Premium-Kompaktkamera

Leica X Vario im Test

Die Leica X Vario ist eine Kompaktkamera mit APS-C-Sensor und integriertem Zoomobjektiv. Im Test punktet die Premium-Digitalkamera mit hervorragender Bildqualität.

  1. Leica X Vario im Test
  2. Datenblatt
Leica X Vario - Test Review

© Leica

Leica X Vario - Test Review
EUR 656,00

Pro

  • ergonomische Bedienung
  • gute Bildqualität
  • sehr gute Verarbeitung

Contra

  • vergleichsweise langsamer Autofokus
59,5%
Jetzt kaufen
EUR 656,00

Pro

  • ergonomische Bedienung
  • gute Bildqualität
  • sehr gute Verarbeitung

Contra

  • vergleichsweise langsamer Autofokus
59,5%

Die Leica X Vario lässt dem Fotografen mit Zoom- statt Festbrennweitenobjektiv viel Spielraum bei der Bildgestaltung. Allerdings ist das Zoom der Systemkamera Leica X Vario in der Lichtstärke beschränkt: f3,5 im Weitwinkel, f6,4 im Tele - von einer Kamera zum Preis von 2.450 Euro hätten wir uns mehr erwartet.

Weil Leica in der X Vario einen CMOS-Sensor im APS-C-Format (16 Megapixel) verbaut, entspricht der Brennweitenbereich (18 bis 46 mm) einem KB-äquivalent von 27 bis 69 mm. Scharfstellen kann sie ab 30 cm Motivabstand, einen Makromodus gibt es nicht. Im Preis enthalten: eine Download-Option für den RAW-Konverter Adobe Photoshop Lightroom.

Metall- und Magnesiumgehäuse

Die 628 g schwere Leica X Vario im Metall-Body wirkt solide und hochwertig. Ihr Objektiv bietet Platz für Einstellringe; die Tasten haben einen klaren, angenehmen Druckpunkt; und die Drehräder rasten satt ein, leisten gerade so viel Widerstand, dass sie sich nicht ungewollt verstellen.

Leica X Vario

© Leica

Die Leica X Vario bezieht die linke Hand in ihr Bedienkonzept mit ein: Links vom Monitor befinden sich fünf Funktionstasten.

Die Leica X Vario hat einen Akkulader im Lieferumfang und ist mit einem - recht schwachen - Ausklappblitz mit LZ4 ausgestattet, der Autofokus ist ein wenig laut. Mit offener Blende geht die Verschlusszeit lediglich bis 1/2000 s; damit man da bei sehr hellem Licht nicht zu schnell an Grenzen stößt und die Aufnahmen überbelichten, kann man an der X Vario mit einem Neutralfilter mit 43ES-Anschluss arbeiten.

Monitor und Sucher

Anstelle eines integrierten Suchers bietet die Kamera die Möglichkeit, einen externen Sucher zuzukaufen und über den Blitzschuh anzuschließen. Passend zur Leica X Vario gibt es den schwenkbaren, elektronischen Viso-Flex EVF2 mit 466 667 RGB-Pixeln für rund 400 Euro.

Ohne Sucher ist der fest verbaute 3-Zoll-Monitor der Leica X Vario für die Bildkontrolle verantwortlich. Der liefert ein durchaus ordentliches Bild. Die Leica blendet ein Live-View-Bild ohne Belichtungsvorschau ein; die bekommt der Fotograf erst dann zu sehen, wenn er den Auslöser halb durchdrückt.

Leica X Vario

© Leica

Bei der Leica X Vario kann man die Auto-ISO-Einstellung konfigurieren, in dem man im Menü Obergrenzen für ISO-Zahl und Belichtungszeit vorgibt.

Aufnahmefunktionen und Autofokus

Die Leica X Vario betreibt ihre Sensoren mit Empfindlichkeiten von ISO 100 bis 12.500. Weitreichende manuelle Einstellmöglichkeiten inklusive (teil)manuellen Modi und Programmautomatik sind in dieser Klasse obligatorisch. Nicht jedoch Features wie Motivprogramme, auf die der Hersteller hier ebenfalls verzichtet hat.

Für die automatische Fokussierung führt die Leica X Vario eine Kontrastmessung auf Feldern am Aufnahmesensor durch. Bei Bildserien schafft sie 4,4 B/s und 7 Bilder/Serie.

Video

In Sachen Full-HD-Videoqualität glänzt die Leica X Vario. Die Filme wirken detailreich, farbecht, klar und sehr scharf, teils aber beinahe etwas zu kontrastreich, sodass Lichter ausfressen und Schatten an Zeichnung verlieren. Trotzdem gehören sie zum Besten, was wir bisher von Fotokameras kennen. Die ersten beiden Sekunden der Clips sind häufig unbrauchbar, weil der Autofokus pumpend nach der richtigen Einstellung sucht, danach funktioniert die Schärfenachführung jedoch recht zuverlässig, schnell und dezent.

