Testbericht

Hyper-V im Test: Windows 8 mit eingebauter Virtualisierung

Windows 8 besteht nicht nur aus der Metro-Oberfläche, denn Interessantes gibt es auch unter der schönen Schale - etwa die Virtualisierungslösung Hyper-V. PC Magazin hat den Test.

Windows 8 Hyper-V

© Screenshot/Microsoft

PC Magazin hat den Test zu Hyper-V für Windows 8.

Pro

  • Virtuelle Maschinen auch auf Client verwaltbar

Contra

  • Kein XP-Modus
Vielversprechend

Mit Windows 8 verabschiedet sich Microsoft von der Desktop-Virtualisierung Virtual PC und stellt die schon auf den Server-Systemen erfolgreich etablierte Software Hyper-V auch auf dem Client-System bereit.

Zum Testzeitpunkt stand Windows 8 als Release Preview zur Verfügung, das mit einem umfangreichen Feature Set des endgültigen Betriebssystems aufwarten kann: Kommt Windows 8 auf den Markt, so wird der Hyper-V nur bei den Versionen Windows 8 Pro und Windows 8 Enterprise zur Verfügung stehen - die normale Retail-Version unter dem Namen Windows 8 wird keine Virtualisierung enthalten.

Windows 8 Hyper-V

© Hersteller/Archiv

Erste, wichtige Voraussetzung für den Einsatz von Hyper-V unter Windows 8: Die CPU muss SLAT unterstützen, was das Tool "coreinfo" feststellen kann.

Hyper V: Das brauchen Sie für den Einsatz und die Installation

Wer Hyper-V unter Windows 8 testen will, muss sich zunächst versichern, dass sein PC mit der richtigen CPU ausgestattet ist: Neben den direkt in der Hardware implementierten Virtualisierungs-Features (besitzen alle aktuellen 64-Bit-Prozessoren) muss die Funktion Second Level Address Translation (SLAT) zwingend vorhanden sein. Sie wird bei einigen älteren Intel-Prozessoren auch als EPT (Extended Page Table) bezeichnet, während sie bei den AMD-CPUs Rapid Virtualization Index (RVI) heißt.

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Testprogramme, wie etwa das kleine Software-Tool mit dem Namen coreinfo von Sysinternals, können helfen, den Prozessor auf diese Fähigkeit hin zu überprüfen. Das Kommandozeilenprogramm zeigt dann mit dem folgenden Aufruf die Virtualisierungseigenschaften der CPU an (siehe Bild):

Windows 8 Hyper-V

© Hersteller/Archiv

Erste, wichtige Voraussetzung für den Einsatz von Hyper-V unter Windows 8: Die CPU muss SLAT unterstützen, was das Tool "coreinfo" feststellen kann.

Standardmäßig befindet sich der Hyper-V nach der Installation von Windows 8 noch gar nicht auf dem System. Um die Virtualisierung zu nutzen, müssen Sie zunächst den Eintrag Programme und Funktionen aufrufen. Hier wählen Sie den Punkt Windows Funktionen aktivieren oder deaktivieren auf. In der anschließenden Auflistung der zusätzlichen Windows-Funktionen können dann sowohl der Hyper-V als auch die benötigten Verwaltungswerkzeuge zur Installation ausgewählt werden.

Nach einem Neustart des Systems finden Sie nun bereits auf dem Metro-Startbildschirm zwei neue Kacheln mit den Bezeichnungen Hyper-V-Manager und Hyper-V-Verbindungen mit virtuellen Maschinen.

Eine Auswahl der Kachel Hyper-V-Manager bringt den Hyper-Manager auf den Bildschirm, der die gleiche Oberfläche zeigt, die einige Anwender vielleicht bereits von den Windows-Servern her kennen oder dort sogar bereits einsetzen.

Bevor Sie nun jedoch eine erste virtuelle Maschine auf der Windows-8-Plattform starten, sollten Sie das Netzwerk so einrichten, dass eine Gastmaschine auch wirklich einen Netzwerkzugang besitzt. Dies geschieht durch Auswahl des Eintrags Manager für virtuelle Switches im Feld Aktionen des Hyper-V-Managers.

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In dem folgenden Fenster des Managers für virtuelle Switches wählen Sie anschließend den Eintrag Extern aus und können durch Klicken des Eintrags Virtuellen Switch erstellen eine entsprechende Verbindung anlegen. Danach steht dann der Inbetriebnahme des ersten virtuellen Gastsystems auf dem Windows-8-Rechner nichts mehr im Wege.

Hyper-V im Test: Fazit

Mit Hyper-V stellt Microsoft auf den professionellen Versionen von Windows 8 bereits standardmäßig eine Virtualisierungslösung bereit, die viele Features bietet. So kann sie bereits von Haus aus virtuelle Maschinen auch auf dem Client unter Windows 8 verwalten, die auf einem Windows Server erstellt wurden.

Ebenso ist es möglich, sich mit Hilfe des Hyper-V-Managers mit anderen Virtualisierungsservern (siehe Bild links unten) zu verbinden. Anwender, die bisher vor allen Dingen auf den so genannten XP-Modus mit seiner direkten Integration alter Windows-Anwendungen in die Windows-7-Oberfläche gesetzt haben, werden allerdings etwas enttäuscht sein: Diese Möglichkeit besteht beim Einsatz des Hyper-V nicht - da hier immer in das Gastsystem in der virtuellen Maschine gewechselt werden muss.

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