Ein Quantensprung

Magnat Quantum 1003

Magnats Spitzenserie Quantum 1000 weist eine Menge technologischer Highlights auf. Ob das kleinste Boxenpaar der Referenzreihe, Quantum 1003, damit auch klanglich vorne mitspielt, musste es im Test zeigen.

  1. Magnat Quantum 1003
  2. Fazit
Magnat Quantum 1003

© Video Homevision

Magnat Quantum 1003

Quantum darf bei Boxenspezialist Magnat nur heißen, was höchsten Anforderungen entspricht. Doch wenn zwei ausgewachsene Regalboxen 1.400 Euro kosten, sollte schon etwas geboten werden. Daher waren wir gespannt, was das Paar Quantum 1003 zu leisten vermag.

Immerhin knapp 25 kg mussten auf den Packtisch gewuchtet werden - eine Menge Metall und Magnetmaterial. Im Vergleich zu den Quantum-653-Boxen (getestet in Video-HomeVision 3/11, ab Seite 72) wiegen die 1003-er fast das Doppelte, obwohl das Format nahezu das gleiche ist. Also steckt hier deutlich mehr drin.

Neben massiveren Gehäusen sind es vor allem die aufwendigeren Chassis, die für das hohe Gewicht sorgen. Die Ingenieure haben sich in den Kopf gesetzt, die Chassis von Grund auf zu überdenken. Heraus kamen völlig neu entwickelte Treiber.

Ob "Advanced Dynamic Driver", "Controlled Flexing Cone", "Fmax-Signature-Hochtöner" oder "Airflex-Bassreflexrohr", jede Neuerung bekam einen Namen. Angefangen beim Tief-/Mitteltöner mit der neuen Membranform bis zum Hochtöner mit einer mit Keramik beschichteten Gewebemembran, jedem Detail wurde intensive Aufmerksamkeit geschenkt.

Im Quantum-Paar kommt ein 17 Zentimeter großer Konus zum Einsatz, dessen Membran aus Aluminium und Keramik besteht. Ein Finite-Elemente-Simulationsprogramm diente zur Optimierung des Schwingungsverhaltens.

Das heißt, die Membrangeometrie, die Steifigkeit und die Dämpfung via Sicke und Spinne sind derart ausgelegt, dass im Übertragungsbereich bis 3.000 Hertz und darüber ein resonanzfreies Schwingen möglich ist und die zunehmende Bündelung am oberen Übertragungsende nicht zu stark ausfällt.

Auch der neue Hochtöner ist eine Besonderheit: Er ist mit einem Durchmesser von 30 Millimetern recht groß, wurde aber so entwickelt, dass er ideal zum Tief-/Mitteltöner passt. Das heißt, seine kurze Schallführung sorgt dafür, dass die Bündelung am unteren Übertragungsende der des Mitteltöners entspricht.

Nur so ist gewährleistet, dass der Lautsprecher keine abrupten Bündelungsänderungen zeigt, sondern eine möglichst konstante Richtwirkung bzw. Zunahme der Richtwirkung offenbart. Das ist wichtig für eine konstant verlaufende Schallleistungskurve, die aufzeigt, welche Energie in welchem Frequenzbereich ein Lautsprecher insgesamt über den Hörbereich abstrahlt.

Ein weiterer Vorteil dieser kurzen Schallführung, des HRH (Harmonic Radiation Horn): Der Strahlungswiderstand und mithin die Belastbarkeit im unteren Übertragungsbereich des Hochtöners erhöhen sich. Das kommt den dynamischen Fähigkeiten hörbar zugute.

Mit Messtechnik zum guten Klang

Die Lautsprecherkörbe der Tief-/Mitteltöner aus Aluminium-Druckguss sind strömungsoptimiert, um die Membranen so ungehemmt wie möglich schwingen zu lassen. Ein spezielles Messsystem von Klippel sorgt bei Magnat dafür, Verzerrungen niedrig zu halten. Sowohl die Chassis-Entwicklung als auch die Bassreflex-Abstimmung profitieren vom lasergestützten System.

Die Frequenzweiche ist in Verbindung mit den Chassis auf eine Flankensteilheit von 24 Dezibel pro Oktave nach einer Linkwitz-Riley-Funktion ausgelegt. Neben Trafokernspulen mit geringem Innenwiderstand findet man auch audiophile Folienkondensatoren auf der Platine.

Die Verdrahtung kommt von der Firma Oelbach. Für guten Kontakt zum Verstärker sorgen vier vergoldete Schraubklemmen. Damit lassen sich die Quantum-Boxen auch im Bi-Wiring oder im Bi-Amping betreiben.

Die Gehäuse sind aufwendig gefertigt. Nicht nur Versteifungsbretter sorgen für die Beruhigung der Wände. Vor allem ist es die leicht bauchige Form der Seiten, die das Resonanzverhalten minimiert. Magnat bietet seine Boxen in zwei edlen Varianten an:

als Kombination mit Seitenwangen aus dunkel gebeiz-tem Nussbaum, hochglanzlackiert und in einer ebenso glänzenden schwarzen Front,

und mit Seitenteilen aus Natur-Nussbaum mit hochglänzendem Klarlack und weiß glänzender Front.

Verstärker mit sauberen 50 Watt Nennleistung sollten ausreichen, um auch ambitionierte Musikhörer zufriedenzustellen. Mehr noch, zu begeistern: Im Hörtest jedenfalls legte das Duo eine mehr als beeindruckende Vorstellung aufs Parkett.

Diana Krall mit "The Girl in the Other Room" oder auch Sara K. mit "He Got You" klangen kraftvoll unten heraus mit einem sehr schönen Präsenzbereich, der nie dominant erschien, aber doch alles offenlegte, was in der Aufnahme steckt. Die Balladen klangen wie aus einem Guss. Das feine metallische Zischeln des Besens klang nie aufgesetzt, sondern sehr realistisch.

Tief ging es in den Frequenzkeller bei Peter Wengers "Half-Life". Der satte E-Bass drückte mächtig in den Hörraum, während das Schlagzeug trocken ausschwang. Nicht nur das Dynamikpotenzial ist imposant, vor allem die feinen dynamischen Abstufungen überzeugen.

Die zarten Zwischentöne, der Raum um die Instrumente und Sänger machen das Zuhören so mühelos. Das QuantumPaar schafft es, Patricia Barbers Stimme im Song "Love, Put On Your Faces" nicht nur festgenagelt, mittig zu platzieren, sondern verleiht ihr auch noch die nötige Plastizität.

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