Testbericht

Leica Digilux 3

In kaum einer anderen SLR findet sich der Kleinbild-Fotograf so schnell und intuitiv hinein. In puncto Bedienung gibt es in diesem Modell kaum etwas auszusetzen- außer dem hohen Gewicht- nur die Technik des Live Views ist noch nicht ganz ausgereift. Der Bildqualität fällt das etwas stärkereISO-400-Rauschen negativ auf. Ansonsten überzeugt das Objektiv und sind 7,5 Megapixel- für die meisten Anwendungen völlig ausreichend.

  1. Leica Digilux 3
  2. Datenblatt
Leica Digilux 3 Vorderseite

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Leica Digilux 3 Vorderseite
Leica Digilux 3 Bedienelemente/Rückseite

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Die Darstellung korrespondiert mit dem Arrangement der Knöpfe: Es wird immer die Funktion neben dem Knopf aktiviert.

Wer einen Sinn für Mechanik, Wertigkeit und ästhetisches Design hat, der wird stutzen, wenn er die Digilux 3 sieht. Ist dies nun eine Spiegelreflex oder eine Messsucherkamera? Dabei steckt unter dem klassischen Design moderne Digitaltechnik mit einem Panasonic-7,5-Megapixel-CMOS-Sensor, einem als Sucher nutzbaren Monitor, FourThird-Bajonett und Autofokus. Bei der Digilux 3 handelt es sich um eine moderat modifizierte Panasonic L1, die wiederum bei Sensor, Spiegelkasten und Autofokus gleiche Teile wie die Olympus E330 nutzt. Zwei Vorteile bietet dieses Baukastensystem: So kann Leica erstens eine SLR mit Autofokus anbieten und zweitens stehen von Beginn an genügend Objektive zur Auswahl. Wegen des FourThird- Bajonetts passen neben den beiden Leica-Objektiven Leica D-Vario-Elmarit 2,8-3,5/14-50 mm und Leica D-Summilux 1,4/2,5 mm Aspherical alle Olympus- sowie kompatiblen Sigma-Objektive an die Digilux 3.

Das Design ist konsequent auf die Tugenden analoger Kameras zugeschnitten etwa mit einem großen Verschlusszeitenring rechts auf der Kamera. Erstaunlich, wie intuitiv noch immer die Hand zum Blendenring am Objektiv wandert, der sogar die A-Stellung besitzt, wenn automatisch fotografiert werden soll. Blendenringe sucht man auf den meisten Digitalobjektiven vergeblich. Wo bei Spiegelreflexkameras das Pentaprisma sitzt, hat die Digilux 3 den cleveren Klappblitz integriert. Statt eines großen Pentaprisma nutzt Leica den sehr kompakten Olympus-Spiegel-Sucher. Hinzu kommt die Panasonic Live-View-Technik: Bei hochgeklapptem Spiegel dient der Monitor als alternativer Sucher. Zum automatischen Fokussieren muss dann aber kurz der Spiegel herunterklappen und das Sucherbild einfrieren, was Zeit kostet. Alternativ kann der Fotograf auch manuell per Lupe auf dem 2,5-Zoll-Monitor mit 207 000 Pixeln scharfstellen. Die drei Autofokus-Messzonen tun in aller Regel zuverlässig ihre Pflicht, doch dauert das Scharfstellen mit knapp 0,5 s etwas länger als bei der Konkurrenz von Canon und Nikon.

Leica Digilux 3 Seitenansicht

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Die Seitenansicht offenbart die Baudicke der Digilux 3 und des Objektivs, die deutlich voluminöser ist, als bei den meisten Kollegen.

Gegenüber der Olympus E400 (Test Seite 20) wirkt die Leica groß und ist auch deutlich schwerer. Trotz des vergleichsweise kleinen FourThird-Sensors hat Leica also keine besonders kompakte Kamera gebaut, bleibt aber im Rahmen des Üblichen. Das Schwerste am Set ist das Objektiv. Hier hat Leica wie Panasonic ein lichtstarkes D Vario Elmarit 2,8-3,5/14-50 mm angedockt. Das entspräche bei Kleinbild einer Brennweite von 28 bis 100 mm. Das Objektiv ist innenfokussierend mit optischem Bildstabilisator: Verschiebbare Linsen gleichen leichte Wackelbewegungen so aus, dass das Bild auf dem Sensor unbewegt bleibt: Statt mit 1/60 kann der Fotograf womöglich noch bei Verschlusszeiten von 1/15 s aus der Hand arbeiten. Auf der Rückseite findet man vielleicht ein paar Knöpfe zu viel aufgereiht, doch die Sinnfälligkeit des Arrangements erschließt sich schnell. Da sind die beiden Func.-Tasten für die schnelle Erreichbarkeit der Lieblingsfunktionen des Fotografen, Blitz, Empfindlichkeits- und Farbkorrektur mit Feinanpassung. Die Blendenkorrektur, die Wiedergabetaste, die Gebrauchsblende und die Löschtaste. Alles mit Extraknopf, alles sofort erreichbar, wenn es schnell und einfach gehen soll. Der Sucher steht weit aus dem Gehäuse - ideal für Brillenträger und Großnasen. Auch das Menü überzeugt mit klarer Großschrift, aber bisweilen gewöhnungsbedürftigen Abkürzungen. Weitere Minuspunkte: Ungeschickt positionierter Einschalter unter dem Daumen, und die Suchermuschel soll laut Leica immer durch einen Sucherschutz abgeschattet werden, wenn Live View eingeschaltet ist. Das ist umständlich, aber bei unseren Tests fiel kaum Streulichteinfall durch den Sucher auf.

Leica Digilux 3 Bedienelemente/Blitzgerät

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Einmal drücken der Blitz kippt, fürs indirekte Blitzen. Erst beim zweiten Knopfdruck fährt der Blitz vollständig aus.

"Nur" 7,5 Megapixel bietet die Leica und das, obwohl die Konkurrenz gerade zu 10 Megapixel wechselt. Die entsprechend etwas geringere Auflösung sollte jedoch für meisten Anwendungen völlig ausreichen. Sehr exakt arbeitet der Weißabgleich. Nicht ganz überzeugend ist das Rauschen bei ISO 400: Wie alle FourThird-Kameras rauscht auch die Leica etwas stärker als eine Canon EOS 400D oder Nikon D80/D200 mit den größeren Sensoren im APS-C-Format. Ohne wenn und aber kann die Serienschusskapazität überzeugen, die auch bei bester Auflösung im JPEG-Format fast drei Bilder pro Sekunde ohne zeitliche Beschränkung erlaubt - so es die SD-Card zulässt.

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Test

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$umbruch$ Beurteilung nach neuen Testkriterien

Leica Digilux 3

8 Megapixel-Kamera, Schwestermodell der Panasonic L1, kann damit in der Grenzauflösung nicht ganz mithalten. Die Bildqualität bei ISO100 ist noch recht gut, da hält sich das Bildrauschen in Grenzen. Schon bei ISO 400 sackt die Leica aber in der Leistung ab, liefert noch eine ordentliche Bildqualität. Bei ISO 800 wird sie schwächer und landet bei ISO 1600 auf einem der hinteren Plätze im Testfeld. Starkes Bildrauschen und niedriger Objektkontrast führen zu einem unterdurchschnittlichen Abschneiden - zumal sie auch relativ langsam auf den Auslöser reagiert.

Leica Digilux 3

HerstellerLeica
Preis1800.00 €
Wertung54.0 Punkte
Testverfahren1.5

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