Testbericht

Mainboards: Billig gegen teuer

Die Preise für Motherboards unterscheiden sich ebenso drastisch wie die für Grafikkarten. Mit dem Unterschied, dass die Leistung zwischen teuren und preiswerten Modellen hier wesentlich näher beieinander liegt. Wer genau abwägt, welches Zubehör er wirklich braucht, kann viel Geld sparen.

  1. Mainboards: Billig gegen teuer
  2. Teil 2: Mainboards: Billig gegen teuer

Die Preise für Motherboards unterscheiden sich ebenso drastisch wie die für Grafikkarten. Mit dem Unterschied, dass die Leistung zwischen teuren und preiswerten Modellen hier wesentlich näher beieinander liegt. Wer genau abwägt, welches Zubehör er wirklich braucht, kann viel Geld sparen.

Bildergalerie

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards
Galerie
Edelplatinen und Preisbrecher

Die Zeit für einen Hauptplatinenwechsel ist so günstig, wie schon lange nicht mehr. Zumindest wenn man auf Intel-Prozessoren setzt. Mit dem Erscheinen des Nehalem-Prozessors wird die Rechner- Architektur einen Wandel erleben, den es in dieser Größenordnung schon seit Jahren nicht mehr gegeben hat. Vieles, was kommt, kennt man schon von AMD - für Intel ist das meiste aber völliges Neuland. So wird der Speichercontroller künftig in den Prozessor deintegriert.Die CPU selbst wird nicht mehr mit dem betagten FSB an das System angeschlossen, sondern bekommt mit dem Quick Path Interconnet (QPI), auch als CSI bekannt, eine serielle Schnittstelle. Sie hat das Zeug, die nächsten zehn Jahre und darüber hinaus als zeitgemäße Verbindung zwischen Prozessor und System zu dienen. Es wird also alles anders und wer nicht bis dahin mit dem Umstieg warten möchte, kann beruhigt zu den aktuellen Chipsätzen greifen, denn Sockel-kompatible CPU-Nachfolger, die einen neidisch machen könnten, wird es vermutlich nicht mehr geben.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n AsusRampage Extreme
www.asus.de
309 Euro

Motherboard

Weitere Details

90 Prozent

Fazit

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
befriedigend

Stellt sich nur die Frage, für welches Mainboard man sich denn entscheiden soll. Alleine die Suche nach Platinen für den Sockel 775 führt bei größeren Internet-Händlern leicht zu über 250 Treffern. Dagegen wirken die rund 60 Angebote für den AM2+ richtig übersichtlich. Die Preise sind ebenso vielfältig. Platinen mit veralteten Chipsätzen gibt es schon ab etwa 30 Euro. Nach oben hin liegen die Preise bei 200 bis 300 Euro, das EVGA nForce 790i Ultra SLI Black Pearl kommt sogar auf stattliche 599 Euro und ist wohl eher etwas für PC-Freaks, die auch vor einem 1100-Euro-Prozessor nebst dreier Grafikkarten finanziell nicht zurückschrecken (müssen).

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n GigabyteGA-EP45-DQ6
www.gigabyte.de
199 Euro

Motherboard

Weitere Details

88 Prozent

Fazit

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
befriedigend

Ein Mainboard, das aktuelle Prozessoren nicht unterstützt, dürfte wohl bei den wenigsten auf der Wunschliste stehen, weshalb Platinen der 30-Euro-Klasse in diesem Artikel keine Rolle spielen. Aber selbst bei Platinen, die mit zeitgemäßen CPUs zurechtkommen, gibt es deutliche Preisunterschiede. Ob und wie die sich niederschlagen, wollten wir genauer wissen und haben uns daher acht Platinen ins Testlabor geholt.

Als Kriterium nannten wir den Herstellern folgende Bedingung: Jedes eingeschickte Mainboard muss in der Lage sein, mit den neuesten Desktop-Prozessoren zusammenzuarbeiten. Bei Platinen für AMD bedeutet das, dass die AM2+-Phenoms laufen müssen. Bei Intel haben wir zugegebenermaßen etwas geschummelt. Hier beschränkten wir die Kompatibilitätsliste auf alle Sockel-775-Prozessoren mit einem maximalen 1333er-FSB. Der Grund: Im Moment wird mit dem QX9770 nur eine Desktop-CPU für den Sockel 775 angeboten, die FSB 1600 benötigt. Der kostet aber mit rund 1100 Euro so viel, dass wohl kaum einer diesen Edel-Motor in ein Bilig-Chassis einbauen würde. Das einzige Mainboard, das die Vorgaben nicht einhielt, ist das Gigabyte GA-MA74GM, das mit dem in diesem Test verwendeten Phenom X4 9850 BE nicht zurecht kommt. Wir vermaßen es daher mit unserem schnellsten Ersatzprozessor, dem Phenom X3 8750, weshalb es deutlich schwächer abschneidet.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n AsusP5Q Pro
www.asus.de
109 Euro

Motherboard

Weitere Details

75 Prozent

Fazit

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Geringe Leistungsunterschiede

