Testbericht

Musikhandys im Vergleichstest

Unterwegs mit dem Handy Musik hören ist ebenso naheliegend wie praktisch, schließlich verlässt kaum jemand ohne sein Mobiltelefon das Haus. Wie gut die Musikhandys ihre Doppelbegabung meistern, zeigt unser Test.

Musikhandys

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Musikhandys

Wer sich Wartezeiten beim Zahnarzt, lange Zugfahrten oder kurze Flüge mit Musik versüßen will, muss nicht unbedingt einen MP3-Player bemühen. Da der mobile Nomade von heute ohnehin immer ein Handy dabei hat, bietet es sich doch geradezu an, Mobiltelefon und MP3-Player zu kombinieren. Nur ein Gerät beult die Taschen aus und nur bei einem Headset müssen die Kabel entwirrt werden. Kein Wunder also, dass Mobiltelefone mit integriertem Player immer beliebter werden. So belegt eine Studie der Konsumforschung GfK, dass 2008 in Deutschland mehr Handys und Smartphones mit Musik-Player als MP3-Player selbst verkauft wurden. Bei den Mobiltelefonen betrug der Anteil an Musikhandys bereits 67 %.

Ein weiteres Wachstum dieses Segments wird erwartet. Der Trend geht bei Handys klar zur Mehrfachbegabung. Und der MP3-Player gehört neben der Kamera schon zur Grundausstattung. Doch macht ein eingebauter MP3-Player noch längst nicht aus einem Mobiltelefon ein Musikhandy. Vielmehr sollte ein echtes MP3-Handys noch weitere Qualitäten besitzen. Dazu gehören neben einem größeren Speicher für die Musiksammlung vor allem wohlklingende Kopfhörer. Damit sich der Musikfan ferner nicht umständlich durch mehrere Menüs durchklicken muss, sollten spezielle Tasten für die Bedienung des Player zur Verfügung stehen.

Und weil mit Multimedia-Handys schließlich auch Telefonate geführt werden sollen, sind ausdauernde Akkus ein absolutes Muss. Erfreulicherweise erfüllen neuere Musikhandys diese Anforderungen schon recht gut. Doch Abstriche bei Klang, Speicher oder Ausdauer müssen immer noch in Kauf genommen werden. Egal, wie gut Klang und Ausdauer eines Musikhandys sind, interessant für die Hersteller sind sie auf jeden Fall. Ähnlich wie Apple mit dem iTunes-Store wollen Handy-Hersteller nämlich über eigene Webseiten vermehrt Songs für den direkten Download auf das Mobiltelefon anbieten.

Voller Speicher

Doch nicht alle Hersteller statten ihre Musikhandys mit ausreichend Speicher aus. Während Nokia und Sony Ericsson gleich mit acht GByte trumpfen, gönnt LG und Samsung ihren Geräten gerade mal eine microSD-Speicherkarte mit einem GByte. Wer mehr Speicher für seine Musiksammlung benötigt, kann aufrüsten. Musikhandys verfügen nämlich über eine Schnittstelle für Speicherkarten. Durchgesetzt haben sich dabei sogenannte microSD-Karten. Nur Sony Ericsson setzt auf eine eigene Kartenlösung. Im Gegensatz zu den sehr günstigen microSD-Karten, sind Sony Ericssons Memory Stick Micro (M2) etwas teurer. So erhält der Musikfan eine vier GByte große microSD-Karte schon für unter 10 Euro, während der vergleichbare M2-Stick beim Hersteller doppelt so viel kostet. Ist das Handy mit ausreichend Speicher versorgt, müssen Songs geladen werden. Zwar geht der Trend zum direkten Herunterladen von Musiktiteln auf das Handy, doch will nicht jeder diese Einkaufsmöglichkeit nutzen. Schließlich fallen sowohl Kosten für die Songs, als auch für die Online- Verbindung zu dem Shop an. Einfacher ist es da sicher, seine Musiksammlung vom PC zu übertragen. Damit das gelingt, gehören Übertragungskabel und -Software zum Lieferumfang der Musikhandys. Von Vorteil ist es allerdings, wenn die Übertragung der Songs auch direkt über den Explorer oder über eine schon vorhandene Musiksoftware läuft. Der Vorteil der mitgelieferten Software-Suiten ist jedoch, dass auch gleich Kalender oder Kontakte abgeglichen werden können.

Handys & Co

Was haben Sie für Ansprüche an ein Mobiltelefon?

In erster Linie Multimedia-Anwendungen.9%
Mir reichen Office-Applikationen völlig.1.6%
Spiele, Spiele, Spiele - und Musik.5.1%
SMS und telefonieren, mehr muss nicht.71.1%
Vor allem Internetanwendungen.10.2%
Anderes.3.1%

Voller Klang

Entscheidend für die Qualität eines Musikhandys bleibt letztlich der Klang. Für den guten Ton verantwortlich sind die mitgelieferten Headsets, die bei den getesteten Geräten sehr unterschiedlich waren. Während Sony seinem Walkman-Handy Kopfhörer mit sattem Sound gönnt, liefert Nokia sein 5800 Xpress Music mit einem eher blechern klingenden Headset aus. Erfreulich dabei ist allerdings, dass Nokias Headset über einen 3,5-mm-Audio-Anschluss am Gerät sitzt. Ganz einfach lassen sich so bessere Kopfhörer anschließen. Im Gegensatz dazu erfolgt der Anschluss der Headsets bei LG, Motorola, Samsung und Sony Ericsson über proprietäre Lösungen. Das ist gerade dann lästig, wenn der Musikfan mit der Qualität der mitgelieferten Headsets nicht zufrieden ist. Ihm bleibt dann die Möglichkeit, eigene Kopfhörer an den Adapter anzuschließen. Störend ist dabei allerdings die Länge des Kabels, da vom Adapter zum Mobiltelefon ja auch ein Kabel führt.

Musikhandys

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Musikhandys sind echte Multimedia-Künstler. Neben Musik spielen sie mühelos auch Videos ab.

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Handy & Navigation:Handys, Telefon &…

Auch bei Motorola ist der Name Programm: Ein rockendes Handy mit coolem Outfit und ungewöhnlich leuchtender Bedienung.

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