Windows XP in der Nettop-Edition einsetzen zu können. Dadurch ist keines der restlichen Testsysteme mit mehr als einem GByte Arbeitsspeicher bestückt und die Kapazität der Festplatte auf 160 GByte beschränkt.

Asus und Shuttle setzen 2,5-Zoll-Festplatten ein, alle anderen Hersteller verwenden die bei Desktop-PCs üblichen 3,5-Zoll-Laufwerke. Bei den DVD-Laufwerken verhält es sich ähnlich. Medion, MSI und Wortmann setzen auf 3,5 Zoll, Shuttle auf ein Slim-Line-Modell und Asus sieht gar kein optisches Laufwerk vor.

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Bild vergrößern 937 849 http://img3.magnus.de/Kleine-Rechner-f-r-fast-jede-Anwendung-r937x849-C-be54f7c1-25069093.jpg Im Inneren des Wortmann-Nettops ist viel Platz vorhanden, der sich allerdings nur zum Teil sinnvoll verwenden lässt.

Im Inneren des Wortmann-Nettops ist viel Platz vorhanden, der sich allerdings nur zum Teil sinnvoll verwenden lässt.

Bei den Schnittstellen ist die Ausstattung sehr homogen. Mindestens vier USB-Ports, Audioanschlüsse und einen Monitorausgang bieten alle. Das muss zusätzlich zur Netzwerkbuchse genügen. Wer mehr will, bekommt bei Shuttle und Wortmann noch PS/2-Buchsen für Tastatur und Maus sowie eine serielle Schnittstelle. Einen Parallel'Port gibt es nur noch bei Wortmann.

Der Monitoranschluss ist bei fast allen ein analoger D'Sub'Ausgang. Nur Asus und Shuttle bieten mit dem DVI-Ausgang einen etwas zeitgemäßeren Anschluss an.

Gesamtpunktzahl (100) Ausu Eee Box B202 (70) Medion Akoya Nettop PC E2005 D (66) Shuttle X 2700B (66) Wortmann Terra PC-Home 3000 (64) MSI Wind PC 2316XP (59)
Ranking im Testfeld: 1. Platz (Testsieger) 2. Platz 2. Platz 4. Platz (Preistipp) 5. Platz
Aussstattung (35) 29 28 27 26 24
Ergonomie (35) 29 25 23 24 22
Systemleistung (20) 7 5 10 9 8
Service (10) 5 5 6 5 5





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