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Testbericht Nero 11 Platinum

Mit Nero 11 Platinum wird die Entwicklung der ehemaligen Brennsoftware in Richtung universeller Medienverwaltungssoftware weiter ausgebaut. Ob Video-, Bild- oder Tonbearbeitung, Nero will Rundum-Sorglos-Paket für Multimedia-Freaks sein. Aber auch in Sachen Datenverwaltung und Datenmanagement kann Nero auftrumpfen.

Nero Kwik Media erkennt mobile Geräte automatisch und kopiert Mediendateien direkt im richtigen Format auf die Devices. Bei Apple-Geräten setzt die Software für die Datenübertragung jedoch auf iTunes.

Aus dem Medienmanager Nero MediaHub aus Nero 10 wurde Nero Kwik Media, mit dem man jetzt auch Blu-rays wiedergeben, Fotobücher und Grußkarten bei Nero selbst in Auftrag geben und Multimedia-Files auf mobile Geräte per Drag & Drop synchronisieren kann. Leider reicht beim Übertragen eines Videos auf ein mobiles Endgerät, bei dem das File automatisch in das richtige Format konvertiert wird, die Qualität von Nero Kwik nicht an die von Nero Recode im gleichen Paket heran, und Einstellungsoptionen fehlen. Dafür erkennt wiederum Nero Recode mobile Geräte nicht automatisch - eine bessere „Zusammenarbeit“ zwischen den beiden Komponenten wäre wünschenswert gewesen. Die Übertragung auf Apple-Geräte erfolgt weiterhin über iTunes - Nero will hier wohl Kompatibilitätsproblemen aus dem Weg gehen, die bei einem iTunes-/Firmware-Update auftreten könnten.

Vorstellung mit Tücken

Die neue "Expressbearbeitung" in Nero Video 11 soll das schnelle Erstellen von Filmen ermöglichen, die Bedienung ist jedoch noch nicht optimal.

Nero Video 11 (zuvor Nero Vision Xtra) weiß trotz innovativer Ansätze weder technisch, noch konzeptionell wirklich zu überzeugen. So gibt es einen neuen Express-Modus, bei dem Clips in einer Art Storyboard-Modus hintereinander angereiht werden können, Überblendungen dazwischen. Suboptimal ist, dass bei Überblendungen nicht die letzten Bilder des einen und die ersten Bilder des anderen Clips hereingerechnet werden, sondern die Überblendung nur zwischen dem letzten und ersten Bild der beiden Clips, also zwei Standbildern, durchgeführt wird. Die Filme bleiben damit quasi bei Überblendungen für einen Moment stehen. Um das zu vermeiden, muss man alle Clips zuvor einzeln öffnen und am Anfang und Ende zurecht trimmen, da Nero dann die weggeschnittenen Teile für den Übergangsbereich verwendet – der Geschwindigkeitsvorteil des Express-Modus ist dahin. Auch die Länge der einzelnen Überblendung lässt sich nicht individuell festlegen (z.B. über ein Kontextmenü), wie es seit Jahren bei Mitbewerbern üblich ist. Eine weiche Audio-Blende wird im Express-Modus nicht automatisch eingefügt, und während bei der Videospur auch an Anfang und Ende des Films eine Kreuzblende einfügen kann, verlangt die Audiospur dort explizit nach Fade-in und Fade-out – auch hier ist die Bedienung nicht eingängig.

Technisch kann Nero Video 11 mit AVC-SmartRendering und Hardwareunterstützung punkten, allerdings verwandelt die Software weiterhin bei Übergangseffekten 50i-Video in 25p-Video um, und selbst bei einfacher Verschiebung eines Videos horizontal oder vertikal, bei dem ein Deinterlacing unnötig ist, konvertiert Nero durch einfache Überblendung qualitativ minderwertig die 50 Halbbilder in 25 Vollbilder um. Auch hier bietet wieder Nero Recode in den Deinterlacing-Settings Hochwertigeres.

Auf der sicheren Seite

Das Wiederherstellen von Nero-BackItUp-Sicherungen der Startpartitionen ist derzeit nur mit einer Live-CD möglich.

