Testbericht

Leistungsvergleich: Core 2 Duo E8500 gegen Core 2 Quad Q8300

Die Frage, ob man sich beim nächsten Prozessor für ein Modell mit zwei oder lieber doch vier Kernen entscheiden soll, ist so alt wie die erste Quad-Core-CPU. Wir haben zwei Vertreter gegeneinander antreten lassen - mit beeindruckenden Ergebnissen.

  1. Leistungsvergleich: Core 2 Duo E8500 gegen Core 2 Quad Q8300
  2. Teil 2: Leistungsvergleich: Core 2 Duo E8500 gegen Core 2 Quad Q8300
Aufmacher Chip CPU Prozessor

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Aufmacher Chip CPU Prozessor

Die Foren sind voll von Anfragen nach der besten CPU. Dabei steht oft nicht einmal die Frage nach dem Hersteller im Vordergrund, also AMD oder Intel, sondern meist geht es darum, ob sich ein Zweikern-Prozessor noch lohnt oder ob Vierkerner zukunftssicherer sind. Die Antworten lassen selten auf sich warten und da es grundsätzlich verschiedene Ansichten sind, arten viele solcher Beiträge früher oder später in kleinteilige Diskussionen aus, die dem Fragesteller letztlich auch nicht weiterhelfen.Das liegt zum einen daran, dass eine solche Frage nicht pauschal beantwortet werden kann und zum anderen, dass es sowohl für Zwei-als auch Vierkern-Prozessoren gute Gründe gibt, sich für das jeweilige Modell zu entscheiden. Welche das sind, wie sie sich auswirken und welchen man Beachtung schenken sollte, fassen wir im Folgenden anhand des Beispiels Core 2 Duo gegen Core 2 Quad zusammen.

Preisfragen.

Das Wichtigste bei einem Kauf ist neben dem Bedarf, auf den wir später noch kommen, der Preis. Der Vergleich aktueller Angebote zeigt, dass sich Core 2 Duo-CPUs in einem Preisrahmen zwischen knapp 100 und 250 Euro bewegen. Quad-Core-Prozessoren liegen gar nicht so weit darüber, sondern kosten mit 130 bis 290 Euro nur rund 40 Euro mehr - die "Extreme" Prozessoren, die mit ihrem frei einstellbaren Multiplikator vor allem für Übertakter gedacht sind, lassen wir in diesem Vergleich außen vor.

Trotz des relativ geringen Preisunterschieds sind Quad-Core-Prozessoren nicht zwingend die bessere Wahl. Gerade in den mittleren Preisregionen um die 150 Euro ist der Unterschied in den Frequenzen deutlich. Während Quad-Core-CPUs hier bei rund 2500 MHz liegen, warten Duos mit Frequenzen von 3000 MHz auf und verfügen überdies noch über einen größeren Cache. Und damit ist ein Kriterium für den Prozessorkauf schon fix: Benötigt man wirklich vier Kerne oder reichen zwei?

Anzahl der Kerne

Die überwiegende Mehrheit aller Anwendungen, die heutzutage benutzt werden, kommen mit einem Rechenkern aus. Viele, vor allem ältere Programme, können zusätzliche Kerne gar nicht verwenden. In diesem Fall bringen zwei oder mehr Kerne nur dann etwas, wenn außer dem eigentlichen Programm noch weitere Anwendungen oder Hintergrundprozesse laufen. Das ist aber nur selten der Fall. Zwar benutzen viele Anwender mehrere Programme gleichzeitig, doch nehmen diejenigen, die aktuell nicht bedient werden, normalerweise nur wenig Rechenzeit in Anspruch. Berechnet Excel zum Beispiel nicht gerade eine Pivot-Tabelle, ist es, was die Prozessorauslastung angeht, genügsam.

Leistungsvergleich Dual-gegen Quad-Core-Prozessor

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Mit satten 4 statt 3,16 GHz läuft der Core 2 Duo E8500 immer noch stabil. Das einzig "ungewöhnliche" am System ist die Wasserkühlung.

Auch Messenger-Programme, Web-Browser oder E-Mail-Clients, die auf vielen Rechnern sogar per Autostart angeworfen werden, wirken sich auf die Prozessorlast kaum aus. Wer es nicht glaubt oder einfach wissen möchte, ob sich mehrere Kerne in seinem System lohnen, braucht nur den Task-Manager in einer typischen Arbeitsszenerie aufzurufen. Hier wird der Systemleistung bei vielen geöffneten Anwendungen eher mangelnder Hauptspeicher zum Verhängnis.

Auch Virenscanner, die von den Prozessorherstellern immer wieder gerne als Argument für Mehrkern- CPUs ins Feld geführt wurden und werden, führen sich selten auf wie die Axt im Walde. Meist überprüfen sie das System soweit möglich im Hintergrund. Wer nicht gerade einen Festplattenscan durchführt während er einen Online-Shooter spielt, wird vom Scanner eher wenig bemerken. Im Zweifel reicht ein Dual-Core-Prozessor vollkommen, um in den genannten Szenarien einen flüssig arbeitenden Computer zu haben.

Mehr als zwei Kerne benötigt man nur, wenn die entsprechende Anwendung auch wirklich Gebrauch davon macht. Das sind derzeit vor allem Programme zum Rendern von Grafiken sowie zur Bild- und Videobearbeitung. Sobald sich die Aufgabe gut parallelisieren lässt, kann man kaum Kerne genug haben, was auch die Grafikchip-Hersteller erkannt haben. Sie versuchen, die Software-Hersteller dazu zu bringen, die Berechnung gleich auf den hoch parallelisierten Chips ablaufen zu lassen, deren theoretische Rechenleistung weit über dem liegt, was CPUs zu bieten haben. Ist die Software geeignet, GPUs statt CPUs zu verwenden, kann man sich die Investition in einen Vierkern-Prozessor meist schenken.

Bleiben die ewig leistungshungrigen Spiele. Auch sie sollten, zumindest nach der Vorstellung von Intel und Co., von Quad-Kern-CPUs profitieren. Tatsächlich sieht es in diesem Punkt eher trostlos aus. Spiele, die ernsthaft von mehr als zwei Kernen Gebrauch machen, sucht man mit der Lupe und eine Besserung ist nicht in Sicht. Selbst wenn sich hier in den nächsten Jahren etwas tut, ist das kaum ein Grund, schon jetzt Geld für einen Vierkern-Prozessor auszugeben. Um herauszufinden, womit man derzeit besser fährt, haben wir zwei Prozessoren gegeneinander antreten lassen.

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