Testbericht

Kodak Easyshare M590

Die Kodak Easyshare M590 misst gerade einmal 1,8 cm in der Tiefe. Dabei deckt ihr 5-fach-Zoomobjektiv einen Brennweitenbereich von 35 bis 175 mm KB-Äquivalent ab und bleibt während des Fotografierens im Gehäuse versenkt.

  1. Kodak Easyshare M590
  2. Datenblatt
Kodak EasyShare M590

© Hersteller (Kodak)

Kodak EasyShare M590

Sie ist bemerkenswert flach, kommt in Rot, Violett und Blau, hat ein innenliegendes Objektiv, damit der optische Eindruck nicht durch einen ausfahrenden Tubus leidet - alles klare Indizien dafür, dass es sich bei der Kodak Easyshare M590 um eine Lifesytle-Kamera handelt, die mit der aktuellen Mode mithalten, mit ihrem Äußeren auffallen und überzeugen will. Als Aufnahmesensor kommt ein 14-Megapixel-CCD zum Einsatz, zur Bildstabilisierung eine mechanische Lösung im Objektiv. Der Preis scheint auf den ersten Blick in Ordnung: Kurz nach Marktstart kostet die Easyshare M590 rund 180 Euro.

Ausstattung

Doch schon auf den zweiten Blick fällt auf, dass Kodak an anderen Ecken spart: So befindet sich auf der Rückseite nur ein relativ kleines 2,7-Zoll-Display. Außerdem sind die Einstellmöglichkeiten begrenzt. Die Easyshare M590 bietet keine manuellen Modi und keine Blitzlichtkorrektur. Der Weißabgleich lässt sich lediglich über Festwerte (Schatten, Neonlicht ect.) beeinflussen, und den Fokusbereich wählt die M590 grundsätzlich selbst. Zu diesem minimalistischen Konzept passt auch, dass die M590 weder Aufnahmeparameter wie ISO-Zahl, Auflösung, Blende und Belichtungszeit noch ein Histogramm und Gitterlinien einblendet. Dafür gibt es einen Share-Button, mit dem der Fotograf Bilder und Filme für den Mail-Versand oder fürs Hochladen auf Plattformen wie Facebook und YouTube vormerken kann. Zum Laden des Lithium-Ionen-Akkus dient das USB-Kabel zusammen mit dem beiliegenden Netzadapter.

Videofunktion

Videos nimmt die M590 wahlweise mit 1280 x 720 oder mit 640 x 480 Pixeln bei 30 B/s im MPEG4-Format auf. Während des Filmens funktioniert sowohl der Autofokus als auch das optische Zoom. Allerdings verbrauchte bei uns eine Filmminute, wir wollten es kaum glauben, rund 65 MB. Das entspricht in etwa der Kapazität des internen Speichers. Um ihn zu erweitern, braucht der Fotograf microSD- oder microSDHC-Karten. Die Bildqualität der Videos enttäuscht: Neben dem starken Farbrauschen stören der sichtbare Texturverlust und Artefakte.

Handhabung

Kodak setzt auf ein klassisches Bedienkonzept: Zum Wechsel zwischen Foto- (Auto, Programmautomatik, Szenenprogramme) und Videomodus gibt es eine separate Funktionstaste, ebenso zum Zu- bzw. Abschalten des integrierten Blitzes, des Selbstauslösers und der Serienfunktion. Die Vier-Richtungs-Wippe ist nur zum Navigieren im Menü und nicht wie bei vielen anderen Kompaktkameras zusätzlich für den direkten Zugriff auf wichtige Einstelloptionen bestimmt. Der Auslöser hat keinen klaren Druckpunkt und macht es dem Fotografen schwer, nur auf das Motiv scharfzustellen und dabei nicht gleich auszulösen. Der Autofokus arbeitet im Weitwinkel schnell, im Tele jedoch umso langsamer: Bei 1,81 s Auslöseverzögerung werden Aufnahmen bewegter Motive zum echten Problem. Im Lowlight-Test leistete sich der Autofokus zudem einige Fehler.

Bildqualität

Die Bildqualität leidet schon bei ISO 100 unter erheblichem Texturverlust: Kurtosis-Werte von 4,3 im Weitwinkel und 9,0 im Tele liegen weit über dem übergreifenden Durchschnitt und werden einer Kamera dieser Preisklasse nicht gerecht. Dazu kommen eine mäßige Auflösung von 801 bis 1050 LP/BH und ein störender Visual Noise von 2,0 VN in der Bildmitte, der sich an den Ecken auf 4,7 VN verstärkt. Die Ergebnisse der Dead-Leaves-Messungen bestätigen den visuellen Eindruck: Die Bildqualität lässt ab ISO 400 so stark nach, dass die Kodak in der Punktewertung leer ausgeht.

Fazit - Kodak Easyshare M590

Die Kodak Easyshare M590 kann trotz ihres ansehnlichen und zweifellos sehr zierlichen Gehäuses nicht überzeugen: Von einer 180-Euro-Kamera hätten wir uns eine bessere Bildqualität erwartet.

www.kodak.de

Kodak Easyshare M590

HerstellerKodak
Preis180.00 €
Wertung20.5 Punkte
Testverfahren1.6

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