Testbericht

Laserdrucker bis 100 Euro

S/W-Laserdrucker haben geringe Folgekosten und sind auch nach längeren Stillstandszeiten sofort einsatzbereit. Wer glaubt, Geräte bis 100 Euro taugen sowieso nichts, sollte erst einmal den Testbericht lesen.

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Test SW-Laser unter 100 Euro

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Test SW-Laser unter 100 Euro

Test: Schwarz-Weiß-Laserdrucker unter 100 Euro

Test SW-Laser unter 100 Euro

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Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Wer keine Farbe auf Dokumenten benötigt, der ist mit einem S/W-Laserdrucker bestens beraten. Diese Geräteklasse hat geringe Folgekosten, ist auch nach längeren Stillstandszeiten sofort einsatzbereit und kostet in der Einstiegsklasse nicht einmal mehr 100 Euro. Und wer glaubt, diese billigen Geräte taugen sowieso nichts, sollte erst einmal den folgenden Artikel zum Test lesen.

Ein Laserdrucker kommt mir nicht ins Zimmer, der stinkt und nervt mit seinem Geratter - das ist immer noch eine weit verbreitete Meinung. Um diesem Vorurteil einmal auf den Grund zu gehen, haben wir uns die zurzeit aktuellen, preiswertesten A4-S/W-Laserdrucker ins Labor geholt. Wir haben bei unserer Recherche für diesen Test vier Drucker gefunden, die im Straßenpreis unter 100 Euro liegen und vom Hersteller auch noch produziert werden. Mit Modellen von Brother, Canon, HP und Samsung wurde es trotz der geringen Anzahl ein durchaus illustres Testfeld von bekannten Marken.

Warum einen Laserdrucker anschaffen?

Überprüfen Sie in Gedanken doch einmal Ihr Druckverhalten zu Hause. Ich denke, es geht vielen von Ihnen wie mir, Farbe ist eigentlich nicht unbedingt notwendig. Mal eine Info aus dem Internet, mal einen Brief ans Amt oder eine wichtige E-Mail zum Aufbewahren, für mehr benötige ich den Drucker zu Hause kaum. Meine digitalen Fotos, die ich gerne als Papierabzüge haben möchte, bereite ich am PC vor (Format, Bildkorrekturen, Auszüge) und laufe mit einer Speicherkarte oder dem USB-Stick zum Discounter oder Fotoladen um die Ecke und gebe den Auftrag mittels Terminal weiter. Bilder, die ich sofort benötige, kann ich mir mittlerweile auch schon in fast jedem Fotoladen oder Drogeriemarkt in wenigen Minuten ausdrucken lassen. Ist solch ein Geschäft nicht erreichbar, lässt sich auch alles über Online-Fotodienste erledigen.

Bildergalerie

HP Laserjet P1005
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Computer:Drucker

Der P1005 von HP ist klein und leicht - er arbeitet sehr leise und liefert ein schönes Druckbild.

Fast alle meine Tintenstrahldrucker habe ich in der Vergangenheit mit solch einem Druckverhalten durch eingetrocknete Druckköpfe eingebüßt. Die Druckfarbe der Laserdrucker, der Toner, ist hingegen sehr haltbar. Druckpausen von einem halben Jahr sind kein Problem. Wer natürlich mithilfe seines Druckers farbig kreativ sein möchte, kommt um einen Tintenstrahler kaum herum, sollte sich aber anhand der günstigen Folgekosten bei Laserdruckern von 2 - 3 Cent pro Briefseite überlegen, ob sich für den Alltagsdruck nicht auch ein preiswerter S/W-Laserdrucker als Zweitgerät amortisiert.

Der erste Eindruck

Trotz der geringen Abmessungen aller Testkandidaten, ist es nur HP gelungen, den P1005 in einer durchaus handlichen Verpackung unterzubringen. Bei allen anderen Modellen sollte man für den Transport einen Einkaufswagen einplanen. Und nicht vergessen: Bis auf den HL-2030 von Brother liegt keinem der getesteten Modelle ein USB-Kabel für die Verbindung mit dem PC oder Notebook bei. Wenn also zu Hause kein Standard-USB-Kabel (breiter Stecker auf quadratischen Stecker) übrig ist, gleich eines mitkaufen.