Die Backup-Software Nero BackItUp 11 kann endlich auch das laufende System im Hintergrund sichern, ein Zurückspielen ist aber weiterhin nur mit einer vorher zu brennenden Live-CD bzw. der Installations-CD möglich – eine Option, stattdessen einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen, gibt es nicht. Mit LIVEBackup ist eine neue Funktion zum regelmäßigen, auf Wunsch sogar stündlichen, Sichern von Partitionen eingebaut – Apples Time Machine lässt grüßen. Den Platz, den das LIVEBackup belegt, lässt sich nicht limitieren, zudem sicherte das Tool beim ersten Neustart des Testrechners am folgenden Tag 2 GByte neue Daten, obwohl gerade einmal der Browser und Textdateien geöffnet wurden – der Verdacht liegt nahe, dass Unterschiede in der Auslagerungsdatei mitgesichert wurden. Dafür lassen sich nicht nur ganze Partitionen, sondern auch einzelne Dateien aus den Backups zurückspielen.

Nero BackItUp kann Sicherungen auch Online ablegen – allerdings nur auf FTP-Servern oder dem eigenen (kostenpflichtigen) Nero Online Backup. Eine Anbindung an Dropbox, Microsoft LiveDrive, Strato, GMX MediaCenter bzw. Web.de SmartDrive wäre wünschenswert gewesen – aber auch hier ist man wie bei Fotobuch- und Grußkarten-Bestellung auf Neros hauseigenes Angebot festgelegt.

Feintuning

Während Nero Recode im Bereich der Detaileinstellungen mehr zu bieten hat (wir hatten z.B. die erweiterten Deinterlacing-Einstellungen bereits erwähnt) und somit auch für Anwender mit gehobenen Ansprüchen interessant ist, fällt in erster Linie die überarbeitete übersichtliche Benutzeroberfläche auf. Bei Nero Burning ROM hat der Hersteller im Bereich der Datensicherheit aufgerüstet: Im Reiter „Brennen“ ist die Option „SecurDisc-Oberflächenscan“ hinzugekommen, die nicht nur prüft, ob sich die Daten mit Fehlerkorrektur vollständig zurücklesen lassen, sondern feststellt, wie viele Fehler beim Zurücklesen auftreten, um Oberflächenfehler des Mediums oder qualitativ minderwertige Rohlinge zu identifizieren. Alle anderen Tools im Nero-Paket erscheinen weitgehend unverändert.

Nero 11 Platinum - alle Neuerungen im Überblick

Wer Nero 11 Platinum frisch installiert hat, findet zunächst nur vier Icons auf dem Desktop wieder: vom Brenntool "Nero Burning ROM 11", von der "Backup-Software Nero BackItUp 11", von der Videobearbeitungs- und Diashow-Software "Nero Video 11" und schließlich von der neuen Medienverwaltung "Nero Kwik Media", die "Nero MediaHub" der Vorgängerversion ablöst. Der Gesamtumfang findet man im Startmenü wieder - und im dort ebenfalls eingetragenen Programm...

Fazit

Trotz diverser Kritikpunkte und Schwächen im Detail ist auch Nero 11 ein durchaus rundes Multimedia-Paket. Nero Video kann allerdings weiterhin nicht ganz überzeugen, und auch die Beschränkung bei der Fotobuch- und Grußkarten-Bestellung sowie dem Online-Speicher auf Nero als einzigen Anbieter ist suboptimal.

TESTURTEIL

Nero 11 Platinum

79,99 Euro/99,99 Euro (Download/Web); www.nero.com

Betriebssystem: ab Windows XP SP3

Neuheiten: Medienverwaltung Kwik Media mit Fotobuch-/Karten-/Kalender-Bestellung, App-Store und Mediensynchronisation; Expressbearbeitungs-Modus in Nero Video; LIVEBackup in Nero BackItUp, SecurDisc-Oberflächenscan in Nero Burning ROM

Gesamtwertung: gut 80 %

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