Testbericht

Kodak Easyshare touch M577 - im Test

Einen Hang zum Understatement kann man Kodak sicher nicht unterstellen: "Mit dieser leistungsstarken Kamera werden Sie ein noch besserer Fotograf", verspricht der Text auf der Firmen-Website und kündigt vollmundig an: "14 MP für eindrucksvolle Ausdrucke bis zu 76 * 102 cm."

  1. Kodak Easyshare touch M577 - im Test
  2. Datenblatt
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© Kodak

Die man dann aber auch aus fünf Metern Abstand betrachten sollte, denn natürlich ist es fragwürdig, Bilder eines Kompaktkamerasensors dermaßen aufzublasen. Jedenfalls waren wir gespannt auf die Performance der Easyshare touch M577.

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© Kodak

Das "touch" steht für den Touchscreen an der Kamerarückseite, mit dem die komplette Kamera bedient werden kann. Mit dem Finger auf dem Display kann ausgelöst werden, auf den Berührungspunkt am Display wird fokussiert. Das ist ein interessantes Konzept, allerdings gewöhnungsbedürftig, so dass zumindest anfangs auch viel daneben geht.

Das Objektiv von Schneider Kreuznach hat einen praxisgerechten Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimetern (KB-äquivalent). Interessant wäre es, wenn wie üblich, auch Lichtstärke bei WW und Tele in den technischen Daten aufgeführt wären - aber Fehlanzeige. Im Weitwinkel dürfte der Wert bei 2,5 liegen und im Telebereich deutlich über 4. Außer den Bildern kann die Easyshare touch auch Videos mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen, die per HDMI-Anschluss zum Fernsehgerät übertragen werden können.

Leider können die Bilder so gar nicht mit dem großspurigen Versprechen der Werbeleute mithalten. Die Auflösung ist mit 1.465 Lp/Bh bei Weitwinkel in der Bildmitte ok, der Randabfall mit 500 Lp aber arg hoch, auch bei Teleeinstellung wird die Qualität deutlich schlechter. Und Kurtosiswerte über 5 belegen schon bei  ISO 100 und 400, dass feine Bilddetails hier gnadenlos platt gemacht werden. Bei höheren Empfindlichkeiten sind zudem vor allem die dunklen Bildteile arg verrauscht.

Beworben wird die Easyshare touch vor allem auch mit der beigepackten Software Easyshare, die Onlinedienste wie Gallery, Flickr, Facebook oder Twitter automatisch mit frischem Bildmaterial versorgt, sobald die Kamera an den PC angedockt wird. Nostalgiker können sich die Bilder vorher noch in der Kamera im Stil alter Kodak-Filme aufbereiten lassen: Kodacolor, Kodachrome und Ektachrome in Farbe, Tri-X und T-Max in schwarzweiß heißen die Filter. Eine nette Spielerei, die neben dem Fotografen auch die Entwickler an bessere Kodak-Zeiten erinnern dürften.

Fazit: Eine Kamera mit Standardausstattung und unterdurchschnittlicher Bildleistung. Dafür sind 150 Euro zu viel Geld.

Kodak Easyshare M577

HerstellerKodak
Preis140.00 €
Wertung20.5 Punkte
Testverfahren1.6

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