Für den Stellplatz aller Drucker im Test benötigen Sie etwa den Platz von zwei A4-Seiten, der Mini von HP passt zusammengeklappt sogar schon auf eine. Der Zusammenbau aller Drucker bereitet kaum Probleme, eine kurze Anleitung liegt in der Regel bei. Damit der erste Start reibungslos verläuft, lesen Sie in der Installationsbeschreibung, ob Sie zuerst den Drucker anschließen und starten müssen oder zuerst die Software aufgespielt werden muss. Das ist von Hersteller zu Hersteller verschieden.

Schluss mit den Vorurteilen

Stinkende und ratternde Laserdrucker gehören immer mehr der Vergangenheit an. Auch die Drucker in diesem Test konnten das bestätigen. Neue Techniken bei der Papierführung und für die Fixierung des Toners ermöglichen auch einen Standplatz direkt am PC- oder Arbeitstisch. Zwar flackert immer wieder die Diskussion um austretende gesundheitsschädliche Toner- und Metallpartikel auf, aber nach unseren Recherchen ist nichts bewiesen, auch wenn bei der heutigen Allergievielfalt eine Tonerallergie sicher nicht ganz auszuschließen ist. Deshalb der Rat: Wer viele Seiten druckt, sollte den Drucker in einem gut belüfteten Raum unterbringen.

Canon LBP2900 mit Staubschutz

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Die klappbare Ablage des Canon LBP2900 schützt den Auswurfschlitz vor Staub.

Unsere Testkandidaten sind allerdings für solch ein hohes Druckaufkommen gar nicht ausgelegt. Dennoch sind Sie in der Lage im Durchschnitt bei laufendem Betrieb 15 Seiten in der Minute auszugeben. Für das Druckaufkommen in einem durchschnittlichen Hauhalt reicht das allemal. Hier kommt es eher auf eine schnelle erste Seite an. In unserem Test konnten hier die Kandidaten von Canon und HP mit nur knapp 10 Sekunden glänzen - aus dem Standby vom Klick auf den Druckbefehl bis zum Standardbrief in der Ablage gemessen.

Die Ausstattung

Bei der Ausstattung der Drucker um die 100 Euro sollte man keine Wunderdinge erwarten. Dennoch konnten wir den meisten Druckern ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen. Alle Modelle sind gut verarbeitet und bieten für einen Arbeitsplatzdrucker eine ausreichende Ausstattung. Für den Anschluss an den PC steht eine USB-Schnittstelle zur Verfügung. Bis auf einen Drucker kann man eine Einzelblattzuführung für Sondermedien neben der Standardzuführung für Normalpapier nutzen. Das Netzteil ist in allen Druckern im Gehäuse integriert, die in der Vergangenheit üblichen klobigen, externen Netzteile entfallen.

Über die Drucker-Software, die bei allen Geräten schnell installiert ist, lassen sich mit wenigen Klicks die Druckoptionen einstellen. Neben den Standardvorgaben lässt sich die Druckqualität über die Einstellung der Auflösung oder die Intensität des Tonerauftrags manuell regeln. Toner und Bildtrommel sind in einer Kartusche vereint, der Austausch ist nicht kompliziert und mit wenigen Handgriffen zu bewältigen.

Worauf Sie beim Kauf noch achten sollten!

Ein Drucker ist in der Regel eine Anschaffung, die längere Zeit nicht ersetzt wird. Achten Sie beim Kauf deshalb auf eine möglichst lange Garantie des Herstellers (oft 3 Jahre). Die Information dazu sollten Sie vor dem Kauf auf der Internetseite des Herstellers recherchieren. Verwechseln Sie hier bitte nicht die Begriffe "Gewährleistung" und "Garantie".

Test Samsung ML-2010

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Samsung schützt beim ML-2010 das Papier in der Vorlage mit einer Haube aus Hartplastik.

