Kompaktkamera

Leica D-Lux 6 im Test

Die Kompaktkamera Leica D-Lux 6 vereint nobles Design mit state-of-the-art Technology. Sie hat allerdings auch einen stolzen Preis von 700 Euro und unterscheidet sich nur marginal vom Panasonic-Modell LX7. Lohnt sich das?

  1. Leica D-Lux 6 im Test
  2. Datenblatt
Leica D-Lux 6 - Test Review

© Erich Baier

Leica D-Lux 6 - Test Review

Pro

  • sehr gute Verarbeitung
  • intelligentes Bedienkonzept mit mechanischen Elementen und übersichtlichem Menu
  • gute Bildqualität

Contra

  • Rauschen schon bei ISO100 sichtbar
  • sehr hoher Preis

Knapp 300 Gramm bringt die Leica D-Lux 6 auf die Waage. Schlicht die Form, glatt die Oberfläche, sehr puristisch. Beim Design kann die Kompaktkamera D-Lux 6 eindeutig punkten, auch gegenüber der preisgünstigeren Panasonic Lumix LX7, dem fast baugleichen Schwestermodell. Übersichtlicher, wertiger - Leica eben.

Schönheit mit kleinen Fehlern

Doch das samtig-edle Metallgehäuse der Leica D-Lux 6 hat auch seine Kehrseite. Lediglich an der Daumenposition ist ein aufgerautes Griffstückchen von 23 x 18 mm eingelassen, aber selbst damit will sich kein wirklich gutes Haltegefühl einstellen. Das massive Gewicht und die glatte Oberflächenbeschaffenheit passen nicht so recht zusammen.

Die rechteckigen Tasten sind mit 3 x 4 mm klein, ihre Kennzeichnung ebenfalls. Das Haupteinstellrad der Leica D-Lux 6 hat Rastpositionen für P, A, S, M sowie Video, zwei Benutzerspeicher, Szenenmodus und spezielle Bildeffekte. Haupteinstellrad und Auslösersockel ragen aus der Kameraoberfläche heraus und sind auch ohne hinzusehen mit den Fingern gut zu ertasten. 

Das Einstellrad rastet stramm und muss gezielt verdreht werden, ungewolltes Verstellen ist da praktisch ausgeschlossen. Das kleine Rädchen an der Daumenposition steuert teilweise die gleichen Funktionen wie der Vierwegetaster. So ermöglicht Drücken und Drehen den Zugriff auf die Belichtungszeit und deren Korrekturen.

Panasonic Lumix LX 7

© Panasonic

Gleiche Technik in anderem Gehäuse: Die Panasonic Lumix LX 7 zum Vergleich.

Feinste Mechanik

Drei wichtige Einstellbereiche hat Leica aufwändig aus dem Menü heraus auf mechanische Bedienelemente verlegt. Um das Objektiv ist der drehbare Blendenring angeordnet. Der einstellbare Bereich reicht von f1,4 bis f8,0, rastend in Drittelblenden.

An den beiden Drehschaltern der Leica D-Lux 6 lassen sich vier mögliche Seitenverhältnisse (4:3, 3:2, 16:9 und 1:1) und drei Fokussieroptionen einstellen. Das ist feinste Mechanik und die Bedienelemente haben hier den klaren Vorteil, dass die Einstellungen mit einem Blick kontrolliert werden können.

Das große Hauptmenü der Leica D-Lux 6 ist aufgeteilt in Aufnahmeeinstellungen, Laufbildeinstellungen und Grundeinstellungen. Möglich sind bis 30 Aufnahme-, 4 Laufbild- und bis 40 weitere Grundeinstellungen. Jede dieser Einstellungen hat dann auch noch diverse Optionen, das ist mehr als reichlich. Hilfe bei der Navigation bietet das Quick-Menü.

