Testbericht

Kompaktboxen im Vergleichstest

Kompaktboxen erfreuen sich großer Beliebtheit, sind sie dann auch noch so preiswert, wie die Kandidaten in unserem Testfeld, und stammen zugleich aus renommiertem Haus, wird es spannend. Wie gut klingen die Einsteigermodelle der Markenhersteller?

  1. Kompaktboxen im Vergleichstest
  2. Teil 2: Kompaktboxen im Vergleichstest
Vergleichstest: Lautsprecher

© Archiv

Vergleichstest: Lautsprecher

Kleine Lautsprecher haben es wahrlich nicht einfach, so beliebt sie auch sein mögen. Denn tiefschürfende Bässe und Pegelreserven, die zu einem ganzheitlichen Musikempfinden beitragen, lassen sich kompakten Schallwandlern schwerlich entlocken. Doppelt schwer haben es Entwickler, wenn das Budget für die Boxen bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf. Kleinen und sehr preiswerten Speakern große Klänge zu entlocken, ist eine hohe Kunst. Ob und wie gut das aber gelingen kann, untersuchte die Redaktion an vier Modellen renommierter Hersteller. Und durch die Bank überraschen die Probanden bereits beim Auspacken. Wo man zuerst Auswirkungen eines Rotstiftes erwartet, zeigen die Boxen durchweg eine ordentliche bis sogar piekfeine Verarbeitung.

Die Audio Pro Image 12 kommen obendrein im edlen Lackgewand daher. Stylishe Front, gerundete Blende um den Hochtöner - wahrlich bildschön. Wem Glanz und Gloria zu viel des Guten ist, der belässt die schlichten aber sicher sitzenden Stoffblenden an der Front. Auf der Rückseite überzeugen die Image 12 mit soliden Schraubklemmen sowie einer Öffnung, die eine Montage an der Wand erleichtert. Eine Bassreflexröhre dagegen fehlt. Die Boxen sind als geschlossene Lautsprecher ausgelegt. Das ist bemerkenswert, da Hersteller fast immer das Bassreflexprinzip bevorzugen, um tiefen Tönen zu mehr Kraft zu verhelfen. So genannte geschlossene Boxen stehen jedoch im Ruf, Bässe besonders sauber zu reproduzieren. Mit den geringsten Abmessungen im Test und der Vorbereitung für den Betrieb an einer Wand bieten sich die Image 12 auch als ideale Satelliten für ein Mehrkanal-Set an.

Wertungskasten

Audio ProImage 12
www.osirisaudio.de
250 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

45 Prozent

Fazit:Schicke, enorm kompakte Klangpreziosen mit neutralem Klang. Im Bass naturgemäß eingeschränkt.

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
gut

Mit gebührendem Abstand größte Boxen im Feld dagegen sind die Victa 300 von Heco. Klein hingegen sind sie im Preis, gerade 200 Euro kostet das Paar - mit Abstand die preiswertesten Probanden im Test. Da stört es nicht, dass die Victa 300 nicht gar so fein gefertigt wie die Image 12 sind. Technisch aber bieten sie klassenunübliche Schmankerl. So verjüngt sich ihr Gehäuse nach hinten. Das stabilisiert den Korpus, stehende Wellen im Inneren des Gehäuses finden so kaum Angriffsflächen, sich konstruktiv aufzuschaukeln und zu einem schwammigen Sound zu führen. Auch die Bestückung der Hecos mit einem 16-Zentimeter-Bass mit Papiermembran und einer speziell ausgeformten Gewebekalotte, die Töne noch bis weit über die menschliche Hörgrenze sauber wiedergeben soll, ist üppig.

Vergleichstest: Lautsprecher

© Archiv

Heco Victa 300

Mordaunt Short setzt traditionell auf Metall als Membranmaterial und bestückt Hoch-wie Tieftöner der MS 902 i mit Membranen aus Aluminium. Davon verspricht man sich eine besonders detaillierte und präzise Wiedergabe. Das Folienkleid sieht man den 902 i wahrlich nicht an, so sauber ist die Fertigung. Und die mit Metall überzogene Schallwand verleiht den Modellen ein Gesicht. Die Töner sitzen bündig darin. Den äußeren Rand der Tieftönermembran schmücken kleine strahlenförmige Kerben, die jedoch kein Zierwerk sind, sondern Eigenresonanzen der Membran im Zaum halten sollen. Gut zugängliche Anschlussterminals unterstreichen den positiven Eindruck.

Wertungskasten

HecoVicta 300
www.heco-audio.de
200 Euro

Lautsprecher Stereo

Weitere Details

47 Prozent

Fazit:Sehr dynamische, frisch klingende Speaker. Für den Preis ein Hammer.

Testurteil
befriedigend
Preis/Leistung
überragend

Bereits testbewährtes Highlight sind die nuBoxen 310 vom Direktvertreiber Nubert. Seit ihrem Auftritt in der Printausgabe HomeVision 3/05 dienen die klangstarken Speaker der Redaktion als Ankergerät zur Bewertung anderer Lautsprecher dieser Klasse. Jetzt wollen ihre Nachfolger, die nu-Boxen 311, in diese Fußstapfen treten. Als Surround-Ensemble begeisterten uns die schwäbischen Lütten bereits in der Print-Ausgabe 2/07.

Profitipp: Kleine Box - kleiner Verstärker? Diese Rechnung geht leider fast nie auf. Was die Leistungsaufnahme anbelangt, sind Kompaktboxen meist deutlich gieriger als ihre gestandenen Geschwister. Im Zweifelsfall darf der Amp immer etwas mehr Leistung besitzen als die angegebene Nennbelastbarkeit der Boxen.

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