Schade, dass die manuellen Einstellungen für Blende und Belichtungszeit nicht wirksam werden. Dafür lässt sich die Aufnahme dank separatem Videoauslöser ohne Umwege starten. Weil er etwas ungünstig direkt neben dem Blendenwahlrad liegt, kann es leicht passieren, dass man ihn versehentlich betätigt.

Leica X Vario

© Leica X Vario

Oben positioniert Leica zwei Wahlräder, eines zum Einstellen der Verschlusszeit, eines für die Blende.

Handhabung

Leica geht in Sachen Bedienkonzept seine eigenen Wege und findet so manche ebenso einfache wie praktische Lösung, die allerdings nur bei schmalerem Funktionsspektrum und Zuhilfenahme der linken Hand so richtig sinnvoll ist: Oben positioniert Leica zwei Wahlräder, eines zum Einstellen der Verschlusszeit, eines für die Blende. Stehen beide Räder auf Position "A", arbeitet die Kamera mit Programmautomatik. Ebenfalls gut erreichbar für die rechte Hand liegen ein elegant im Gehäuse versenktes Einstellrad an der Daumenauflage und eine Vier-Richtungswippe mit Direktzugriff auf Belichtungskorrektur, Blitzmodus und Selbstauslöser.

In der Nähe des linken Daumens reihen sich fünf Funktionstasten untereinander, belegt etwa mit Weißabgleich, ISO, AF-Modus und dem Menü. Letzteres präsentiert sich als eine einzige, dafür fünfseitige Scrollliste. Mit dem Einstellrad werden hier Einträge angesteuert, mit der Vier-Richtungswippe rechts Einstellungen getätigt und durch erneutes Drücken des Menü/Set-Knopfs links bestätigt. Für Zoom und manuellen Fokus steht je ein Objektivring zur Verfügung.

Bildqualität

Die Leica X Vario punktet vor allem mit schwachen Texturverlusten und hält den Visual Noise bis ISO 1600 auf relativ niedrigem Niveau (0,4 bis 1,1 VN). Die Grenzauflösung ist über den gesamten gemessenen ISO-Bereich recht konstant (1430 bis 1518 LP/BH), und die Dead-Leaves-Werte sacken erst bei ISO 3200 sprunghaft auf unter 1000 LP/BH ab.

Teils machen die Aufnahmen jedoch einen leicht entsättigten Eindruck. Die typischen Objektivfehler halten sich in Grenzen, allerdings hat die Signalverarbeitung dabei sicher auch ihre Hand im Spiel. In den entsprechenden Rohdaten bleiben ausgeprägtere Farbränder im Bild.

Kaufberatung: Die besten Kompaktkameras

Testfazit

Die Leica X Vario ist eine tolle (Zweit-)Kamera für diejenigen, die mit einem höheren Risiko für Moire-Effekte leben - sie erhält trotz relativ kurzer Akkulaufzeit und langer Auslöseverzögerung eine klare Empfehlung.  Dazu bietet sie eine hervorragende Bildqualität und dazu noch ein Zoomobjektiv. Außerdem macht die X Vario hervorragende Full-HD-Videos und fühlt sich in ihrem zwar schweren, aber in Leica-Manier verarbeiteten Metallgehäuse ausnehmend gut an. Lediglich das Objektiv sollte lichtstärker und der AF schneller sein.

Leica X Vario

  
HerstellerLeica
Preis2450.00 €
Wertung45.0 Punkte
Testverfahren1.6

Mehr zum Thema

Leica M-E RAW Test
Digitale Messsucherkamera

Der 18-Megapixel-RGB-CCD der Leica M-E liefert beim Test im Rohdaten-Modus gute Ergebnisse. Doch es gibt auch Anlass zur Kritik.
Leica M Test
Systemkamera

67,4%
Die Leica M kommt erstmals bei einer Leica-Messsucherkamera mit Live-View und Videofunktion. Rechtfertigt das den…
Leica M RAW-Test
Messsucherkamera

Wir haben die Leica M zum RAW-Test gebeten: Von ISO 100 bis 800 kann die Leica M selbst feinste Details darstellen.
Leica M Monochrom RAW-Test
Schwarzweiß-Digitalkamera

Wie schlägt sich die Leica M Monochrom im RAW-Test? Wir prüfen die Aufnahmen der Schwarzweiß-Kamera im Labor.
Leica T Test
Systemkamera

64,7%
Leica T - schlicht, schlank und schön: Doch was leistet die schicke Systemkamera in Punkto Preis-Leistung? Wir prüfen…