Testbericht

High-End-Receiver von T+A und Yamaha im Test

Und es gibt sie doch: HiFi-Komponenten, die sich mit ihrem Styling wohltuend von der Masse abheben, ohne jene Designerkapriolen, die morgen in der Versenkung verschwinden. An diese Verstärker von T+A und Yamaha wird man sich - gewiss nicht allein der Optik wegen - noch nach Jahren erinnern.

High-End T+A / Yamaha

© Archiv

High-End T+A / Yamaha

Und es gibt sie doch: HiFi-Komponenten, die sich mit ihrem Styling wohltuend von der Masse abheben, ohne jene Designerkapriolen, die morgen in der Versenkung verschwinden. An diese Verstärker von T+A und Yamaha wird man sich - gewiss nicht allein der Optik wegen - noch nach Jahren erinnern.

Schlüsselerlebnisse vergisst man nicht. Schließlich sind sie genau dazu da. Sei es der erste Kuss, eine wichtige bestandene Prüfung, der erste Tag im Berufsleben. Aber auch ganz andere Momente können dazu zählen, beispielsweise die Stones oder Herbert von Karajan einmal live erlebt zu haben. Das war mir nicht vergönnt, dafür jedoch Yehudi Menuhin, Genesis und Riccardo Muti.

High-End T+A / Yamaha

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Yamaha A-S 2000

Leidenschaft zur Musik liegt sicher im Blut, doch bestärken einen Schlüsselerlebnisse hierin, zumindest empfinde ich das so. Unvergessen, wie ich als Pennäler die damals obligatorische "Tänzerin" von Ulla Meinecke zum ersten Mal über die Infinity Reference Standard 1 B an ultimativer Accuphase-Elektronik hörte. Vier Boxentürme mit Verstärkerelektronik im Preisbereich einer voll ausgestatteten Luxus-Limousine. Das hatte wahrlich eine konkrete Mitschuld an meinem Werdegang. Und kaum minder seinerzeit ein Vollverstärker in für den Pennäler Isberner zwar immer noch teuren, aber eher erreichbaren Preisregionen von 1.000 Mark: der Yamaha A 960. Sein Styling war ungewöhnlich, sein Klang außergewöhnlich gut für die Zeit. Ich leckte Blut, verlor das Modell jedoch aus den Augen, da ich mich auf Lautsprecher konzentrierte, die schlicht nicht von einem Vollverstärker anzutreiben waren, sondern nach stärkeren Geschützen verlangten. Aus dem Sinn war mir dieser Yamaha nie.

Die Vor- und Endverstärkerkombis der seinerzeit noch jungen Firma T+A passten eher in mein Kalkül. Begonnen hatte der Hersteller aus Herford mit der Produktion aufwändiger Lautsprecher, doch schon bald kamen noble Verstärker dazu, bis er sich 1988 zum echten Vollsortimenter mauserte. Die Verstärker unterschieden sich von den damals üblichen Modellen der Wettbewerber. Wo jene im Ringen darum, wer den größten, schwersten, mit den fettesten Siebkondensatoren und Netzteilen bestückten Amp baut, oft das Wesentliche aus den Augen verloren, setzte T+A gegen den Trend auf die schlanke Linie. Viele kleine Kondensatoren statt weniger großer und streuearme Ringkerntransformatoren gestatteten, die Gehäuse der Verstärker flach zu halten, ohne in der Qualität Kompromisse einzugehen. Obendrein spendierte man den Geräten eine geradlinige, schnörkellose Optik.

High-End T+A / Yamaha

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Alles drin: Der Yamaha ist prächtig bestückt und ein Ausbund an Solidität. Links im Bild sehen Sie den mächtigen Eisenkerntrafo.

Bis heute hat sich am Styling nur marginal etwas verändert. Neu ist die E-Serie, der der Power Plant entstammt. Sie wirkt optisch zwar softer als die teureren RModelle, trägt aber alle T+A- Gesichtszüge. Auch an der Front des Power Plant rangieren die Bedienelemenete in Reih und Glied. Schlicht und klar, 13 an der Zahl, gestatten sie eine intuitive Bedienung des Verstärkers. Schick: Die Steller für Bässe und Höhen sind ebenfalls T+A-typisch in die Front eingelassen. Ein leichter Druck auf die Taster, und sie springen nach vorne. Die Rückseite gibt ebenfalls keine Rätsel auf. Höchstens die Computer-Schnittstelle verwundert, über die der T+A-Service Updates ins Herz des Amps injizieren kann.

In der Ausstattung beschränkt man sich auf das Wichtigste, schließlich war es erklärtes Ziel, die E- Serie erschwinglich zu halten. Analogfans müssen nicht darben, Phono-Module für Magnet-oder Moving- Coil-Pickups gibt es optional (230 Euro).

An Front und Rücken des Yamaha herrschen dagegen fast paradiesische Verhältnisse. Hier lautet die Frage eher: "Was fehlt?" Vor- und Endstufe sind auftrennbar. Plattenspieler finden sowohl mit MM als auch MC Zugang zum A-S 2000 und sogar einen symmetrischen Anschluss offeriert der Amp. Hier darf beispielsweise der passende CD-Player CD-S 2000 andocken. Sinnvoll, denn der Verstärker ist intern vollkommen symmetrisch aufgebaut. Gerade dann verspricht der XLR-Eingang besseren Klang gegenüber der unsymmetrischen Cinch-Version. Alle Anschlusselemente sind gut zugänglich, die Cinch-Buchsen gar ein wenig weiter auseinander angeordnet als gewöhnlich. So finden auch Strippen mit schweren Steckern stets sicheren Kontakt, ohne die Buchsen mechanisch zu stark zu belasten.

Wertungskasten

YamahaA-S 2000
yamaha-hifi.de
1.600 Euro

Verstärker Stereo

Weitere Details

78 Prozent

Fazit:Der Yamaha zeigt Rasse und Klasse. Via XLR-Eingang klingt er besonders stimmig.

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
überragend

Im Unterschied zum T+A gewährt der Yamaha gleich zwei Lautsprecherpaaren Kontakt. Power Plant wie A- S 2000 akzeptieren Lautsprecherkabel mit Bananensteckern wie Kabelschuhen. In der Summe heimst der Nippon-Amp so sieben Punkte mehr in der Disziplin Ausstattung ein.

Was die "T + A Power Plant" kann, steht auf Seite 2...

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