Lichtspielhaus

LED-Lampe Philips Hue im Test

Philips hat viel Aufmerksamkeit erregt mit der steuerbaren LED-Lampe Hue. Das offene System erlaubt es Drittentwicklern, eigene Ideen mit der App-gesteuerten LED-Lampe umzusetzen. Wir haben die Hue getestet.

Philips Hue

© Philips Communications

Philips Hue

Pro

  • Einrichtung und Verbindung kinderleicht
  • vielfältig erweiterbares Angebot

Contra

  • recht teuer

"Abendhimmel fasziniert ganz Deutschland", titelte bild.de am 9. August, einem der vielen schönen Sommerabende dieses Jahres, und beschrieb romantisch verklärt die herrliche Rotfärbung der Dämmerung in diesen Tagen.

Lichtstimmungen begleiten uns Menschen ein Leben lang und die Experten sind sich einig: Wer zur richtigen Situation die passende Lichtumgebung erlebt, fühlt sich wohl und bleibt gesünder. Dies gilt besonders auch in Wohnung und Haus. Die Lichtverhältnisse beeinflussen sogar die Hormonproduktion des Menschen, steuern unsere innere Uhr und sorgen dafür, dass wir uns müde oder fit fühlen.

Wenig überraschend deshalb, dass das Lichtsteuerungspaket Philips Hue derzeit in aller Munde ist. Das Starter Kit enthält eine kleine weiße Steuerbox, die so genannte "Bridge", die ans Heimnetzwerk angeschlossen wird, sowie drei Glühlampen mit E27-Fassung. Wer sich Hue anschaffen will, sollte prüfen, ob in den Räumen, die er ausstatten möchte, auch E27-taugliche Lampen vorhanden sind. Birnen mit weiteren Fassungsgrößen hat Philips jedoch bereits angekündigt.

Die Installation ist einfach und leicht verständlich: Die "Bridge" mit dem Stromnetz und per LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbinden, Birnen in die Leuchten schrauben und die kostenlose iOS- oder Android-App aufs Smartphone oder den Tablet-PC laden. Schon ist Hue einsatzbereit.

Philips LivingColors Bloom

© Philips

Die LivingColors Bloom Friends of hue von Philips ist die neueste Ergänzung zur intelligenten Leuchte Hue. Für 79,95 Euro lassen sich Räume in fast jedem erdenklichen Farbton beleuchten.

Doch was kann Hue? Mithilfe der offiziellen Gratis-App von Philips lassen sich vorprogrammierte Szenarien in den Raum zaubern. Eine Zeitschaltuhr-Funktion macht Programmierungen zu allen Tageszeiten möglich.

Eine hervorragende Idee ist, dass sich eigene Fotoaufnahmen als Grundlage für eine Lichtsituation verwenden lassen. Das private Foto wird aus dem Fotoarchiv von Smartphone oder Tablet direkt in die App geladen. Dort lassen sich auf dem Bild drei Farbbereiche für die jeweiligen Hue-Glühlampen individuell festlegen - fertig ist das persönliche Setup, das sie etwa noch nach dem Urlaubsort benennen können, an dem ihr Sonnenuntergangsmotiv (mit Gelb- und Rotfärbung der Lampen) oder das Foto einer Bergseenlandschaft (Blau- und Grünfärbung) entstanden ist.

Dank der Funktion Geofencing, die über das GPS des Smartphones gesteuert wird, können sich Hue-Lampen neuerdings automatisch einschalten oder ihr Verhalten ändern, sobald Sie sich ihrem Zuhause nähern.

Ein weiter Pluspunkt: Das System ist für alle App-Entwickler offen. Daher existieren schon heute mehrere taugliche Fremd-Apps mit Hue-Funktionalitäten, beispielsweise die kostenpflichtige "Hue Disco", die wir getestet haben.

Philips LED LightStrips

© Philips

Mit den Philips LED LightStrips Friends of hue lassen sich in Räumen individuelle Lichtakzente setzen. Der Preis für den Lichtstreifen liegt bei 89,95 Euro.

Sobald die App mit der Bridge verbunden ist, empfängt das iPad-Mikrofon Musik aus dem Raum und wandelt sie in blinkendes Discolicht um. Empfangsempfindlichkeit, Helligkeit, Farben und Reaktionsschnelligkeit lassen sich über die App individuell regeln. Ein schöner Unterhaltungsspaß für private Parties.

Ein weiteres Highlight für Heimvernetzungs-Tüftler: Mit der App IFTTT (If This Than That) lassen sich auf Smartphone oder Tablet-PC so genannte "Rezepte" programmieren. Beispielrezept: Wenn die in IFTTT integrierte Wetter-App an ihrem Wohnort die Dämmerung erkennt, schalten sich die Hue-Lampen in Abendrot-Farben ein. Einziger Haken: IFTTT ist eine US-amerikanische App, die  daher nur ausgewählte USA-übliche Apps koppelt. Die Kombinationsmöglichkeiten für die weltweit verwendbare Hue-App sind daher leider begrenzt.

Doch das war längst nicht alles: Auch von Philips selbst gibt es erweiterte Anwendungsmöglichkeiten: Die App "Ambilight+Hue" für Android und iOS ist ein Hit für alle Besitzer eines Philips-TVs der Generation 2010 und jünger. Sie überträgt die Farbstimmung vom Fernseher auf alle mit Hue verbundenen Lampen und bezieht so etwa bei Spielfilmen den kompletten Wohnraum in die Filmatmosphäre mit ein. Flat-TV und Hue müssen sich lediglich im selben WLAN-Netz befinden.

Und wie lässt sich Hue im Haus oder der Wohnung erweitern? Einzelne E27-Glühlampen gibt es im Apple-Store, dem hierzulande derzeit exklusiven Anbieter von Hue, für 60 Euro. Ebenso kombinierbar: Die zwei Meter langen Philips-Lichtbänder LightStrips (je 90 Euro), sowie die Bloom-Lampen aus der LivingColors-Serie (je 80 Euro).

Wohnzimmer mit Philips LED LightStrips

© Philips

Die LED-LightStrips sind aus einem flexiblen Material und haben eine selbstklebende Rückseite. So lässt sich der LightStrip problemlos an Möbelstücken, Fenstern oder Schränken anbringen.

Fazit

Mit Hue machen Sie Ihr Zuhause zum Lichtspielhaus, Hue macht einfach nur Spaß. Die Philips-Lampen sind leider kostspielig, dafür versprechen die Niederländer jedoch eine hohe Lebensdauer. Einrichtung und Verbindung funktionieren kinderleicht. An der "Bridge" mindern höchstens die unnötigen, blauen Anzeige-LEDs den sehr guten Gesamteindruck. Wer Lichtstimmungen im Haushalt liebt, findet in dem Philips-System ein individuelles, jederzeit vielfältig erweiterbares Angebot, das auch noch Raum für persönliche Kreativität lässt. Spot an! Hue ist Connected Home par excellence.

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