Die primäre Frage, die sich stellt, wenn man billige und teure Computer-Hardware miteinander vergleicht, ist, ob man für das gesparte Geld Abstriche in der Leistung hinnehmen muss. In dieser Hinsicht muss man sich bei Mainboards nur geringe Sorgen machen. Platinen, die mit dem gleichen Chipsatz ausgestattet sind, nehmen sich grundsätzlich nicht viel. Aber auch in unserem Test lagen die Systeme mit gleicher CPU in verschiedenen Messungen so dicht beieinander, dass man in der Praxis - gut zu sehen am Spielebenchmark Devil May Cry 4 und dem Rechentest Cinebench - so gut wie nichts davon bemerken dürfte. Und das, obwohl die Hersteller neben älteren Billig-Chipsätzen wie dem P31 auch neueste Edelchips wie den X48 einsetzen.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n GigabyteGA-P31-S3G
www.gigabyte.de
45 Euro

Motherboard

Weitere Details

61 Prozent

Fazit

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
sehr gut

Unterschiede, was die Leistung angeht, gibt es allenfalls, wenn man die diversen Übertaktungsoptionen mit ins Spiel bringt. Hier unterscheiden sich die verschiedenen Mainboards in der Leistung und im Komfort. Das Paradebeispiel für letzt genannten Faktor sind die Platinen von Asus. Greift man zu kostspieligeren Modellen wie dem Blitz Board oder dem in diesem Test verwendeten Rampage Extreme, sind komortable Übertaktungsfunktionen bereits inbegriffen. Vor allem die CPU Level Up-Funktion macht es selbst Laien sehr einfach, das Letzte aus dem System zu holen. Je nach verwendeter CPU konnten wir in vergangenen Tests per CPU Level Up, bei dem im BIOS einfach die gewünschte CPU "ausgewählt" wird, schon bis zu 10 Prozent Mehrleistung aus dem System holen.

Bildergalerie

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards
Galerie
Edelplatinen und Preisbrecher

Intel-Motherboards: höher = besser

In diesem Test klappte es dagegen gar nicht. Als höherwertige Modelle zu unserem Core 2 Quad Q9550 bot das CPU Level Up des Rampage Extreme den Q9650 und den noch schnelleren Q9770 an. Wir versuchten es zunächst mit dem weniger schnellen "Upgrade". Trotz der mit 3,0 zu 2,83 GHz nur geringfügig höheren Taktrate, die sich beim Übertakten über einen höheren FSB herleitet, fuhr das System anschließend nicht mehr hoch. Die übrigen Platinen schlugen sich nicht besser: Mit moderaten Übertaktungen, die sich nicht messbar in höherer Leistung wiederspiegelten, lief alles einwandfrei. Sobald wir "in die Vollen" gingen, warfen die Kandidaten einer wie der andere das Handtuch. Gigabytes Easy Tune 6 etwa sorgte schon bei der relativ moderaten Einstellung "Turbo" dafür, dass das EP45 einfror.

Hardware Vergleichstest Motherboards: Billige gegen teure Mainboards

Testprofil

\n AsusM3N-HAT Deluxe Mempipe
www.asus.de
164 Euro

Motherboard

Weitere Details

80 Prozent

Fazit

Testurteil
gut
Preis/Leistung
befriedigend

Selbstverständlich stehen auch filigranere Übertaktungsmöglichkeiten zur Verfügung. Etwa durch Tools, BIOS-Einstellungen oder im Falle des Rampage Extreme sogar durch Tasten auf dem Mainboard und Anzeige der eingestellten Werte auf deeinem kleinen Kontroll-Display. Diese erfordern aber einen nicht unerheblichen Aufwand. Und das nicht nur, was das Ausprobieren selbst angeht. Auch Zeit sollte man mitbringen, da übertaktete Systeme oft erst unter Last den Dienst quittieren. Übertakter, die gerne mit Spannungen und diversen Frequenzen hantieren, können alle Platinen per BIOS mehr oder weniger stark tunen. Die Möglichkeiten wachsen in Allgemeinen mit den Preisen für die Platinen. So bietet etwa das GA-P31 von Gigabyte nur wenige Optionen, die sich darauf beschränken, Frequenzen in Abhängigkeit vom FSB zu einzustellen, während das Rampage Extreme so viele Möglichkeiten bietet, dass Asus sich genötigt sieht, vor der möglichen Beschädigung der Hardware zu warnen.

Mehr zum Thema

Rapoo Vpro V800
Mechanische Gaming-Tastatur

Die Rapoo Vpro V800 ist eine mechanische Gaming-Tastatur, die dank sehr guter Verarbeitung eine hohe Lebensdauer verspricht. Einige kleinere…
AVM Fritzbox 4020
WLAN-Router

70,0%
Die AVM Fritzbox 4020 kommt mit aktuellem FritzOS, jedoch ohne GBit-Switch und ohne AC-WLAN. Wir prüfen den günstigen…
One PC 22633
Gaming-PC

Im Test: Der One PC 22633 ist zwar dank Core i5 und Geforce GTX 960 ein waschechter Gaming-PC, ein kleines Detail lässt ihn aber nicht mit voller…
toshiba kira 107, test, review, ultrabook
Ultrabook

82,0%
Das Toshiba Kira 107 punktet im Test. Das fängt beim Metallgehäuse an und hört beim knackscharfen Display noch lange…
HTC Vive Teaser
Virtual-Reality-System

Die VR-Brille HTC Vive verspricht ungeahnte Virtual-Reality-Abenteuer. Doch lohnt sich der hohe Preis? Hier unser Praxis- und Testbericht.