Kodak Slice - portables Fotoalbum

330 Euro - damit ist die Slice derzeit die teuerste Kompaktkamera aus dem aktuellen Kodak-Sortiment. Als solche bietet sie neben einem 17 mm flachen, gut verarbeiteten Gehäuse aus Metall und Kunststoff ein großes 3,5-Zoll-Touchscreen im 16:9-Format und einige Bildverwaltungsfunktionen, weshalb Kodak sie als "Fotoalbum im Taschenformat" bezeichnet.

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Kodak Slice Digitalkamera von vorne

© Archiv

Kodak Slice Digitalkamera von vorne

Unter anderem kann der Anwender mittels einer simulierten Tastatur "Tags" definieren, etwa den Fotostandpunkt (Ortsname) oder den Anlass (Hochzeit, Geburtstag, Urlaub ect.), um die zugeordneten Bilder später per Suchfunktion schneller aufspüren zu können. Wer die 2 GB des internen Speichers mit hunderten von Aufnahmen füllt, ist über diese Option womöglich dankbar.

Der Touchscreen trägt hier nicht zum besseren Bedienkomfort bei, was primär am extrem dünnen Scroll-Balken liegt. Genauer gesagt handelt es sich um einen schmalen Strich, den der Finger zielgenau treffen muss, um zur nächsten Menüseite zu blättern. Nur zu oft glückt das nicht, der Finger gerät einen Tick zu weit ins Bild, und die Slice will stattdessen den dort angezeigten Parameter ändern. Dass man von unten nach oben über den Scroll-Balken streichen muss, um nach unten zu blättern, weicht vom üblichen Vorgehen etwa bei PCs ab und war zumindest für uns gewöhnungsbedürftig. Wegen des abgeschrägten Bodens hat die Kodak Slice keinen festen Stand; in der Regel fällt sie direkt auf das Display, wenn man sie aufrecht abstellt. Für Speicherkarten gibt es lediglich einen MicroSD-Steckplatz. Zudem reagiert die Kamera relativ träge, hin und wieder gar nicht auf Eingaben und brauchte im Test bis zu 2,12 s zum Fokussieren und Auslösen - zu lang für Aufnahmen bewegter Motive.

Bildqualität: Die Messergebnisse sprechen für eine im 14-Megapixel-Vergleich schwache Auflösung, die meist deutlich unter 1000 LP/BH bleibt und an den Bildecken teils auf unter 600 LP/BH fällt (ISO 400). Dazu kommen ein überdurchschnittlich starkes ISO-100-Rauschen (2,4 VN) und ein mäßiger Objektkontrast von 6,7 bis 7,7 Blenden. Die gemessenen Kurtosis-Werte weisen auf einen im Kompaktkameravergleich noch akzeptablen, aber dennoch sichtbaren Texturverlust hin (Kurtosis 1,5/1,6 bei ISO 100/400). Außerdem treten an kontrastreichen Konturen bis zu 1,1 Pixel breite Farbsäume auf.

Fazit: Kodak spendiert der Slice Digitalkamera ein solides, formschönes Gehäuse, schöpft jedoch das Potenzial eines großen Touchscreens keineswegs aus. Von einer 330-Euro-Kamera hätten wir zudem eine bessere Bildqualität erwartet.

Kodak Slice

HerstellerKodak
Preis330.00 €
Wertung35.5 Punkte
Testverfahren1.5

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