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Praxistest Medion-Notebook Akoya P6624

Der Lebensmittel-Discounter Aldi bietet ab Donnerstag (28. Oktober 2010) bundesweit ein neues Multimedia-Notebook des Herstellers Medion an. magnus.de hat sich das neue Aldi-Notebook besorgt und getestet, ob das Medion Akoya P6624 in der Praxis halten kann, was es auf dem Papier verspricht.

© ai

Der unter der Typenbezeichnung Akoya P6624 (MD 98390) gelistete Mobil-PC ist mit seinem 15,6-Zoll-Display und der gewählten Hardware als Allround-Notebook für Leute mit gesteigerten Leistungsambitionen ausgelegt. Zudem bekommt der Käufer ein paar pfiffige Extras geboten wie zum Beispiel USB 3.0, Optimus-Stromspar-Grafik und einen DVB-T-Tuner.

Mit 2,9 Kilo Gewicht ist die Mobilität des Medion Akoya P6624 eine Ermessenssache des Anwenders. In der Praxis schleppt man solche Systeme eher in Ausnahmefällen in der Gegend herum. Immerhin setzt Medion beim Display auf ein entspiegeltes Panel, womit der Mobilrechner zumindest für einen Einsatz im Zug taugt.

Mit dem beigelegten DVB-T-Tuner im USB-Stick-Format wäre sogar eine eventuelle Fußball-Übertragung auf den Bildschirm zu zaubern. Ob einem im Gegenzug das 15,6-Zoll-Display mit einer HD-Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten auf die Dauer für den heimischen Einsatz genügt, liegt ebenfalls im Auge des Betrachters. Über einen HDMI- oder VGA-Ausgang ließe sich aber noch ein Monitor mit zusätzlicher Bildfläche andocken.

Die Hardware-Komponenten des Medion Akoya P6624

Grundsätzlich eignet sich das neue Aldi-System neben den typischen Office-Anwendungen, Online-Surfen, MP3- und Bild-Verarbeitung durchaus zum Zocken. Dies belegen 7.118 erreichte Punkte im Gamer-Benchmark 3DMark06. Verantwortlich dafür ist vor allem die verbaute Nvidia-Grafik Geforce GT 425M mit 1 GB Video-Speicher, DirectX-11-Unterstützung,  CPU-unterstützende CUDA-Technologie und dem Feature Optimus.

Letzteres hilft bei der Einsparung von Akku-Energie, indem es die autarke Grafikeinheit lediglich bei Bedarf (etwa für Spiele) aktiviert und die normale Desktop-Anzeige von der stromsparenden Intel-Grafik erledigen lässt.

Hauptmotor des Medion Akoya P6624 ist aber Intels Zweikern-Prozessor Core i3-370M mit zwei x 2,4 GHz Taktfrequenz, 3 MB Cache, Hyper-Threading-Technik und besagte integrierte Grafik-Einheit. Unterstützt wird der Prozessor von schnellen 4 GB DDR3-Arbeitsspeicher. Das Gespann erarbeitet zusammen mit der Nvidia-Grafik respektable 4.481 Punkte unter dem Benchmark PCMark Vantage. Das reicht erst einmal Dicke für den Hausgebrauch.

Die Ausstattung des Medion Akoya P6624

Neben dem bereits erwähnten, ansteckbaren DVB-T-Tuner samt dazugehöriger Fernbedienung protzt das Aldi-Notebook mit einer echten Neuerung: als eines der ersten Mobilsysteme überhaupt bringt das Medion Akoya P6624 die neue schnelle Peripherie-Schnittstelle USB 3.0 mit. Dafür entfällt der eSATA-Anschluss für schnelle externe Festplatten. Neben dem abwärtskompatiblen USB-3.0-Port kann der Anwender noch drei weitere USB-2.0-Ports verwenden.
 
Gut, aber weitgehend unspektakulärer fallen die übrigen Ausstattungs-Features aus, als da wären Wlan-n-Modul, 1-GB-LAN über Ethernet, ein Multi-Speicherkartenleser für die Formate SD, SDHC, MMC, MS und MS Pro, eine 1,3-Megapixel-Webcam und eine Festplatte mit üppigen 640 GB Speicherkapazität. Allerdings wird einmal mehr ein Blu-ray-Laufwerk schmerzlich vermisst. Lediglich ein Multi-DVD-Brenner dient im P6624 als optisches Laufwerk.

Ergonomie, Qualität und Akkulaufzeit des Medion Akoya P6624

Zur Texteingabe bekam das Medion-Gerät eine vollwertige Tastatur mit einem Ziffernblock eingesetzt. Die Anordnung der Tasten ist weitgehend sinnvoll und abgesehen vom umstrittenen Ziffernblock frei von größeren Stolperfallen für 10-Finger-Tipper. Die Tasten selbst haben allerdings einen langen Hub nach unten, was Geschmackssache ist. Die Qualität des Keyboards scheint ordentlich, allerdings kann die Stabilität nicht mit der von neuen Chocklit-Tastaturen mithalten. Das integrierte Mousepad interpretiert auch Multigesten und funktioniert einigermaßen reibungslos, wenngleich es manchmal schon „überzeugt“ werden will. Ein Problem, das außer Apple jedoch fast alle Hersteller mit ihren Touchpads haben.
 
Ergonomische Schwächen offenbartt das Medion-System bei der Platzierung der Anschlüsse: mit VGA, HDMI und Ethernet führen alle drei dicken Kabel nach vorne links ans Gehäuse und somit direkt in den Arbeitsbereich von Linkshändern – aber selbst als Rechtshänder möchte man derlei starre Strippen dort nicht haben, weil sie beim Tippen stören. Ungünstig auch die zu weit innen liegenden Statuslämpchen. Ist zum Beispiel der Displaydeckel geschlossen, lässt sich nicht mehr erkennen, ob der Akku nun fertig geladen ist oder nicht.
 
Besser gefällt dafür die Leistung des 8-Zellen-Akkus. Unter Volllast mit 3D-Anwendung und zu 100 Prozent aufgehelltem Bildschirm hält das Gerät immerhin exakt 100 Minuten durch – für ein 15,6-Zoll-Notebook ein sehr guter Wert. Mit entsprechend energiesparenderen Anwendungen und Einstellungen lässt sich die Laufzeit in etwa verdoppeln. Clever ist zudem die Idee, dass optische Laufwerk gegen einen optional erhältlichen Subwoofer oder eine zweite Festplatte austauschen zu können. Die Geschicke des Notebooks leitet übrigens Windows 7 in der 32-Bit-Version, bei Bedarf lässt sich aber die beigelegte 64-Bit-Version aufspielen.
 
Fazit zum Medion Akoya P6624

Man kann dem neuen Aldi-Notebook tatsächlich bescheinigen, ein echtes Top-Schnäppchen zu sein. Für rund 700 Euro gibt es derzeit praktisch kein ähnlich gut ausgestattetes (USB 3.0, DVB-T, 640 GB Festplatte) und gleichzeitig potentes Notebook wie das Medion Akoya P6624. Lediglich ein Blu-ray-Laufwerk würde dem System noch sehr gut zu Gesicht stehen. Auch an der Qualität des Displays oder der Verarbeitung gibt es kaum etwas zu meckern. Aus ergonomischer Sicht, wie etwa bei der Eingabe und vor allem der Anschluss-Belegung, hat Medion jedoch etwas Luft nach oben. Wer darüber hinweg blicken kann, bekommt für 700 Euro ein sehr gelungenes Notebook.

 
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