Sauberer Schnitt

Magix Video Pro X3

Kräftig gefeilt hat die deutsche Software-Schmiede Magix an seinem Videoschnitt- Flaggschiff Magix Video Pro X3: Magix hat nach eigener Aussage über 80 neue Features und Verbesserungen integriert.

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Kräftig gefeilt hat die deutsche Software-Schmiede Magix an seinem Videoschnitt-Flaggschiff: Magix hat nach eigener Aussage über 80 neue Features und Verbesserungen integriert.

Die spektakulärste Neuerung ist die Stereo3D-Unterstützung. Handelsübliche 3D-Camcorder wie der Panasonic HDC-SDT750 unterstützt Magix, eigene 3D-Voreinstellungen lassen sich anlegen und speichern. Das stereoskopische Material kann aus unterschiedlichen Quellen importiert, bearbeitet und exportiert werden.

Praktisch ist, dass X3 die 3D-Darstellung durch eine Verschiebung der Parallaxen wahlweise manuell oder vollautomatisch anpasst. Für 3D- Effekte lässt sich der Bildversatz mit Schlüsselbildern (Keyframes) animieren.

4-Punkt-Schnitt integriert

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Gewöhnungsbedürftig: Video Pro bietet viele Funktionen. Die untersten Spuren erscheinen oben.

Das in der Praxis wohl wichtigste neue Feature ist der nun in Video Pro mögliche 4-Punkt-Schnitt: Damit lassen sich Lücken blitzschnell schließen. Erweitert hat Magix die ohnehin für ein Programm in dieser Preisklasse umfangreiche Dateiformat-Unterstützung. Video Pro X3 bearbeitet professionelles XDCAMMaterial ohne zusätzliche Erweiterungen.

Standardmäßig lassen sich Dateien auch in den Formaten AVCHD lite, den Derivaten von digitalen Spiegelreflex-Kameras wie der Canon 5D Mark II und 7D oder NXCAM importieren und weiterverarbeiten. Auch DV/HDV wird in unterschiedlichen Varianten unterstützt. Optional sind die zusätzlich zu bezahlenden Formate DVCPRO50/DVCPROHD und AVC-Intra.

Diese lassen sich aber mit je 99,99 Euro verhältnismäßig preiswert hinzu kaufen. Weiterhin nicht im Fokus von Magix stehen die für Kinofilme beliebten Formate der RedOne-Kameras und der Arri Alexa.

Leider müssen auch die bereits in Video Pro mitgelieferten Codecs für z.B. AVCHD-Material extra freigeschaltet werden. Bei der Freischaltung erhielten wir zunächst mehrere Fehlermeldung trotz vorangegangener, lästiger (Zwangs-)Registrierung, wonach die Testphase des gerade auf einem frisch aufgesetzten System installierten Programms bereits abgelaufen sei.

Auch der Versuch, die Codecs freizuschalten, schien zunächst zu scheitern. Zum Glück entpuppten sich diese Fehlermeldungen als falscher Alarm.

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Power-Play: Für die Audio-Nachbearbeitung hat Video Pro tolle Werkzeuge an Bord.

Die dunkle Oberfläche von Video Pro, die sich weiterhin auf Wunsch in den Stil des kleineren Schnittbruders VideoDeluxe umstellen lässt, erinnert an High-End-Programme wie DaVinci Resolve oder 3ds max. Sie wirkt aufgeräumt.

Zu aufgeräumt: Unter dem Fenster mit der Quellenvorschau vermissten wir Schaltflächen zum Einfügen des gewählten Materials in die Zeitleiste. Den Schnitt erleichtern viele praktische Werkzeuge. Doch dabei nerven weiterhin Detailschwächen wie die fehlende Option, die Spurhöhe via Maus anzupassen.

Bedienung: Licht und Schatten

Sehr intuitiv gelöst ist die Einstellung der Zuspieler und die Ausgabe etwa auf Blu-ray Disc oder DVD. Video Pro lässt sich etwa mit frei belegbaren Tastaturkürzeln und speicherbaren Fensteranordnungen leicht und vielseitig anpassen. Doch Vorsicht: In einigen Vergrößerungstufen blieb im Test trotz aktuellem Patch (Stand: 19. Januar 2011) der Vorschau-Bildschirm auf die Timeline schwarz.

Wer bereits mit anderen Schnitt- oder Bildbearbeitungs-Programmen gearbeitet hat, muss sich umgewöhnen: In der Timeline landet der unterste Clip in der obersten Spur. Gut sind die Waveform-Darstellung und die vielseitigen Werkzeuge zur Klangnachbearbeitung. Magix hat, wie von früheren Versionen gewohnt, besonders viele Effekte integriert.

TESTURTEIL

Magix Video Pro X3

399,99 Euro; www.magix.de

Betriebssysteme: Windows XP/Vista/7 jeweils 32 und 64 Bit

Besonderheiten: umfassende 3D-Unterstützung, 4-Punkt-Schnitt, sehr gute Sound-Tools

Gesamtwertung: befriedigend 60 %

Mit an Bord ist zur Bildstabilisierung Mercalli 2. Das Tool enthält viele Voreinstellungen; leider lässt sich der Bereich, der sich nicht bewegen soll, nicht manuell einstellen - bei schwierigen Clips gerät so die Bildstabilisierung zur Glückssache.

Gelungen ist Magix dagegen die versprochene Performance-Optimierung: Video Pro X3 lief auch mit unterschiedlichem Quellmaterial im Test flott und stabil - merklich besser als die Vorversion.

Optimierungsbedarf besteht noch bei der gedruckten Dokumentation. Statt einer Funktionsbeschreibung wären praktische Workshops sicher im Sinne der Anwender. Schön wären auch Tastaturaufkleber für ständig benötigte Befehle.

Fazit:

Video Pro X3 überzeugt zwar noch nicht in jedem Detail. Vor allem die Bedienung ist noch nicht richtig "rund". Durch das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis empfiehlt sich Video Pro X3 dennoch für besonders ambitionierte Heimanwender und Semiprofis.

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