Gewährleistung ist gesetzlich geregelt, während die Garantie eine reine Kulanzleistung des Herstellers darstellt. Der Begriff "Garantie" steht nicht im BGB. Es ist jedoch erlaubt, eine Garantie im Rahmen eines Vertrags zu gewährleisten. Bei den meisten Druckerherstellern muss man sich nach dem Kauf eines neuen Gerätes über das Internet oder schriftlich mit einer beiliegenden Karte registrieren, um diese "Garantie"-Kulanz in Anspruch nehmen zu können.

Ein weiterer Blick vor dem Kauf eines Laserdruckers sollte der Papiervorlage gelten. Drucken Sie regelmäßig, ist es sicher egal, ob die Papiervorlage offen und ohne Schutzhaube konzipiert ist, das Papier wird kaum die Gelegenheit haben einzustauben. Wer selten druckt, sollte auf eine geschlossene oder per Abdeckhaube geschützte Vorlage achten. Verstaubtes Papier verschmutzt sehr schnell die Rollen der Papierführung, ein unregelmäßiger Einzug ist die Folge. Außerdem kann der Staub die Qualität des Ausdrucks beeinträchtigen, indem er einen gleichmäßigen Tonerauftrag über die Bildtrommel stört oder eine feste Fixierung des Toners auf dem Papier verhindert.

Erkundigen Sie sich auch nach dem Stromverbrauch Ihres Favoriten. Manche Geräte sind auch im Standby wahre Stromfresser, andere hingegen stellen ihren Stromhunger im Schlummermodus nahezu ein. Unbedingt notwendig ist ein Netzschalter am Gerät, noch besser jedoch eine separat abschaltbare Steckdose, um auch den noch so geringsten Stromfluss zu unterbinden. Um Spannungsspitzen zu vermeiden, die der komplizierten Druckerelektronik oft nicht gut bekommen, schalten Sie aber immer erst den Drucker und dann die Steckdose aus.

Fazit zur Testreihe

Alle Drucker sind aufgrund des geringen Bedarfs an Stellplatz gut als Arbeitsplatzdrucker geeignet. Im Standby-Modus schlummern alle Geräte nahezu geräuschlos. Während der Druckphase ist ein Arbeitsgeräusch nicht zu überhören, aber nicht zu laut. Beim HL-2030 von Brother stellten wir aufgrund einer schlechten Grauabstufung ein zu dunkles Druckbild fest. Das ist bei Textdokumenten durch gut geschwärzte Textzeichen noch zu akzeptieren, bei Bildern oder Grafiken ist der zu hohe Schwarzanteil aber kaum zu vertreten.

Test Canon LBP2900 Vorlage

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Beim LBP2900 von Canon ist das Papier in der offenen Vorlage dem Staub ausgesetzt.

Bei der Druckqualität der anderen Drucker hatten wir kaum etwas auszusetzen. Die Druckgeschwindigkeit entsprach den Angaben der Hersteller. Wer schnelle erste Seiten benötigt, sollte auf den P1005 von HP oder den LBP2900 mit Auswurfzeiten von unter 10 Sekunden zurückgreifen. Beim HP muss man auf einen Einzelblatteinzug verzichten. Der Vista-Treiber, den Canon für den LBP2900 auf der Webseite zur Verfügung stellt, verträgt sich nicht mit der Vista-Firewall. Er verlangsamt den Druck sehr stark. Vista-Nutzer sollten ein anderes Modell bevorzugen.

Für den Canon spricht aber eine gute Energieeffizienz, er verbrauchte sowohl im Betrieb als auch im Standby den wenigsten Strom und fällt nach einem Druckauftrag ohne Übergangszeit sofort in den Standby-Modus. Alle Drucker im Test arbeiten nahezu geruchsfrei, sieht man bei Neugeräten vom üblichen wärmebedingten Plastikgeruch einmal ab. Für den Schwarz-Weiß-Druck sind alle Drucker, abgesehen von den angesprochenen Mängeln, auch für zu Hause eine gute Alternative oder Ergänzung zum Tintenstrahldrucker.

Test Brother HL-2030

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Beim Brother HL-2030 lässt sich der Toner und die Bildtrommel trennen und einzeln tauschen.

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