Auf sieben Aufnahmeeinstellungen kann ganz fix mit der Q-Menütaste zugegriffen und auf die Fn-Taste eine weitere Option ausgelagert werden. So wird das Ganze in überschaubare Blöcke gepackt und bequem bedienbar. Ein ND-Filter kann zugeschaltet werden, um auch bei reichlich Licht offene Blende oder längere Belichtungszeit als gestalterische Elemente einsetzen zu können. 

Kaufberatung: So finden Sie die richtige Digitalkamera

Echte Leica-Qualität

Rund 306.700 RGB-Pixel hat das 3 Zoll große Display der Leica D-Lux 6. Schärfe und Farben sind knackig, Helligkeit, Kontrast/Sättigung sowie Rot- und Blauton einstellbar. Der mögliche Einstellbereich der einzelnen Positionen ist allerdings recht klein. Schriften und Symbole werden deutlich dargestellt.

Die Brennweite des Leica DC Vario-Summilux reicht von 24 bis 90 mm (KB) - von Landschaftsaufnahmen über Innenaufnahmen bis hin bis zum leichten Porträttele. Die Lichtstärke beginnt bei 1,4 und fällt bei der längeren Brennweite leicht ab auf 2,3. Bei dieser sehr guten Lichtstärke wollen wir wegen des relativ geringen Brennweitenbereichs nicht meckern.

Die gesamte Verarbeitung der Kamera ist tadellos, wie erwartet. Wenn bei diesem Gewicht der Stativanschluss so weit außerhalb der Gehäusemitte liegt wie hier, muss auch ein kräftigeres Stativ verwendet werden. Die verbreiteten Ministative mit 10 cm Höhe kippen da einfach um. Dank der zuschaltbaren Wasserwaagen-Funktion lässt sich das Motiv vom Stativ aus exakt ausrichten.

Leica D-Lux 6 Monitor

© Erich Baier

Aufstecksucher optional

Ein Schieber gibt den integrierten Blitz frei. Nach Gebrauch wird er wieder ins Kameragehäuse zurückgedrückt. Der Blitzschuh in der Kameramitte ermöglicht die Verwendung von stärkeren optionalen Zusatzblitzgeräten. Leica bietet passend zur Kamera das Leica Blitzgerät CF22. Wie so oft, wenn schon ein Blitzschuh vorhanden ist, gibt es auch optional einen aufsteckbaren Sucher. Der von Leica angebotene Sucher ist elektronisch unmd heißt Leica EVF3.

Der 1,7-Zoll-CMOS-Sensor der Leica D-Lux 6löst sinnvolle 10 Megapixel auf und ermöglicht Empfindlichkeiten von 80 bis hin zu 12.800 ISO. Die Auflösung entspricht mit rund 1.350 LP/BH bei ISO 100 im Weitwinkel dem, was wir von einem 10-MP-Sensor erwarten und bleibt bis ISO 1.600 über der 1.000-er Marke. 

Der Abfall nach den Ecken liegt über alle Empfindlichkeiten zwischen 150 und 250 LP/BH, das ist moderat. Die Detailtreue ist gut, was die Kurtosiswerte von 0,8 bei ISO100 und ISO400 belegen. Dafür hat man bei Leica ein etwas höheres Rauschen in Kauf genommen, das schon bei ISO100 sichtbar ist.

Die UVP in Deutschland beträgt 699 Euro. Zum Lieferumfang gehört Adobes Bildbearbeitung Photoshop Lightroom 4, was die 200 Euro Preisunterschied etwas relativiert. Aber nur, wenn man Lightroom nicht ohnehin schon auf dem Rechner hat.

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Testfazit

Die schöne und schlichte Leica D-Lux 6 vereint solide Mechanik und moderne Elektronik. Das Ergebnis sind bequeme Bedienung und für Kompaktkamera-Verhältnisse gute Bilder. Der Unterschied zur Panasonic Lumix LX7 liegt eher im Aussehen als in der Bildqualität.

Leica D-Lux 6

HerstellerLeica
Preis699.00 €
Wertung67.0 Punkte
Testverfahren1.6

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