Testbericht

Magnat Monitor Supreme 800-Set im Test

Ein Surround-Set mit Standboxen und einem erwachsenen Subwoofer für 1.100 Euro - das gab es bisher meist nur im Internet oder von fragwürdigen No-Name-Anbietern. Jetzt bietet der Traditionshersteller Magnat ein Einsteigerset zum Kampfreis. Geht die Rechnung auf?

Test Stereo & Surround: Lautsprecher

© Archiv

Test Stereo & Surround: Lautsprecher

Der Preis legt gestandenen Testern die Stirn in Falten. 1.110 Euro für ein Surround-Set eines Markenherstellers, obendrein mit einem gewaltigen 30-Zentimeter-Aktivwoofer - wo wurde da der Rotstift angesetzt? Zumal das Magnat-Sextett im Handel als Paket wohl für etwa 1.000 Euro zu ergattern sein dürfte.

Echte Überraschung

An der Verarbeitung haben die Entwickler jedenfalls nicht über Gebühr gespart. Im Gegenteil: Das Foliengewand der Speaker ist als solches erst mit kritischem Blick zu erkennen. Dabei sind die Gehäusekanten an den jeweiligen Fronten sogar leicht gebeugt. Das schaut schick aus und ist zudem akustisch vorteilhaft. Ebenfalls dem Klang zuträglich: Alle Töner sind bündig in die jeweilige Schallwand eingelassen. Nicht einmal die Anschlussklemmen geben sich eine Blöße. Auf Bi-Wiring- Terminal verzichtete Magnat zwar - das ist sinnvoll, denn kaum jemand wird Systeme dieser Preisklasse mit Bi-Wiring betreiben - dafür spendierte man den Standboxen und dem Center solide, vergoldete Schraubanschlüsse, die auch kräftigere Strippen sicher aufnehmen.

Lediglich die Rears besitzen Quetschklemmen, aber auch diese akzeptieren größere Kabelquerschnitte. Als kleine Entschädigung dafür können die Supreme 100 dank einer an der Rückseite befestigten Metallmanschette bequem an einer Wand befestigt werden. Die Nähe zur Wand unterstützt breitbandig tiefere Frequenzlagen, ein willkommener Effekt bei so kleinen Lautsprechern. Denn wirklich basspotent sind die 100er mit ihrem kleinen 10-Zentimeter-Tiefmitteltöner von Hause aus nicht. Hier setzen Physik und auch der Preis grenzen.Da offerieren die Standboxen deutlich mehr Membranfläche, denn die Monitor Supreme arbeiten in Zweieinhalb-Wege-Technik. Das bedeutet, dass die beiden um den Gewebe- Hochtöner platzierten Konus-Chassis die Bässe gemeinsam wiedergeben. Der obere verantwortet zudem die Mittenwiedergabe. Die Arbeitsteilung entlastet den einzelnen Töner vor schwerer Hubarbeit im Bass, das mindert letztlich klangschädlichen Klirr, da die Chassis auch mit höheren Lautstärken nicht so schnell an ihre mechanischen und thermischen Grenzen kommen.

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Groß: der Tieftöner des Subwoofer kommt mit einem stattlichen Antrieb daher. Durch die Bohrung im Polkern kann Hitze entweichen.

Für wahrhaft kraftvollen Schub aber gesellt sich der Aktivwoofer 301a in das Ensemble. Allein der Antriebsmagnet des 30er-Tieftöners hat schon in etwa den Durchmesser des Basstreibers in der Monitor Supreme 800. Und damit das Chassis auch im härtesten Bassgefecht nicht ins Schwitzen kommt, stattete Magnat den Antrieb mit einer Polkernbohrung aus. So kann die im Betrieb entstehende Hitze durch die Öffnung aus dem Schwingsystem abgeführt werden. Ein Gehäuse in Reflexabstimmung soll die Basspotenz noch untermauern, die Reflexröhre ist an beiden Seiten verrundet, das mindert störende Pumpgeräusche, wenn der Woofer einmal kräftiger in den Tieftonkeller greift.

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Kräftig im Bass, jedoch nicht ultratief. Die Frontboxen zeigen einen sehr ausgewogenen Verlauf bis 20 kHz. Insgesamt ein stimmiges System.

Und das macht richtig Spaß. Egal, ob das Concertgebouw Kammerorchester unter der Ägide von Vladimir Ashkenazy die Todesinsel von Rachmaninoff anstimmte (Decca) oder heißeste Techno-Rhythmen a la Sven Väth gefragt waren, Bässe drückte das Magnat-Set knochentrocken und sehr präzise in den Raum. Selbst das feine Ausschwingen der Felle wurde spürbar. Eine Genauigkeit, die in dieser Klasse wahrlich ihresgleichen sucht.

Je nach Raumgröße empfiehlt Video-HomeVision dem Aktivwoofer alle Tieftonanteile des Sets zu überantworten. In großen Räumen (über 20 qm) kann es Klangvorteile bringen, die Standboxen im Setup des Receivers auf "small" zu konfigurieren. Allerdings nur, wenn zugleich eine tiefe Übergangsfrequenz (60 Hertz erwiesen sich im Test als ideal) bestimmt werden kann. Bietet der Receiver nur Werte ab 80 Hertz sollten die Frontspeaker stets als "large" konfiguriert werden.

Im Stimmbereich ließ das Set ein wenig dieser Sauberkeit missen, insbesondere der Center tönte zu hohen Pegeln leicht eingeschnürt und glatt, jedoch stets klar verständlich. Ein verzeihliches Manko, zumal das System Interpreten eine stabile und in der Breite weit ausladende Bühne spendierte. Streicher erklangen seidig, angeschlagene Becken und Hi-Hats silbrig klar. Insgesamt klang das Set tendenziell dunkel, ohne in den Höhen Informationen zu verbergen.

Testprofil

MagnatMonitor Supreme
www.magnat.de
1.110 Euro

5.1-Kompakt-Set

Weitere Details

59 Prozent

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
überragend

Mit dem preiswerten Panasonic- Receiver SA-BX 500 (Test später hier auf magnus.de) gingen die Magnaten eine rassige Liason ein. So temporeich und energiegeladen gab noch kein Set zum Preis "ein Quantum Trost" (Blu-ray/MGM) wieder. Ein rundum gelungener Auftritt, der darüber hinwegtröstet, dass der Sub keine Phaseneinstellung erlaubt. Wer ihn aber auf der Ebene der Frontboxen positioniert, ist auf der sicheren Seite.

Fazit

Schickes Outfit und ein zum Preis geradezu superber Klang - mit dem Set sagt Magnat der Konkurrenz wahrlich den Kampf an. Zugreifen!

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